Im Zuge der Veröffentlichung der sogenannten "Epstein Files", die Ermittlungsdokumente zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, werden aktuell immer wieder Stimmen laut, die fordern, dass sich bei Leuten entschuldigt wird, die in der Vergangenheit als Verschwörungstheoretiker abgestempelt wurden. Dabei fällt oft der Name Xavier Naidoo.
So hatte unter anderem Marcus Staiger im "Komm:on"-Podcast angegeben, dass dem Söhne Mannheims-Sänger sowie Rapper B-Lash "sehr viel Unrecht getan" worden sei und eine Entschuldigung ihnen gegenüber angebracht wäre. Xavier Naidoo äußert sich jetzt bezüglich ebensolcher Entschuldigungen und weist eine angebliche Notwendigkeit zurück. Andere wiederum hinterfragen, warum neue Erkenntnisse im Fall Epstein plötzlich zu einer Läuterung Naidoos führen.
Xavier Naidoo: "Bei mir muss sich niemand entschuldigen"
Wohl weil Personen wie Marcus Staiger, der sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch gegenüber Xavier Naidoo geäußert hatte, jetzt auf Entschuldigungen für ihn pochen, meldet sich Xavier Naidoo über TikTok selbst zu Wort. Dass man ihm gegenüber um Verzeihung bitten müsse, verneint der 54-Jährige. Viel eher müsse sich die gesamte Gesellschaft seiner Meinung nach entschuldigen:
"Ich wollte euch nur kurz sagen, dass sich bei mir überhaupt niemand entschuldigen muss. Sondern wir alle müssen uns bei den Kindern entschuldigen. Und wir müssen alles daransetzen, die Kinder, die noch in den Klauen dieser Monster sind, zu befreien. Und das ist alles."
Der Clip ist inzwischen von Xavier Naidoos TikTok-Account gelöscht worden, im Netz findet man jedoch zahlreiche Reuploads.
Staiger hatte im "Komm:on"-Podcast die Frage, ob man sich bei Xavier Naidoo entschuldigen müsse, bejaht. Zumindest in Teilen. Der Sänger und auch B-Lash würden seit Jahren Themen an den Tisch bringen, die als "Psychosen" abgetan wurden. Rein mit Blick darauf sei eine Entschuldigung angebracht, so Staiger. Ähnliches hatte beispielsweise auch Manuellsen in seiner Instagram-Story gefordert.
Über den zuletzt veröffentlichten Teil der "Epstein Files" waren Informationen hinlänglich des organisierten Menschenhandel und Kindesmissbrauch durch den Investmentbanker an die Öffentlichkeit geraten, deren Ausmaß sogar noch weiter reicht, als bislang angenommen.
Muss man sich bei Xavier Naidoo entschuldigen?
Die aktuelle Welle an Zuspruch für Xavier Naidoo wird jedoch nicht nur positiv gesehen, sondern zieht auch viel Kritik nach sich. So hat beispielsweise die Berliner Journalistin Salwa Houmsi bereits vor gut zwei Wochen in ihrem Podcast "House of Houmsi" zahlreiche Aktionen von Xavier Naidoo aus den vergangenen Jahren aufgearbeitet. Unter anderem dessen Zusammenarbeit mit dem Sänger der rechten Hooliganband Kategorie C, Hannes Ostendorf, "Deutschland krämpelt die Ärmel hoch".
Abseits seiner Warnungen, dass Kinder von einer reichen Elite entführt würden, damit ihr Blut als Verjüngungselixier diene, habe immerhin Xavier Naidoo zahlreiche weitere Aussagen getätigt, die weiterhin mehr als kritisch zu betrachten sind. Unter anderem erklärte er 2020 "sowieso" mit dem Nazi-Rapper Chris Ares in Kontakt zu stehen und Sympathien für ihn zu hegen. Im Juni 2024 klagte ihn die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Volksverhetzung an, weil er 2021 angeblich antisemitische und den Holocaust leugnende Inhalte über einen Telegramm-Kanal geteilt haben soll. Im Juli 2025 bestätigte das Landgericht Mannheim, dass weiterhin zwei Verfahren gegen den Sänger anhängig seien.
Den ganze Podcast von Salwa Houmsi könnt ihr euch hier anschauen:
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