Warum das neue Taylor Swift-Album offenbar eine Abrechnung mit Kanye West ist

Am Freitag hat Taylor Swift ihr neues Album Reputation veröffentlicht – und zieht damit das Interesse von Hiphop-Hörern auf sich. Weniger wegen der Musik, sondern eher aufgrund der Tatsache, dass die Pop-Sängerin die alten Streitigkeiten mit Kayne West scheinbar wieder zum Thema macht. Fans sind sich sicher, dass das komplette Album mit Kanye-Seitenhieben gespickt ist.

Abby Hamblin on Twitter

Taylor Swift's still singing about Kanye West as if the rest of us are all out here still discussing the War of 1812

Vor allem den Song Look What You Made Me Do wollen gewiefte Hörer als Abrechnung mit Kanye verstehen. Namen nennt Taylor Swift natürlich nicht, allein die ersten beiden Zeilen sind aber trotzdem schon ziemlich bezeichnend:

"I don't like your little games / Don't like your tilted stage"

Während seiner Saint Pablo-Tour im Jahr 2016 performte Kanye West unter anderem auf einer schrägen (tilted) Bühne. Klingt verdächtig danach, als ob die Sängerin hier direkt mit einem kleinen Diss einsteigt. Weiter heißt es:

"The role you made me play of the fool, no, I don't like you / I don't like your perfect crime"

2014 veröffentlichte Kanye mit Famous die erste Single zu seiner Platte The Life Of Pablo. Darin finden sich diese kontroversen Zeilen in Richtung Taylor Swift wieder: "I feel like me and Taylor might still have S*x / Why? I made that b*tch famous". 

Wir erinnern uns: Laut Kanye West habe Taylor Swift ihm ihr "Okay" für diese Aussage gegeben, sich im Nachhinein dann aber plötzlich über die beiden Lines beschwert, da diese ihren Ruf schädigen würden. Ein von Kim Kardashian geleaktes Telefonat der beiden Künstler, in denen diese die Lyrics besprechen, war die Folge. Offenbar ist Taylor Swift heute der Meinung, Kanye habe ihre Rolle in diesem "perfekten Verbrechen" von Anfang an geplant, um sie öffentlich bloß zu stellen.

Taylor Swift - Look What You Made Me Do

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Auf die gleiche Famous-Line bezieht sich Swift offenbar auch auf dem Track I Did Something Bad:

"But if he drops my name, then I owe him nothin'"

Und auch das geleakte Telefonat macht die Sängerin erneut auf dem Song This Is Why We Can't Have Nice Things zum Thema. Scheinbar fühlt sie sich von Kanyes Ehefrau hintergangen und wirft ihr vor, sie hereingelegt zu haben:

"Friends don't try to trick you, get you on the phone and mind-twist you / And so I took an axe to a mended fence"

Das Hin & Her zwischen Kanye und Taylor reicht mittlerweile Jahre zurück. 2009 unterbrach Yeezy die MTV VMA-Rede der Sängerin, indem er auf die Bühne stürmte und erklärte, Beyoncé habe die Auszeichnung für das beste Video mehr verdient. Auch das scheint Taylor Swift auf Reputation erneut aufzugreifen und fragt:

"So why'd you have to rain on my parade?"

Taylor Swift dürfte sich darüber im Klaren sein, wie die Lyrics ihrer neuen Platte von Fans und Kritikern aufgefasst werden. Vielleicht ist auch genau das ihr Ziel. Ob sie damit aber eine Reaktion vonseiten Kanye provozieren kann, bleibt abzuwarten. 

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Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Von Michael Rubach am 01.04.2020 - 10:58

Fler steht wieder einmal im Kreuzfeuer der Kritik. Gegenüber allen, die ihm in den letzten Tagen Rassismus unterstellt haben, räumt er nun ein, mit seiner "Slave"-Line gegen Jalil übers Ziel hinausgeschossen zu sein. In einem Instagram-Post zeigt er sich geläutert und kündigt an, den Part gegen Jalil neu schreiben zu wollen.

