ZDF-Intendant Norbert Himmler verteidigt Ausladung von Danger Dan

Nachdem sich schon die Moderatoren von "Die Anstalt" ausführlich zu der Ausladung von Danger Dan und Igor Levit geäußert hatten, meldet sich nun auch der ZDF-Intendant Norbert Himmler zu Wort. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung reflektiert er dabei die Entscheidung, die Musiker auszuladen. Im Zuge dessen gesteht er sich zwar einen Fehler ein, verteidigt die Absage darüber hinaus aber aufs Vollste.

Danger Dan & Igor Levit von "Die Anstalt" ausgeladen: ZDF-Intendant Norbert Himmer räumt Fehler ein

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung räumt Norbert Himmler ein, dass man sich die Kurzfristigkeit der Ausladung von Danger Dan und Igor Levit vorwerfen lassen müsse:

"Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung."

Nichtsdestotrotz steht Norbert Himmler weiterhin hinter der Entscheidung, Danger Dan und Igor Levit den Song "Keine Angst" nicht bei "Die Anstalt" performen zu lassen. Seiner Ansicht nach hätte man es "unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in 'freundliche Grüße' an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet.

Zudem widerspricht er Danger Dans Darstellung der Umstände teilweise. Der hatte in seinem Statement bei Instagram angegeben, dass der "hauseigene Justiziar grünes Licht" gegeben hätte. Laut Norbert Himmer habe der Justiziar allerdings frühzeitig und eindeutig davor gewarnt, "Keine Angst" ununterbrochen und unwidersprochen auf der Bühne zu inszenieren. 

Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht Norbert Himmler auch auf die Vorwürfe ein, man sei gegenüber der Rechten eingeknickt und habe die Musiker deshalb ausgeladen. Er betont dabei die Unabhängigkeit der Entscheidung und gibt an, dass politische Kräfte "keinen Einfluss" gehabt hätten.

Statt "Die Anstalt": Danger Dan & Igor Levit planen Ersatzveranstaltung in Berlin

Danger Dan hatte in seinem ersten Statement bei Instagram von einem "skandalösen" Eingriff in die Kunst- und Meinungsfreiheit gesprochen. Heute Abend, dem 21. Juli, plant er gemeinsam mit Igor Levit eine Ersatzveranstaltung in Berlin. Die beiden wollen "Keine Angst" im Berliner Columbia Theater performen. Der Gewinn aus dem Ticketverkauf soll an den Verein "Opferperspektive" gehen, der sich selbst als "die zentrale Anlaufstelle in Brandenburg für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt" bezeichnet.

Wie eingangs erwähnt, sehen die Moderatoren von "Die Anstalt" die Ausladung von Danger Dan ebenfalls kritisch. In der jüngsten Ausgabe der Sendung - bei der eigentlich die Performance von "Keine Angst" geplant war - geben sie an, "die Einschätzung des ZDF" nicht zu teilen. Mehr dazu hier:

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