Nach den erneuten Berichten, dass Deso Dogg bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben gekommen sei, tauchten Zweifel an der Aussagekraft des Videos auf. Die Szenen, die neben Tweets als Beweis für den Tod Deso Doggs, bürgerlich Denis Cuspert, herangezogen wurden, stammen aus einer Propagandameldung, die mit denselben Bildern sein Überleben kommunizierten.

Man sieht in dem Video einen verletzten Denis Cuspert, der offenbar nicht bei Bewusstsein ist. In dem neuen Video, werden die Bilder mit Screenshots von Tweets gemischt, in denen angeblich Islamisten vom Tod des ehemaligen Rappers sprechen. Die Tweets stammen vom 19.11.

Die Videoausschnitte stammen offenbar aus einem Propagandavideo, das mindestens bereits am 17.11. verbreitet worden war. Die Gruppe, die dieses Video verbreitete, behauptet darin, Denis Cuspert hätte den Luftangriff überlebt.

Bereits im September hatte es Berichte über eine Verletzung Denis Cusperts durch einen Luftangriff gegeben. Von diesem Angriff könnten die Aufnahmen stammen. Ob der Berliner den Angriff überlebte oder an seinen Folgen starb, lässt sich anhand des Videos und aufgrund der widersprüchlichen Meldungen nicht klären.

Auch bei Wikipedia war zwischendurch zu lesen, dass Denis Cuspert gestorben sei; der Artikel wurde allerdings wieder editiert und das Todesdatum gelöscht. 

Cuspert hatte sich 2012 nach Ägypten abgesetzt und dem radikalen Islam zugewandt. Später kämpfte er in Syrien.

Die Geschichte Deso Doggs kann wohl als exemplarisches Beispiel für die gefährliche Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland gelten. 

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Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Von Michael Rubach am 04.05.2020 - 16:02

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ist heute ein Prozess gegen die Witwe von Denis Cuspert alias Deso Dogg angelaufen. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani trat der frühere Berliner Rapper immer wieder in Propaganda-Videos als Kämpfer für den Islamischen Staat in Erscheinung. Seiner Ehefrau wird nun unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Deso Doggs Witwe bestreitet IS-Mitgliedschaft

Die 35-jährige Angeklagte soll 2015 ihrem damaligen Mann nach Syrien gefolgt sein. Ihre drei kleinen Kinder habe sie ebenfalls in das umkämpfte Land gebracht. Vor Ort habe sie sich dann der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen. Ihre Kinder seien nach IS-Ideologie erzogen worden. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes habe sie dort schließlich Denis Cuspert geheiratet, der Medienberichten zufolge 2018 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist.

Der Aufenthalt in Syrien habe laut Anklage die "körperliche und psychische Entwicklung" der Kinder gefährdet. Auch wird der Beschuldigten zur Last gelegt, eine Kalaschnikow besessen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht hier eine "Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht" sowie einen "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz."

Ferner prüft das Gericht, ob die Angeklagte versucht hat, per E-Mail weitere Frauen für den IS anzuwerben. Damit nicht genug: Die beschuldigte Deutsch-Tunesierin soll eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben. Der Anwalt der Angeklagten bestreitet dieses Verbrechen. Er betont, dass das betreffende Mädchen "ein Gast wieder jeder andere" gewesen sei. So berichtet es der NDR.

Der Anwalt lässt darüber hinaus verlauten, dass sich seine Mandantin lediglich um die Kinder gekümmert habe und dies die Pflicht einer Mutter sei. Dadurch werde sie nicht automatisch zu einer Terroristin.

Im September 2019 wurde die Frau verhaftet. Vorher lebte sie laut NDR drei Jahre "unauffällig" in einem Hamburger Stadtteil. 2016 hatte sie Syrien wieder den Rücken gekehrt.


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