Geplanter Festival-Auftritt von Kanye West sorgt für Kontroverse in England

Kanye West befindet sich nach dem Release seines neuen Albums "Bully" im Konzert-Modus. Ye hat vergangene Woche mehrere restlos ausverkaufte Shows im SoFi Stadium in Los Angeles gegeben. In wenigen Monaten veranstaltet der Rapper auch einige Konzerte in Europa. Aufgrund Kanyes antisemitischer Aussagen in den letzten Jahren sorgt sein geplanter dreitägiger Headline-Act auf dem Wireless Festival in London jetzt für eine landesweite Debatte: Selbst der britische Premierminister Keir Starmer und der Bürgermeister von London haben sich bereits dazu geäußert.

England: Kanye West-Auftritt wird zum Politikum

Gegenüber The Sun hat Starmer seine Gedanken zu Kanye Wests Headliner-Spot auf dem Wireless Festival geteilt. Der Premierminister halte es für "äußerst besorgniserregend", dass jemand wie Ye trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und Sympathien für das Nazi-Regime der Main Act eines Festivals sein könne. Antisemitismus sei "in jeder Form abscheulich" und jeder Bürger habe die Verantwortung, dass Großbritannien ein Ort wird, an dem sich "jüdische Menschen sicher fühlen". Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat schon vergangene Woche über einen Sprecher erklärt, dass Kanye Wests Auftritt auf dem Festival "nicht die Werte von London" darstelle. Die britische Hauptstadt hätte jedoch keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Wireless Festivals.

Die Äußerungen von Starmer und Khan haben mittlerweile auch das Wireless Festival direkt beeinflusst. Am vergangenen Wochenende haben die beiden Getränkeunternehmen PepsiCo und Diageo angekündigt, sich als Sponsoren vom Wireless Festival zurückzuziehen. Außerdem fordert die britische Wohltätigkeitsorganisation Campaign against Antisemitism in einem Statement auf Twitter, dass die britische Regierung Kanye West keine Einreisegenehmigung erteilt, falls das Wireless Festival den Rapper nicht selbst aus dem Line-Up streicht:

"Die Regierung kann jedem die Einreise ins Vereinigte Königreich verweigern, der kein Staatsbürger ist und dessen Anwesenheit 'dem öffentlichen Wohl nicht dienlich wäre'. Das hier ist ein klarer Fall [...] Wenn die Festivalleitung darauf besteht, Kanye West als Headliner zu engagieren, kann nur die Regierung sie daran hindern."

Live Nation, der Veranstalter des Wireless Festivals, hat sich bislang nicht zu der Situation geäußert. In anderen Ländern wie Tschechien und den Niederlanden hat es in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls Diskussionen wegen Kanye West-Konzerten gegeben.

Im Januar 2026 hat Kanye West in einem langen Statement im Wall Street Journal die Öffentlichkeit um Verzeihung für seine antisemitischen Aussagen in der Vergangenheit gebeten. Seine bipolare Störung habe dabei eine große Rolle gespielt. Ye sei "kein Nazi und kein Antisemit" und würde jüdische Menschen "lieben".

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