Pädagogisch wertlos - Rapper auf Drogen

Ein BSH-Interview 2014 lief bekanntermaßen anders als geplant. Nach wenigen Minuten musste Serk sich allein Toxiks Fragen stellen – Bass Sultan Hengzt wurde von einem Joint ausgeknockt. So ist das, wenn man nicht kifft, aber dann mal eine Ausnahme macht. Kommt in den besten Familien vor. Von Drogen kann man halten was man will. Feststeht, sie können Spaß machen aber auch geradewegs in die Hölle führen. Man spielt immer mit dem Feuer. Die Redaktion nahm's mit Humor und stellte fest: Hengzt ist nicht der erste Rapper, der vor der Kamera nicht ganz nüchtern auftauchte. Ein paar dieser Geschichten haben wir für euch zusammengetragen. Mit dabei: Sido, Lil Wayne, DMX, ODB, Eminem, Kool Savas, Mac Miller und 2Pac. Die ironische Überschrift haben wir übrigens von einem Songtitel gebitet. Wer das Album errät, hat gewonnen.

Bass Sultan Hengzt

Noch bevor Toxik so richtig mit den Fragen anfangen konnte, musste Bass Sultan Hengzt das Interview abbrechen. Dem, zu Beginn des Interviews angezündeten, Joint sei Dank. Zum Glück konnte Serk das Interview souverän zu Ende führen.

Nachfolgend treffen wir noch auf Sido, Lil Wayne, DMX und viele mehr...

DMX

Offensichtlich stark alkoholisiert und unter Drogeneinfluss bekommt DMX es nicht wirklich hin, dem Interview zu folgen und die Fragen halbwegs ernst zu beantworten. Auch seine Artikulation scheint in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein.

So harmlos wie bei Hengzt, war das Ganze nicht. Das Video entstand kurz bevor er wegen zahlreicher Drogendelikte und Diebstähle ins Gefängnis wanderte. Ohne sein offensichtliches Suchtproblem, sähe DMX-Karriere heute wohl anders aus.

Lil Wayne

Dasselbe gilt für Lil Wayne, der es in den vergangenen Jahren ebenfalls übertrieb. Zum Glück hat er in diesem Interview eine riesige Sonnenbrille auf. Denn sonst könnte man ihm nicht nur anhören, sondern auch ansehen, in welchem Zustand er sich befindet.

Ein sinnvoller Dialog ist da nicht wirklich drin. Das erkennt auch der Moderator und kann selbst nur noch darüber lachen.

Insgesamt hat Lil Wayne hier einen kurzen Auftritt hingelegt, der definitiv in Erinnerung bleiben wird.

Sido

Auch Alkohol kann seine Folgen haben: Im Interview mit Visa Vie kann sich Sido noch gerade so zusammenreißen und ein halbwegs nachvollziehbares Gespräch führen.

Wenigstens ist er sich dessen bewusst und nimmt das Ganze mit Humor.

Harmloser als bei den US-Kollegen ist das allemal. Wer war nicht schon mal betrunken?

Der namenlose Newcomer

Hier etwas für die Newcomer unter euch: Ein gutes Beispiel, wie ihr es nicht machen solltet.

Wenn man sich zuhause während der ersten Aufnahmen schon so zudröhnt, dass man vom Stuhl fällt, wird das nichts mit dem professionellen Interview.

Anscheinend ist dem Typ im Video nichts schlimmes passiert, am Ende steht er wieder auf. Gerade nochmal schief gegangen.

Roscoe

Kurrupts Bruder wird es an dem Tag wohl zu keinem Interview mehr geschafft haben.

Diese Dröhnung hatte definitiv kein Happy End für ihn.

Nach einem Zug fällt er ohnmächtig vom Sofa und bewegt sich nicht mehr. Wie die ganze Aktion geendet hat, kann man dem Video leider nicht entnehmen. Hoffentlich nicht allzu übel.

Fazit: Lustig ist DAS mit Sicherheit nicht mehr, weder für ihn noch für die Beteiligten.

Soulja Boy

Soulja Boy tut es den Großen nach und kann die Finger nicht von den Drogen lassen.

