PA Sports vs. Julien Boss: Was die Community vom Disstrack "Grabrede" hält (Umfrage-Ergebnis)

Gestern war es endlich soweit: Nach längerer Warte-Zeit hat JuliensBlogTV beziehungsweise Julien Boss seinen Disstrack Grabrede veröffentlicht, der sich gegen PA Sports richtet. Wir haben aus diesem Anlass eine Umfrage gestartet und wollten wissen, wie der Disstrack bei euch ankommt.

Mittlerweile gibt es schon die Antwort von PA Sports namens Julia, den Song findet ihr hier. Allerhöchste Eisenbahn also, sich anzusehen, wie die Meinungen zu Grabrede aussehen: Ein Großteil derjenigen, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, zeigt sich enttäuscht.

Knapp 4,5 % haben ihr Kreuzchen bei "Richtig gelungen! So muss ein Disstrack sein." gemacht.

Fast 18,5 % der Abstimmenden haben "Nicht schlecht, aber auch nicht überragend." gewählt.

Über 77 % der Teilnehmenden sehen die Sache offenbar eher negativ: "Ein echter Reinfall. Hätte mehr erwartet!"

Außerdem gab es die Möglichkeit, selbst etwas zu schreiben. Wir haben einige Beispiele herausgefischt:

"Nach Juliens großen Ankündigungen bin ich schon schwer enttäuscht. Video, Technik und die meisten Lines fand ich eher wack."

"Guter Disstrack, auf jeden Fall einer der besten dieses Jahres."

"Da kommt doch noch was."

"Es war zwar OK, aber es gab kaum wirklich gute Punchlines."

"Beat ist ja ganz nice, aber der Diss hat einfach kaum PA angegriffen."

"Dafür, dass er für den Track so ewig gebraucht hat, ist er nicht so gut. Hätte mehr erwartet."

"Beim mehrmals reinhören echt guter Track."

"Stimme ganz cool, Beat okay, Punchlines fast gar nicht vorhanden, das zerf*ckende von 'nem g*ilen Disstrack fehlt, zu oft die Hook."

"Bester Track, mindestens doppelt so gut wie Das Urteil."

Wie siehst du das? Hier kannst du dir den Song nochmal anhören:

Julien Boss - Grabrede (PA Sports Diss)

JuliensBlog hat sein Versprechen wahr gemacht. Nach vielen Verschiebungen ging über Nacht der lang angekündigte Disstrack gegen PA Sports online. Mit neuem Künstlernamen ausgestattet bezieht der YouTube r Stellung zu den Streitigkeiten mit dem Essener Rapper. Dabei wird in Schwarz-Weiß-Optik ein Grab ausgehoben. Laut der Titelbeschreibung ist 2018 mit einem ganzen Album zu rechnen.

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Kommentare

Ich verstehe einfach nicht, warum Sun Diego Julien nicht ein wenig unter die Arme gegriffen hat. Jetzt haben wir einen Rapper, der absolut nichts reißt und sich viel zu Ernst nimmt. Schade.

Mindestens doppelt so gut wie das Urteil???
Wenn das keine Ironie ist, dann ist jegliche Hoffnung in die Menschheit verloren

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Massiv & PA Sports machen auf humanitäre Krise in Palästina aufmerksam

Massiv & PA Sports machen auf humanitäre Krise in Palästina aufmerksam

Von Clark Senger am 20.05.2021 - 13:46

Dass der Nahostkonflikt erneut eskaliert, merkt man derzeit auf der ganzen Welt. Die letzten Wochen und die Gegenwart sind für die Menschen im Gazastreifen, Westjordanland und Israel wieder eine Zeit, die von Angst, Tod und unsäglichem Leid geprägt ist. 

"Die Behörden im Gazastreifen sprechen von 217 getöteten Palästinensern, darunter 63 Kinder. Mehr als 1400 Menschen seien verwundet worden. In Israel sind den Behörden zufolge zwölf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder." (Spiegel)

Das Thema, das seit jeher kontrovers und oft polarisierend diskutiert wird, lässt keinen Menschen mit einem Herz kalt und berührt so natürlich auch einige Rapper. Allen voran versucht Massiv seit Tagen intensiv, die prekäre Situation in der Heimat seiner Eltern sichtbar zu machen..

