Vor 20 Jahren noch undenkbar: Wie Deutschrap es jetzt ins Museum schafft

Das Stadtmuseum in Stuttgart kann ein neues Highlight verzeichnen: Wie die Stuttgarter Zeitung vor Kurzem berichtete, wurde das Original-Textbuch der Massiven Töne jetzt an das Museum übergeben. 

Das Textbuch stammt von Massive Töne-Mastermind Wasi, der darin unter anderem alle Texte aus der Kopfnicker-Zeit festhielt – definitiv ein Stück Hiphop-Geschichte, das den Fans in der öffentlichen Ausstellung jetzt zugänglich gemacht wird.

Ganze 182 Seiten umfasst Wasis Werk: Darin enthalten sind laut der Stuttgarter Zeitung "all seine Texte aus der Zeit von 1995 bis 1998, alle Strophen vom Kopfnicker-Album, zahlreiche Texte vom Folgealbum Überfall und dazu alle Features aus der Zeit mit Freundeskreis und der Kolchose". 

Die Aufnahme des Buches ins Museum zeigt definitiv die Relevanz, die Deutschrap in den letzten 20 Jahren gewinnen konnte und verleiht Wasis Texten den Stellenwert zeitgenössischer Dichtkunst. Zudem gibt das Buch der Stuttgarter Hiphop-Bewegung der 90er Jahre ein Gesicht.

Wasi selbst erklärt, das Buch sei ein "Zugang zu den unterschiedlichen Bedeutungsebenen dieser speziellen Geometrie von Raptexten" und auch der Gründungsdirektor des Museums, Torben Giese, sieht die Besonderheiten:

"Hiphop ist für das Stadtmuseum ein ganz besonderes Thema. Wir wollen sicherlich auch der Frage nachgehen, wieso ausgerechnet Stuttgart ein solch fruchtbarer Nährboden für die Hiphop-Kultur wurde. Als Ausstellungsstück bildet das Textbuch ein tragendes Element zur Vermittlung suburbaner Kulturgeschichte Stuttgarts."

Massive-Töne-Textbuch im Stadtmuseum: Stuttgarter Hip-Hop ist reif fürs Museum

Das Textbuch von Massive-Töne-Mastermind Wasilios Ntuanoglu, das all seine Texte aus der Kopfnicker-Ära beinhaltet, gehört nun dem Stadtmuseum Stuttgart. Als Zeugnis der Hip-Hop-Geschichte dieser Stadt wird es Teil der ständigen Sammlung. Stuttgart - Wer hätte es vor 20 Jahren für möglich gehalten, dass Rap aus Stuttgart einmal ein Fall fürs Museum sein könnte.

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Kolchose (Max Herre, Afrob, Ju) trifft auf Puff Daddy – Böse Jungs [Audio]

Kolchose (Max Herre, Afrob, Ju) trifft auf Puff Daddy – Böse Jungs [Audio]

Von Robin Schmidt am 30.01.2020 - 17:54

In den letzten Jahren öffneten sich die Türen für Kollabos zwischen US-Rappern und deutschen Artists immer weiter: Farid Bang war mit The Game im Studio, Fler holte sich Rick Ross auf seine Platte und UFO361 angelte sich nicht nur Gunna, sondern kürzlich auch Future. Anfang der 2000er-Jahre konnten deutsche Rapper von Features aus Übersee zumeist nur träumen. Am 19. März 2000 passierte in Stuttgart aber wohl eine der interessantesten Anekdoten zu dieser Thematik: Diddy, damals noch Puff Daddy, nahm einen gemeinsamen Track mit Teilen der Kolchose auf! 

Nachdem er im Rahmen seiner Europatour einen Gig in Stuttgart gespielt hatte, ging Diddy mit seiner Bad Boy-Entourage sowie Max Herre, Afrob, Ju von den Massiven Tönen und DJ Thomilla ins Studio. Dabei sprang der Song "Böse Jungs" raus, der bis vor Kurzem aus diversen Gründen unveröffentlicht war. DJ Thomilla hat diese Rarität nun aber aus seinem Archiv hervorgeholt und zur Verfügung gestellt. 

In knapp sechs Minuten rappen die Herren in folgender Reihenfolge auf dem Beat: Max Herre – Diddy – Ju – Lil Cease – Briz Steezy – Scorpio – Afrob. Hier kannst du dir den Track anhören: 

KTV Exclusive: Kolchose Meets Bad Boy - Böse Jungs by kesseltv

Exclusive for KTV hat DJ und Producer Thomilla seine Benztown-Studios-Schatztruhe geöffnet, einen 20 Jahre alten Tune ausgepackt und uns zur Verfügung gestellt: Kolchose meets Bad Boy - Böse Jungs! Never offiziell released (Thomilla selbst hat davon 20 Whites gepresst) und jetzt hier erstmals im Stream und in diesem Internet.

Letztes Jahr hat Afrob bereits in unserem Format "Zeitreise" bei Toxik von den Aufnahmen erzählt. Ab Minute 50 geht es um die – zur damaligen Zeit – außergewöhnliche Kollabo: 

 

Flucht, Hits, Absturz: Afrobs unglaubliche Rap-Karriere - Zeitreise powered by Kia ProCeed

https://instagram.com/afrobofficial https://instagram.com/toxikkargol BEATS Abija - https://instagram.com/abija.music/ Toxik hat sich erneut auf eine Zeitreise begeben. Nachdem in der Auftaktepisode Prinz Pi prägende Orte seines Künstlerdaseins besucht hat, geht die Fahrt weiter. Afrob gibt sich die Ehre und blickt anekdotenreich auf seine überaus vielschichtige Karriere zurück.


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