So war es wohl auch vor diesem Radiointerview.

Nach einem unverständlichen Gestammel, dem man kaum folgen kann, wird Soulja spontan zum Alleinunterhalter und dreht ziemlich am Rad.

Die Radiomoderatorin findet das Ganze wohl genauso belustigend wie wir.

Ol' Dirty Bastard

Bei Ol' Dirty Bastard gehörten die Drogen immer dazu. Das Video ist ein Beispiel dafür, wie er kurz vor der Unzurechnungsfähigkeit immer noch Musik machen konnte.

Jahrelang wurde er nicht zuletzt dafür gefeiert, wie fertig er immer war. Bis er mutmaßlich an einer Überdosis starb.

Jemanden dafür zu feiern, dass er sich selbst zugrunde richtet, kann keine gute Tat sein. Es ist nicht alles lustig, was lustig ist.

Eminem

Eminem erzählt euch in diesem Interview sein Märchen von der Hiphop-Hexe, die ihn entführte und dann unter Drogen setzte.

Als krönenden Abschluss soll sie ihm noch ihren Finger in den Po gesteckt haben... wow!

Was wir daraus lernen, sagt er selbst am Ende: "Don't fuck with the witch, man!".

BTW ist Eminem ein weiteres Beispiel dafür, wie Rapper jahrelang Drogenkonsum zelebrieren, bis sie daran fast verrecken. Wenn es mal so leicht wäre, nicht zu übertreiben. Eigentlich war das ja immer ganz lustig, mit dem druppen Slim Shady.

2Pac

Hier seht ihr keinen Drogenabsturz, sondern einen sehr gut gelaunten 2Pac, der mit dem jungen Notorious B.I.G. freestylet. Aus einer Zeit, als US-Rapper noch keine Mollys und Sirurp-Mischen in die Frühstückschüssel kippten, sondern vergleichsweise harmlos Blunts rauchten.

Mit den Worten „I’m scared to do some freestyle / I’m too high, I might go out of tempo” beginnt 2Pac seinen Verse, doch zieht ihn souverän durch.

Auch Biggie steigt gegen Ende des Videos noch in den Freestyle ein.

Kool Savas

Absolut kein Drogenrapper, aber eben auch ab und an mal betrunken: der King of Rap. Kool Savas lässt in diesem alten Interview im Tourbus sein damaliges Album und seine Tour Revue passieren.

Dabei schweift er des Öfteren leicht vom Thema ab und ist in Plauderlaune.

Das Reden fällt ihm zwar an manchen Stellen ein wenig schwer, jedoch ist dabei ein sehr unterhaltsames Video herausgekommen. Danke dafür. Selbst der King ist manchmal blau. Wie beruhigend.

Mac Miller

Mac Miller ist ja bekannt für seinen exzessiven Drogenkonsum.

Hier seht ihr ein Interview von ihm in jungen Jahren, bei dem er eindeutig vorher in den Genuss von Cannabis gekommen ist...

Vielleicht erklärt das, wieso er bis heute so gutgelaunt in Interviews auftritt:

Gucci Mane

Zum Schluss seht ihr noch ein Video von Gucci Mane, in dem er sich nach einem „Smoke-A-Thon“ kaum noch zusammenreißen kann.

Der Gucci Mann gehört sicherlich nicht zu den Rappern, die als Vorbild taugen. Hat aber auch niemand gesagt, dass Rapper immer Vorbilder sein müssen. Sie dürfen gerne sie selbst sein und wer es feiert, feiert's. Nachmachen ist wieder eine andere Geschichte.

Eine kurze Umfrage zum Schluss

Wir würden uns riesig freuen, wenn du uns ein paar Fragen beantworten könntest. Die Umfrage kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden und all deine Angaben werden uns anonym übertragen.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

zur überschrift
herzog - eine drogenlose frechheit

Gott sei Junk !!

