Action Bronson belohnt mit "Mr. Wonderful" seine Mixtape-Fans

Mit Eminem lag Paul Rosenberg schon einmal sehr richtig. Sein neuester Protegé ist ebenso ein Unikat wie Marshall Mathers. Action Bronson hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur als guter Rapper, sondern auch als einzigartiger Charakter im Rapgame einen Namen gemacht. Mit einer Handvoll überdurchschnittlicher Mixtapes auf dem Lebenslauf sieht er sich jetzt der Aufgabe gegenüber, Kritiker und Fans mit einem runden Debütalbum zu überzeugen.

Mr. Wonderful hat es wahrlich nicht leicht dieses Jahr. Nachdem mit Big Sean, Lupe Fiasco, Drake und letztlich Kendrick Lamar alle Gewichtsklassen der amerikanischen Rapszene ihren Eintrag ins Jahrbuch getätigt haben, ist nun Action Bronson dran. Körperlich vielleicht schon – aber musikalisch ist Bam Bam noch nicht im Schwergewicht angekommen. Mr. Wonderful kommt allerdings zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Vibe. Dem direkten Vergleich mit den diesjährigen Releases kann er nicht aus dem Weg gehen. Muss er auch nicht.  

Produktionstechnisch wurden auf Bronsons Debütalbum keine Kosten oder Mühen gescheut. Passend platzierte und sauber ausgearbeitete Samples aus aller Welt werden sorgfältig mit Jazz- und Blues-Elementen versetzt. Die einzigartige Soundkulisse bietet Bronson den richtigen Spielplatz für seine over-the-top Lyrics und den wahnwitzigen Vergleichen. Und genau hier sammelt er eine Menge Pluspunkte: Statt an der außergewöhnlich vielseitigen und geschmeidigen Produktion seines Albums zugrunde zu gehen, weil er etwa flowtechnisch Schritt halten möchte, bringt Bronson genügend musikalisches Verständnis mit, um mit den Instrumentals angemessen umzugehen. Etwa zur Hälfte des Albums zeigt A Light in the Addict, wie sehr es Action Bronson seinem eigenen Album gönnt, zum Gesamtkunstwerk zu werden, indem er das sechsminütige Party Supplies-Meisterwerk mit nur einer Verse verziert und sonst ziehen lässt wie einen guten schwarzen Tee.

Im Anschluss daran kann sich jeder Rapper anhören, wie ein Radio-Hit gebastelt wird, ohne den roten Faden des Projektes zu verlieren. Das von Mark Ronson produzierte Baby Blue ist astrein – witzig, flippig, einfach perfekt umgesetzt. Nach nur 13 Songs ist Feierabend für den bärtigen Albaner aus Flushing, Queens. Mit Easy Rider setzt Bronson nochmal ein Ausrufezeichen hinter seine tadellose Herangehensweise an ein Album, das die Mixtape-Fans ohne Wenn und Aber belohnt.

Wer seine Kollaboratoren nicht blind wählt, zum Debütalbum die Ruhe bewahrt und sich auf das besinnt, was er schon immer gut konnte, kann nichts falsch machen. Dazu kommen noch abenteuerliche Samples aus der Türkei und Afrika, und etwas leckeres Essen im Studio – schon steht das Rezept für ein rundes Debütalbum. Anstatt auf Pop-Appeal abzuzielen und an "mainstreamigen" Themen zu verzweifeln, bleibt Bronson lieber der ignorante, wundervolle Weltretter. "Not exactly flawless, but gorgeous – just like a horse."

Foto: Action Bronson/Instagram

Aria Nejati

Autoreninfo

Aria Nejati ist seit 2013 Teil des Hiphop.de-Teams. Neben seinen Artikeln und Reviews interviewte er schon US-Rapstars von 50 Cent über Action Bronson bis hin zu ScHoolboy Q.

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Oberkörperfreies Selfie zeigt Action Bronson 70 Kilo leichter

Oberkörperfreies Selfie zeigt Action Bronson 70 Kilo leichter

Von Renée Diehl am 24.07.2021 - 14:13

Der US-amerikanische Rapper und Kochshow-Host Action Bronson befindet sich aktuell auf seiner ganz persönlichen "Weightloss Journey". Auf Instagram teilt er die klar sichtbaren Erfolge, die er bislang verzeichnen kann, mit seinen Fans. Auf einem oberkörperfreien Selfie zeigt er sich rund 70 Kilogramm leichter.

Action Bronson mit einem Meilenstein im Abnehmen 

Zu seinen schwersten Zeiten hatte der Rapper über 180 Kilo gewogen – ein Gewicht, mit dem er irgendwann nicht mehr leben wollte. Durch eine gezielte Diät und einen Gym-Plan, den er seit des ersten Covid-19 Lockdowns in den USA durchzieht, hat er nun rund 70 Kilo abgespeckt und feiert dies mit seinem oberkörperfreien Selfie-Post auf Instagram, auf dem er stolz seine Muskeln spielen lässt. Dafür bekommt Action Bronson (diesen Artist auf Apple Music streamen) jede Menge Unterstützung seiner Rapper-Kollegen: Fat Joe gratuliert zum Gewichtsverlust, genauso wie Joey Bada$$, der mit der herzlichen Message "You look beautiful" kommentiert.

Action Bronson macht es für seine Kinder

In einem Interview mit dem Fitnessmagazin Men’s Health erklärt der Rapper übrigens den Grund seiner plötzlichen Motivation zum Abnehmen – und das, obwohl er laut eigener Angaben schon immer "schwer" war. Er sagt:

"Diese Reise hat vor langer Zeit begonnen. Ich wurde schwer geboren. Ich war ein schweres Kind. Dieser Wandel war längst überfällig."

Die Erklärung für seine Entscheidung folgt prompt. So sei der Grund hierfür die Geburt seines Sohnes im Jahr 2019 gewesen:

"Du willst immer für deine Familie da sein. Es wäre nicht passiert, wenn ich diese Entscheidung nicht selbst getroffen hätte. Weißt du, es braucht einiges an Selbstreflektiertheit und etwas Scheiße, damit dich etwas wirklich stört. Etwas, das wirklich unter die Haut geht, um diese Veränderung zu bewirken. Das ist mir passiert."

Und für diese Veränderung musste er nicht zu knapp schuften: Jeden Morgen steht der Rapper um 4 Uhr auf und trinkt einen Proteinshake, bevor er zum Boxen und für seine HIIT Workouts ins Gym fährt. Nachdem der erste Schritt getan war, sei ihm das allerdings leicht gefallen. Er sagt, er sei sehr zufrieden und schaue nicht mehr zurück. 


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