Massiv macht emotional auf humanitäre Krise in Gaza aufmerksam

Sein IGTV-Video zum neu eskalierten Konflikt vor einer Woche ging viral und hat bald 2 Millionen Aufrufe erreicht. Darin geht er unter anderem mit der Berichterstattung über den Konflikt ins Gericht, in der die leidgeplagten Palästinenser seiner Meinung nach zu oft als Terroristen oder ähnliches pauschalisiert werden. Zusätzlich kritisiert er die Unverhältnismäßigkeit sowie das in seinen Augen einseitige Bild in vielen Medien. Der Rapper wehrt sich provisorisch und ausdrücklich gegen Antisemitismusvorwürfe, die schnell erhoben werden, wenn palästinensische Menschen sich zum fortwährenden Konflikt äußern.

In einem anderem Post rückt er die humanitäre Notlage im Gazastreifen in den Fokus. Die Zahlen derer, die dort auf die Hilfe von außen angewiesen sind, steigt seit vielen Jahren kontinuierlich. Waren es 2009 noch etwa 750.000 Menschen, wird für 2019 mit etwa einer Million gerechnet – das ist mehr als die Hälfte aller Menschen, die dort leben. Zudem ist die Wasserversorgung in beiden Teilen Palästinas ein dramatisches Problem, wie 2020 etwa die Rosa Luxemburg Stiftung aufzeigte.

Seitdem hat die Situation sich weiter verschärft. In den letzten Tagen haben wir beängstigende Videos von Raketenabschüssen gesehen, tote Kinder, trauernde Eltern, zerstörte Gebäude (darunter auch ein wichtiges Medienhaus in Gaza, das für die neutrale Berichterstattung aus dem Krisengebiet von zentraler Bedeutung war). Gestern sprach ein Repräsentant der Vereinten Nationen von über 450 zerstörten oder stark beschädigten Gebäuden, mehr als 52.000 Palästinenser sollen so in den letzten Tagen ihr Zuhause verloren haben.

PA Sports kritisiert Politik der israelischen Regierung & Judenfeindlichkeit in Deutschland

Vor wenigen Tagen äußerte sich dann auch PA Sports mit einem Video-Statement zur dramatischen Lage. Ihm merkt man ebenso wie Massiv an, dass er sich der Brisanz des Konflikts sehr bewusst ist. Ein Teil der Problematik in der Medienwelt ist, dass nachvollziehbare Kritik an der Politik der israelischen Regierung oft von antisemitischen Vorfällen überschattet werden, wodurch der generelle Protest in ein schlechtes Licht rückt. Wie sein Berliner Kollege betont PA daher, dass es ihm nicht darum gehe, eine Religion zu kritisieren, sondern die Politik eines Staates.

"Ich unterstütze weder die Hamas noch irgendwelche Militäre. Ich verurteile den Tod auf beiden Seiten. Ich wünsche mir ein Land, in dem alle Juden und Muslime gleiche Rechte haben und in Frieden zusammenleben können. Aber hört auf, so zu tun, als ob dies ein verhältnismäßiger Krieg wäre. Dies ist die Unterdrückung einer Nation durch eine andere, mächtigere Nation."

Seiner Meinung nach sind die Opfer- und die Täterrolle im Konflikt eindeutig verteilt: Die Gewalt gehe von der israelischen Regierung aus, die Opfer seien die Palästinenser. Wie Massiv kritisiert auch er die deutsche Berichterstattung, die in seinen Augen nur die Opfer auf der israelischen Seite bemitleiden würde. Zum Schluss richtet er sich noch ausdrücklich an "alle Deutschen mit Migrationshintergrund, alle Ausländer, Kanaks", von denen manche in den vergangenen Tagen durch Judenhass aufgefallen sind:

"Wenn ich Videos sehe, wie manche von euch Juden beleidigen, verfluchen und nichts anderes machen, als nur weiteren Hass zu verbreiten: Ihr seid genau die gleiche Kacke, nur mit einem anderen Gesicht. Und genau da liegt der Punkt. Die Ursachen für diesen Fanatismus, Faschismus und auch diesen kranken Nationalismus bekämpfen – in jedem von uns."

Damit macht er auf einen wichtigen Punkt aufmerksam: eine Spirale aus Hass und Polarisierung. Wo Antisemitismus dieser Tage auf den Straßen oder in diversen Kommentarspalten wieder erschreckende Ausmaße annimmt oder wo die Kritik an einer Regierung zu Hass auf die jüdische Religion wird, sind auch antimuslimischer und antiarabischer Rassismus nie allzu entfernt. Umgekehrt gilt das gleiche. Hier kann jeder versuchen, auf sich selbst zu schauen, wie er wo argumentiert und formuliert, um nicht selbst an der Spirale mitzudrehen. Am Ende wünschen wir uns alle ein friedlich und unter menschenwürdigen Umständen miteinander leben können.


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