Mehr als nur ein Bild: 5 Rap-Cover, die Fans besonders feiern

Das Auge isst mit, auch bei Albencovern. Deshalb wollten wir von euch bei Facebook und Instagram wissen, welche Artworks euch besonders in Erinnerung geblieben sind und ihr am meisten feiert. Eine kleine Übersicht haben wir hier zusammengestellt.

Azad – "Leben II"

Einer der meistgelikten Kommentare und das völlig zurecht. Azad kam bei seinem Comeback 2015 mit einem beeindruckenden Cover um die Ecke. Es zeigt ein auf schwarzen Schlangen liegendes Baby. Wie Azad damals erklärte, solle es zum einen seine deepen Texten und zum anderen die dunkle Seite seiner Musik, die harten Songs symbolisieren.

Außerdem stehe das Baby für das Leben "in einer Welt voller Gefahren". Das Cover stammt von Fotograf Robert Maschke. Für das Grafikdesign zeigten sich Mographics und Street Design verantwortlich.


Foto:

Cover von Azad zu "Leben II", http://amzn.to/2ooWcL6

Kollegah – "Zuhältertape Vol. 4"

Ebenfalls eines der meistgenannten Werke, das aus demselben Jahr wie "Leben II" stammt und fast genau elf Monate später veröffentlicht wurde.

"Ich erfind' das Rad nicht neu, doch hau' paar Platinfelgen drauf", rappt Kollegah auf dem auf dem Tape enthaltenen Song "Blutdiamanten". Die Zeile spiegelt sich auch in der optischen Gestaltung wider. Das Cover lässt die Artworks des ersten (Dobermann) und dritten Teils (Kollegah in Anzug und Pelzmantel) miteinander verschmelzen. 

Das Cover passt optimal zum Zuhälterfilm, der auf dem vierten Teil der Serie so kompromisslos durchgezogen wurde wie nie zuvor. Die Fotos stammen von Denis Ignatov, die Gestaltung von Jacob Roschinski und die Typografie von Marco Stawski.


Foto:

Cover von Kollegah zum "Zuhältertape Vol. 4", http://amzn.to/2GDgSGn

PA Sports – "Verloren im Paradies"

Ein sehr aktuelles Album, das auch eine Vielzahl an Likes erhielt. "Verloren im Paradies" von PA Sports erschien im Juni 2017.

Zu sehen ist ein kleiner Junge, der mit dem Rücken zum Betrachter vor einer paradiesischen Kulisse steht. Den Hintergrund bildet PAs Gesicht. "Hiermit präsentiere ich euch das finale Cover zu meinem besten Werk!", schrieb der damals zu dem Cover.


Foto:

Cover von PA Sports zu "Verloren im Paradies", http://amzn.to/2GAt2Qn

Kool Savas – "Essahdamus"

"Einfach die beste Idee aller Zeiten dieses Cover. Ich liebe es", schrieb die Userin des Kommentars dazu.

Das Cover soll Savas als kleinen Jungen auf seiner damaligen Zugfahrt mit seiner Mutter aus der Türkei nach Deutschland zeigen. Draußen ist unter anderem ein Soldat zu sehen, der einen Militärhelm mit der türkischen Flagge trägt.

Savas arbeitete 2016 für das unkonventionelle Cover erstmals mit Adopekid zusammen. Von ihm kam offenbar die zündende Idee, wie Savas berichtete: "Er so: 'Ey, lass uns bitte in eine andere Richtung gehen. Lass uns was ganz Neues machen. [...] Das wird aber gar nicht nach Hiphop aussehen.' [...] Voll der coole Typ."


Foto:

Cover von Kool Savas zu "Essahdamus", http://amzn.to/2EZNVY6

SSIO – "0,9"

Ein extrem aufwändiges Cover, das eine Hommage an den Comic "The Mask" darstellt. Zudem soll es aus dem Cover von SSIOs vorherigem Album "BB.U.M.SS.N" rauszoomen. Auf dem war die Hand dargestellt, die aus SSIOs Hosenstall gehalten wird.

Die Idee hinter dem Cover stammte von Produzent Reaf, wie SSIO im Interview erzählte.


Foto:

Cover von SSIO zu "0,9", http://amzn.to/2HzfnKJ

Check hier alle Antworten und Diskussionen zu den Covern ab:

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Kommentare

Kleiner Hinweis: Azad`s Platte kam nach Kolle Anfang Zwosechzehn. Der Autor hat das Ding mal um ein Jahr vorverlegt. Buhhh!

das Cover von leben 1 ist Hammer

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Azad, Nura, Kurdo & Xatar setzen Zeichen gegen Krieg

Azad, Nura, Kurdo & Xatar setzen Zeichen gegen Krieg

Von Anna Siegmund am 14.10.2019 - 15:56

Wer seinen Lieblingsrapper*innen aufmerksam auf Instagram folgt, wird es wahrscheinlich schon entdeckt haben: Zahlreiche Menschen, darunter auch Azad, Nura und Xatar, haben ihr Profilbild auf der Social-Media-Plattform gelb gefärbt.

Mit dem gelben Profilbild soll ein Zeichen gesetzt werden. Menschen solidarisieren sich auf diese Weise mit den Kurden in Syrien, die nach der Militäroffensive der Türkei auf der Flucht sind oder sogar ihr Leben verloren haben.

Nura, Kurdo & Namika mit zusätzlichen Statements

Zusätzlich zu dem gelben Profilbild, geben einige Rapper*innnen auch ein Statement ab, in dem sie den Krieg der Türkei, dem unschuldige Menschen zum Opfer fallen, verurteilen.

