Was MoTrip zum möglichen Misserfolg von "Mohamed Ali" sagt – und wie es so weit kommen konnte

Platz 27 in den Midweekcharts: Sein Comeback hat MoTrip sich wohl anders vorgestellt. Am vergangenen Freitag veröffentlichte er mit Ali As das Kollaboalbum "Mohamed Ali". Dies läuft Gefahr, zum Flop zu werden. Dazu äußerte MoTrip sich nun via Facebook.

"Die Chartplatzierung macht das Album für mich persönlich weder besser noch schlechter"

In dem Statement betont er, dass die Platzierung für ihn seine Meinung zu dem Album nicht beeinflusse – eine gesunde Einstellung, schließlich sagen die Charts nicht zwangsläufig etwas über die Qualität von Musik aus. Dennoch würde MoTrip sich über einen "ordentlichen Charteinstieg" freuen, weshalb er seine Fans zum Support aufruft:

MoTrip

Wir haben noch 2 Tage um einen ordentlichen Charteinstieg hinzulegen.. Die Chartplatzierung macht das Album für mich persönlich weder besser, noch schlechter.. Allerdings würde ich mich nach all der...

Immerhin könnten MoTrip und Ali As mit etwas Pech die Top 30 zu verpassen. Auf der anderen Seite wäre bei genügend Unterstützung noch die Top 20 drin. Die finalen Platzierungen kommen am morgigen Freitag online.

Bittere Quittung der Fans

Mit seinem Aufruf scheint MoTrip bei vielen Fans auf taube Ohren zu stoßen. Die quittierten seinen Post mit teils vernichtenden Kommentaren. Dabei überwiegt die Enttäuschung darüber, mit welcher Art von Musik MoTrip nach über dreieinhalb Jahren Pause seit seinem Soloalbum "Mama" auf die Bildfläche zurückkehrt:

"Wir haben auch auf dich gezählt. Und wurden enttäuscht. Mach nächstes Mal doch einfach wieder ein Soloalbum à la 'Embryo' und 'Mama'. Dann kannst du wieder auf zumindest mich zählen."

"Erwartungen, als ich von der Kollabo gehört habe: Kranke Punchlines & Reime, deepe, tiefgründige Tracks und einfach nur geilen Rap. Was man bekommt: 0815 Standardzeugs, was zurzeit jeder macht und in zwei Monaten keiner mehr kennt ... Sorry, manchmal ist es einfach besser, sich selbst treu zu bleiben und nicht jeden Scheiß mitzumachen.

"Warum springt jeder Rapper auf diesen Hypetrain auf? Deine vorigen Alben waren unverkennbar, dein Style, warum immer alles immitieren? Das Album hat leider keine gute Platzierung verdient."

Schon im Vorfeld war immer wieder in den Kommentaren zu den Singles zu lesen, dass aus der Kombination MoTrip und Ali As wesentlich mehr hätte entstehen können und der Style sich zu sehr am aktuellen Zeitgeist orientiere. Der starke Autotuneeinsatz wurde vor allem bei MoTrip kritisiert.

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Gibt es nur Hate?

Diese Frage ist eindeutig mit Nein zu beantworten. Vor allem bei YouTube sind sich die Leute unter den Videos einig, dass die beiden viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen würden. An Props wird nicht gespart:

"Die Brüder machen unglaublichen Sound, schade, dass viele nur den MoTrip von 2015 akzeptieren"

"Jammert alle mal rum, ich find's dope!"

"Einfach kranke Kombi die beiden"

"Kommt es euch auch nicht seltsam vor, dass die zwei Musiker einfach zu wenig Klicks haben? Sehr schade ..."

"Ist doch gut, was haben alle? Chillt doch"

"Junge, was seid ihr MoTrip-Fans so verklemmt?"

Auch Ali As reagierte auf die gestrige Neuigkeit der schlechten Trendchartplatzierung. Neben humorvollen Tweets und Memes über Platz 27 postete er zahlreiche Screenshots von Instagramnachrichten, in denen Fans positives Feedback zu "Mohamed Ali" geben und den bescheidenen Erfolg nicht nachvollziehen können.

Wie konnte es so weit kommen?

Hauptkritikpunkt seitens der Fans ist das Wesentliche, die Musik. Einerseits ist es verständlich, dass sich die Fans von einer so namhaften Kombination erhofft haben, dass sie sich mehr vom aktuellen Style der Deutschrapszene abhebt. Andererseits ist dem obigen Kommentar Recht zu geben: Die Supporter können nicht erwarten, dass MoTrip 2018 immer noch so klingt wie 2015. Davon abgesehen stand Ali As schon bei seinen letzten Soloalben für einen modernen, amerikanisch geprägten Sound und Rapstyle.

Jedoch dürfte der zu erwartende Misserfolg nicht nur an der in den Augen vieler Fans belanglosen Musik liegen. Schon die YouTubeklicks und Streamingzahlen der Singles waren nicht berauschend. MoTrip und Ali As verpassten es, einen Hype auszulösen. Etwas, was mit diesem Duo in jedem Fall möglich gewesen wäre.

Kurz vor Bekanntgabe des Kollaboalbums, das seit 2016 im Raum stand, posteten MoTrip und Ali As jeweils die Cover ihrer bisherigen Soloalben – das war's. Die Promophase gestaltete sich unspektakulär. Vor allem MoTrip scheint unterschätzt zu haben, wie sehr sich eine über drei Jahre lange Pause auf die Karriere im schnellebigen Musikbusiness auswirken kann. Drei Jahre, in dem sich das Deutschrapgame und seine Spielregeln extrem veränderten.

"Wir verlassen den Ring stärker denn je", kündigt MoTrip in seiner Stellungnahme an. Das ist auch nötig, unabhängig von der morgigen Chartplatzierung. Ali As und vor allem MoTrip müssen sich ihr Standing in der Deutschrapszene jetzt zurückerkämpfen. Am Potential der zwei dürfte niemand zweifeln. Auch nicht die hatenden Fans.

"Mohamed Ali" in den Augen der Fans: Bester Song, bestes Feature & eine Gesamtnote

In den aktuellen Trendcharts deutet sich an, dass MoTrip und Ali As dx mit ihrem Album "Mohamed Ali" nicht in die TOP 20 der Album-Charts schaffen werden. Da eine Chart-Platzierung aber nicht zwangsläufig etwas über die Qualität einer Platte aussagt, wollten wir Anfang der Woche wissen, was die Community vom Werk der beiden Lyriker hält.

Mohamed Ali

Mohamed Ali, an album by MoTrip, Ali As on Spotify

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