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Von Michael Rubach am 03.09.2021 - 16:20

Käse, Wurst, Toastbrot: Diese Kombo hat sich bei Kool Savas eingebrannt. Nicht, weil er ein besonders heftiges Sandwich in Erinnerung hat. Er verbindet damit eine Lektion fürs Leben. In seinem frisch veröffentlichten Buch "King of Rap: Die 24 Gesetze" ist immer wieder von dieser Toastbrot-Story die Rede. Es ist eine Geschichte, die Kool Savas gelehrt hat, sich von der Straße, Gangs und Unterdrückertum fernzuhalten.

Kool Savas gewinnt Battle – und wird unterdrückt

Anfang der Neunziger in Kreuzberg: Der Junge, der später als Kool Savas (jetzt auf Apple Music streamen) berühmt werden sollte, tritt zum Battle an. Doch es geht nicht um Punchlines, sondern um Ladendiebstahl. Wer mehr Kram aus dem örtlichen Supermarkt mitgehen lässt, entscheidet das Duell für sich. Savas gewinnt. Er baut aus seiner Beute ein Sandwich, um den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes zu genießen. Anstelle eines guten Gefühls erfährt er jedoch Bevormundung. Der damalige Anführer in Savas' Umfeld hat seine eigene Sichtweise. Er erinnert den Battle-Gewinner daran, wer das sagen hat. Das bleibt haften:

"Dieses Gefühl, wie ein Hund behandelt zu werden, dem man sagt, was er zu essen hat und was nicht, vergesse ich nie."

Dieser Augenblick ist ein Bruch im Leben des Savaş Yurderi. Hier beschließt er, sich von solchen Strukturen zu entkoppeln. In seinem Buch nennt er das die "Befreiung von den nervtötenden Regeln der Straße." An dieser Stelle in seinem Leben legt sich ein Schalter um.

"An diesen Moment, als ich begriff, dass ich mir nie wieder etwas sagen lassen sollte von vermeintlich Stärkeren. Von Leuten, die angeblich über mir stehen. Oder die sich aus komplett irrelevanten Gründen wie physischer Überlegenheit dazu berufen fühlen, den Chef zu spielen."

Rückblickend hat Savas diese Episode aus seiner Jugend "komplett gegen die Verlockungen eines sogenannten Rückens immun gemacht." Die Lehren, die er daraus gezogen hat, will er nun weitergeben.

(Über seine persönliche Erfolgsformel wird Kool Savas demnächst auch in einem neuen Interview-Format auf Hiphop.de sprechen.)

Kool Savas: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an"

Kool Savas gibt in seinem Buch Ratschläge, um nicht in den Strudel aus Unterdrückung und Machtspielchen hineingezogen zu werden. Es gelte, das eigene Umfeld zu prüfen. Wer tut einem gut, wer ist toxisch? Er wolle selbst nicht mit "denen sein, die andere unterdrücken." Diese Struktur habe Savas früher eingeengt. Durch die Hierarchien der Straße fühlt er sich in seiner Jugend regelrecht gehandicapt.

"Ich bin so aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem mich vieles eingeschüchtert hat, in dem ich mich oft zurückgenommen habe. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich das gebremst und gestresst hat."

Ein weiterer Leitsatz von SAV lautet: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an." Ein schwacher Moment könne reichen, um sich in eine nicht enden wollende Abhängigkeit zu begeben. Plötzliches Entgegenkommen und Unterstützung hätten immer ihren Preis. Hinter kleinen Gefälligkeiten stehe zumeist das Streben nach Geld und Macht. Die Wurzel allen Unterdrückerverhaltens.

Nicht ohne Stolz beschreibt Kool Savas seine Freude darüber, sich aus all dem rausgehalten zu haben. Er sei niemanden etwas schuldig. Achtung, Liebe und Respekt erfahre er nicht, weil sich Menschen vor ihm oder Personen im Hintergrund fürchten würden. Er ist aus dem musikalischen Wettstreit als Rapstar hervorgegangen. Aus der permanenten Competition, die aus seiner Sicht "ohne Unterdrückung und Mobbing stattfinden sollte. Ohne Gewalt."

Wer ist man eigentlich? Was will man im Leben erreichen? Diese Fragen hat Kool Savas für sich beantworten können. Eine der grundlegendsten Erkenntnisse setzte nach dem Diebstahl eines Toastbrots ein.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!