Fler: "Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Nach mehreren rhetorischen Fragen, die allesamt wohl auf die Geschehnisse der letzten Tage und Flers persönliche Lage anspielen sollen, kommt der Berliner zum Punkt. Er gesteht sich ein, dass er auf dem Track "Mood" die Grenzen der bloßen Provokation verlassen hat. Das Wort "Sklave" in einem Diss gegen einen dunkelhäutigen Kollegen zu verwenden, sendet auch an jugendliche Hörer eine fatale Message. Fler spricht in diesem Kontext von einem "bösen Beigeschmack", den er nun erkenne.

"Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte." [sic]



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Wenn eine Gruppe von Leuten Dich als einzelnen unterdrückt bist du ein Opfer. Wenn du danach zur Polizei rennst, weil Du alleine bist und sie in der Mehrzahl, bist auch wieder das Opfer...? Aber wenn du nicht zur Polizei gehst, kein Schutzgeld zahlen willst und deswegen natürlich auch keinen Rücken hast... bist du das aller grösste Opfer!??? Wenn du Streetrap machst und sagst du hast ein schweres Leben ist alles fake und gelogen...? Wenn du das selbe machst und Schutzgeld zahlst bist aufeinmal eine der Realste in der Szene...? Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte. Deswegen hab ich beschlossen die 2.Stophe von MOOD neu zu schreiben. Es gibt 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil die ich sportlich als Rapper angreifen kann. Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz! #atlantis

Ein Beitrag geteilt von FLER (@fler) am

Dem attackierten Jalil schmeckte die Wortwahl des Tracks auch ganz und gar nicht. Er entgegnete kurz nach Release von "Mood", Fler hätte "gleich N**ga sagen können". Der von Fler in seiner Klarstellung benutzte Begriff des "Farbigen" ist leider ebenfalls nicht unproblematisch. Er geht auf Rassentheorien zurück und findet als Selbstbezeichnung in der Black Community keine Anwendung. An dieser Stelle Fler Absicht zu unterstellen, erscheint jedoch unangebracht. Dafür macht er generell zu deutlich, dass er seinen Diss neu bewertet hat.

Eine bewusste Entscheidung von Fler war hingegen sein Interview bei TV Strassensound. Dort vertiefte er mit seinen Aussagen den Graben zwischen sich und der schwarzen Community. Manuellsen, Künstler der Bantu Nation, Mortel und viele mehr positionierten sich daraufhin gegen Fler. Sugar MMFK droppte gestern noch einen Part, um klarzumachen, dass Flizzy sich keine weitere "Frechheit" erlauben solle.

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Da Fler seine Lyrics inzwischen offenbar für unangebracht hält, möchte er sie nicht unverändert stehen lassen. Er kündigt an, die zweite Strophe des Tracks "Mood" umzutexten. Das hieße jedoch nicht, dass er nicht weiter auf Konfrontationskurs mit Jalil bleiben würde. Es gebe "1000 andere Angriffsflächen bei Jalil". Sein Statement beschließt er mit dem Satz:

"Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Neben diesem Schauplatz im Fler-Universum ist die On-Off-Beziehung mit Sentino aktuell belastet. Letzterer beklagte sich über ausbleibende Zahlungen für die Mitarbeit an "Atlantis" und lieferte einen Disstrack, der vor allem durch seine extreme Homofeindlichkeit auffällt:

Sentino frontet Fler wegen angeblich unbezahlter "Atlantis"-Lyrics

Fler und Sentino dissen sich aktuell wieder mal gegenseitig - und zwar auf sehr unangenehme Art und Weise. Sentino frontet Fler in einer Disstrack-Vorschau, die vor Homofeindlichkeit nur so trieft. Fler postet als Antwort ein Video, das Sentino offenbar auf der Flucht zeigt, worauf der ebenfalls schon wieder reagiert hat.


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