Sylabil Spill fördert Nachwuchssportler*innen und wird dafür rassistisch beleidigt

Sylabil Spill und andere POC-Rapper*innen werden aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion immer wieder Opfer rassistischer Beleidigungen in den sozialen Netzwerken. Gestern veröffentlichte Rapper einen Screenshot einer Nachricht, in der er für sein Projekt "Trackrunner" angepöbelt wird. Wie der Rapper in seiner Story sagt, wünschen ihm einige Nutzer*innen sogar, dass er für sein Engagement in den Knast wandert.

Sylabil Spill sagt, er erlebe täglich rassistische Beleidigungen gegen seine Person – Spätestens seitdem er sich negativ gegenüber der AfD geäußert hat. Über die Gründe für die Beschimpfungen sagt er:

"Ich denke die Politik und die Anonymisierung im Netz führen dazu, dass die Menschen ihr wahres Gesicht zeigen. Rassismus hat nichts mit Dummheit zu tun"

Mit dem Projekt möchte Sylabil Spill junge talentierte Nachwuchssportler unterstützen, die sonst keine Förderung bekommen. Weiterhin will er damit verhindern, dass die Kids auf eine schiefe Bahn geraten und sich stattdessen auf ihren Sport konzentrieren können. "Trackrunner" soll außerdem integrativ wirken und Jugendliche aus verschiedenen kulturellen und sozialen Schichten zusammenführen.

Sport ist immer schon ein wichtiger Bestandteil im Leben des Rappers gewesen. Als Junior spielte er Fußball in der dritten Liga und war auch als Sprinter aktiv. Seine Leidenschaft für beide Sportarten konnte er nicht weiter verfolgen, da ihm zwei Mal die Achillessehne riss. 

"Als ehemaliger Leistungssportler und lizenzierter Wettkampf-Trainer weiß ich, wie wichtig die bedingungslose Unterstützung des Trainer ist."

Auf einem Instagram-Kanal dokumentiert Sylabil Spill die Entwicklung der Kids. Unterstützung bekommt der Rapper bereits unter anderem von Samy Deluxe, Xatar, Afrob und Megaloh. Zudem kann jeder Fan des Projekts sich an der Crowdfunding-Aktion beteiligen, die Musitu Kumuini aka Sylabil Spill für seine Schützlinge ins Leben gerufen hat. Unter folgendem Link: https://www.leetchi.com/c/trainingscamp-ausruestung

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Keinen Respekt vor Hiphop? Diddy setzt den Grammys ein Ultimatum

Keinen Respekt vor Hiphop? Diddy setzt den Grammys ein Ultimatum

Von Michael Rubach am 27.01.2020 - 21:32

Diddy hat im Rahmen der Grammy-Verleihung eine bemerkenswerte Ansage gemacht. Bei einer Pre-Party spricht er von systematischer Diskriminierung in der Musikindustrie, die er so nicht länger hinnehmen könne. Er setzt den Verantwortlichen der Grammys daraufhin eine Frist, um etwas an den von ihm ausgemachten Missständen zu beheben: 365 Tage gewährt Diddy Aufschub.

Diddy wettert gegen die Industrie

Diddy, der kurioserweise kurz vor seinem längeren Statement selbst einen Grammy erhalten hat, wirbt vor versammelter Saal-Prominenz für einen Wandel. Bis 2021 soll der Preis diverser, transparenter und nicht zuletzt fairer gestaltet werden.

"Die Künstler müssen wieder Kontrolle erlangen, wir brauchen Transparenz, wir brauchen Diversität."

Wie so oft sitzen bei dem Musikpreis alte weiße Männer im Zentrum der Macht. Ihre Entscheidungen förderten in den letzten zehn Jahren genau einen dunkelhäutigen Sieger hervor, der in der prominentesten Kategorie bedacht wurde. Bruno Mars gewann 2018 mit "24K Magic" die Trophäe für das Album des Jahres. Ansonsten fristen schwarze Artists zumeist ein randständiges Dasein in allerlei Nischenkategorien.

Weiße Männer bestimmen größtenteils darüber, welche hellhäutigen Artists den wohl bedeutsamsten Preis der Industrie mit nach Hause nehmen dürfen. Die kurzzeitig installierte Chefin Deborah Dugan, die dem Vernehmen nach einen Wandel in der Akademie in Gang setzen wollte, ist vor den diesjährigen Awards suspendiert worden. Sie hatte unter anderem Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Eine weibliche Führungsfigur war also nur von kurzer Dauer.

Diddy wünscht sich, dass die Künstler wieder die Kontrolle erlangen und sich nicht länger den Strukturen ergeben. Strukturen, die bewusst gegen schwarze Artists arbeiten würden.

Diddy wirft den Grammys vor, keinen Respekt vor Hiphop zu haben

Obwohl Rap und RnB weltweit auf dem Siegeszug sind und kein Musikstil in den USA eine größere Zuhörerschaft erschließt, gehen die entsprechenden Künstler und Künstlerinnen in den Königskategorien der Grammys meist leer aus. Jedes Jahr werde die schwarze Community regelrecht "getötet", sagt Diddy. Hiphop und schwarzer Musik bekomme nicht den gebührenden Stellenwert eingeräumt. Deckungsgleich sei dies auch in der Filmindustrie und beim Sport festzustellen.

"Um ehrlich zu sein: Hiphop wurde noch nie von Grammys respektiert. Schwarze Musik wurde noch nie von den Grammys respektiert."

Das soll nun ein Ende haben. "Ihr habt 365 Tage, um den Kram zu regeln", mahnt der Multi-Millionär an. Zum Finale seiner Reformrede zählt er diverse schwarze Künstler auf, denen er seinen Grammy widmet. Darunter: Prince, Michael Jackson, Beyoncé, Missy Elliott, Snoop Dogg, Kanye West und Nas.

Diddy steht mit seiner Haltung nicht alleine dar. Tyler, The Creator konnte sich einerseits über die Auszeichnung für sein Album "IGOR" freuen. Andererseits kritisierte er, dass man sein Werk nicht in einer der populären Kategorien nominiert hat. Auch für ihn fühlt es sich offensichtlich so an, als dürfe er nicht im Konzert der Großen mitspielen.

Grammys 2020: Rassismusvorwürfe, Tribut für Nipsey Hussle & Gedenken an Kobe Bryant

Von Michael Rubach am 20.01.2020 - 17:18 Eminem hat sich auf seinem neuen Album " Music To Be Murdered By" zum Totengräber erklärt. In dieser Funktion ruft er zur Beerdigung - und packt dafür auch ein paar Disses aus. Em dreht dabei nicht im " Kamikaze"-Modus durch, aber weiß den einen oder anderen Langzeitkontrahenten lyrisch abzustrafen.


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