Kurdo postet beispielsweise ein Bild auf Instagram und schreibt:

"Auf diesem Bild sind Kurden Türken Afrikaner Araber Deutsche alles einfach. Wir hatten alle die Möglichkeit dem Krieg zu entfliehen weil sich Menschen für unser Leben eingesetzt haben. Wir sind dankbar das wir alle zusammen hier Leben dürfen. Es ist an der Zeit das Wir uns alle jetzt für das Leben anderer einsetzen die im Krieg leiden und nix damit zu tun haben, damit sie glücklich weiter Leben dürfen es ist egal welche Nation. Egal wo auf der Welt wir wünschen uns den Frieden." [sic]

Auch Azads Instagram-Feed ist neben seinem gelben Profilbild gerade von der türkischen Militäroffensive in Syrien dominiert. Dabei zeigt er Kinder, die für die Rechte von Kurd*innen demonstrieren, und stellt in einem Post besonders "Rojava" in den Fokus. Rojava ist eine autonome Region, in der hauptsächlich Kurd*innen leben im Norden Syriens. Dort finden die Kämpfe aktuell statt.



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#ROJAVA

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Die Sängerin Namika postet ebenfalls Informationen in ihre Instagram-Story. Nura informiert dort auch und repostet emotionale Worte der Bloggerin Zara Secret.

Der Hintergrund: Erdoğan startet Militäroffensive in Nordsyrien

Der türkische Präsident Recep Erdoğan selbst nennt das Einmarschieren auf Twitter "#OperationPeaceSpring". Er betont in seinen Posts sein Vorhaben, eine sogenannte Friedenszone errichten zu wollen. Und tatsächlich möchte der türkische Präsident zwischen dem Fluss Euphrat und der Grenze zum Irak eine "Sicherheitszone" schaffen. Dort sollen Geflüchtete angesiedelt werden, die sich bisher in der Türkei aufhalten. Das betrifft wahrscheinlich etwa zwei Millionen Menschen.

Auf diesem syrischen Gebiet ist bisher das Bündnis von Rebellen SDF (Syrische Demokratische Kräfte) an der Macht. Angeführt wird das Bündnis von der Kurdenmiliz YPG, die der türkische Präsident als Terrororganisation eingestuft hat, da er sie als als Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Mit ihnen verbündet sind die US-amerikanischen Truppen, die Donald Trump nun überraschend aus dem Gebiet abgezogen hat.

Wie ging Erdoğan am Mittwoch, den neunten Oktober vor? Die Angriffe erfolgten zunächst über die Luft auf die Stadt Ras al-Ain. Bereits am Abend startete allerdings auch eine Bodenoffensive.

Am Sonntag, nachdem bekannt gemacht wurde, dass Ras al-Ain sowie Tall Abyad bereits unter türkischer Kontrolle seien, sendete auch Syrien Truppen in diese Regionen.

Laut der UN sind durch die Kämpfe aktuell etwa 130.000 Menschen auf der Flucht. Die Mehrheit von ihnen sei nach Al-Hassaka geflüchtet. Dort gestalte sich die Wasserversorgung mittlerweile schwierig.

Gestoppte Waffenlieferungen & Telefonat mit Angela Merkel: Was passiert auf politischer Ebene?

Angela Merkel telefonierte bereits mit dem türkischen Präsidenten und forderte ihn auf, die Militäroffensive zu beeenden. Zudem wurden die deutschen Waffenexporte in die Türkei zunächst gestoppt. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte der Außenminister Heiko Maas:

"Vor dem Hintergrund der türkischen Militäroffensive in Nordost-Syrien wird die Bundesregierung keine neuen Genehmigungen für alle Rüstungsgüter, die durch die Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten, erteilen."

Bezüglich weiterer Sanktionen wird sich eine Einigung der EU-Mitgliedstaaten schwierig gestalten. Mit dem Lauterwerden der Kritik an seiner Militäroffensive erklärte Recep Erdoğan im Falle von Bestrafungen, "die Türen zu öffnen". Übersetzt heißt das so viel, dass der türkische Präsident der Europäischen Union damit droht, etwa 3,6 Millionen Geflüchtete nach Europa zu schicken. Die Berliner Morgenpost zitiert den Präsidenten auf einer Veranstaltung seiner Partei folgendermaßen:

"Hey, Europäische Union. Reißt Euch zusammen. Seht, ich sage es noch einmal: Wenn ihr versucht, unsere aktuelle Operation als Besatzung zu bezeichnen, dann haben wir leichtes Spiel."

Die Politik wird es wohl vermutlich nicht so schnell schaffen, ein Zeichen gegen die Offensive der Türkei in Nordsyrien zu setzen. Umso wichtiger wird es also für die Gesellschaft, sich in dieser Thematik zu engagieren. Das gelbe Profilbild ist eine Möglichkeit, ein Statement zu setzen. Zudem ist auch ein Spendenkonto eingerichtet worden.

Blaue Profilbilder für den Sudan

Eine ähnliche Aktion gab es bereits etwas früher in diesem Jahr. Stars machten ihr Profilbild blau und solidarisierten sich so unter dem Hashtag "BlueforSudan" mit den Menschen, die im Sudan für eine Demokratie kämpften. Im Juni war der Diktator Omar Hasan Ahmad al-Baschir im Zuge eines Militärputsches verhaftet worden. Das Militär regierte anschließednd das Land und schlug jegliche Proteste für Freiheit und Demokratie blutig nieder. Samy Deluxe und Dendemann haben dieses blaue Profilbild beispielsweise immer noch.


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