Warum Wu-Tangs ODB für einen Mord in die Schweiz fliegen wollte

 

Wohl kaum jemand ist derart mit der Welt des Wu-Tang Clans vertraut wie Eva Ries. Die Musikmanagerin hat die legendäre Gruppe mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitet und so einiges miterlebt. Im Business-Podcast "LRNINGS" spricht sie mit Hiphop.de Herausgeber Toxik diese Woche über ihre intensive Arbeit mit der New Yorker Rap-Formation. Dabei kommt auch heraus, wie der Clan so auf Konflikte reagiert.

ODB war bereit, für Eva Ries zu töten

Zu der Zeit von Eva Ries hatte der Wu-Tang Clan (jetzt auf Apple Music streamen) offenbar auch Einnahmequellen abseits der Musik. Trotz "definitiv genug Geld, um kriminelle Aktivitäten einzustellen", hat der Clan demnach weiter gehustlet. Die Member seien "keine Chorknaben" gewesen, so Eva Ries. "Natürlich haben die weiter irgendwelche Deals gemacht." Entsprechende FBI-Akten stehen im Netz. Im Zuge dessen würde sie nicht ausschließen, dass die Jungs Waffen vertickt haben. Von Waffengewalt hätte einst wohl auch der 2004 verstorbene Ol' Dirty Bastard Gebrauch gemacht, um da eine Sache für die deutsche Managerin zu regeln.

Ein Konzertveranstalter in der Schweiz kitzelte den Vergeltungsdrang in dem Wu-Tang-Member hervor. Eva Ries sei damals von dem Mann - "einem verrückten, nigerianischen Drogenhändler" - bedroht worden, nachdem sie mit diesem eigentlich ein ODB-Show eingetütet hatte. Doch eine möglicherweise verspätete Anreise des US-Rappers veranlasste den Veranstalter zu Drohungen. Ol' Dirty Bastard bekam Wind von der Sache und wollte auf seine Weise helfen:

"Was brauchst du? Waffen? Munition? Bulletproof West? Ich bring dir das alles."

Eva Ries lehnte ab. Ein weiteres nicht weniger wildes Angebot folgte prompt. So habe ODB in Aussicht gestellt, ins nächste Flugzeug zu steigen und den "Typen eigenhändig zu killen". Eva Ries bekräftigt, dass sie sowohl die Bedrohung durch den Veranstalter als auch ODBs Vorschlag ernst genommen habe. Bei RZAs Haus hätte der Clan zudem regelmäßig Schießübungen veranstaltet. In ihrem aktuellen Buch "Wu-Tang is forever: Im engsten Kreis der größten Band der Welt" gibt es viele weitere solcher Anekdoten.

Wer direkt mehr über RZAs Führungsstil erfahren will oder wissen möchte, wie man sich bei Nirvana Respekt verschaffte, sollte das Video-Interview auschecken:

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