Die Festnahme von Samra in Thailand hat vergangene Woche für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Bei dem Berliner Rapper sollen Betäubungsmittel der Kategorie 2 sichergestellt worden sein, was unter anderem Psychopharmaka wie Diazepam oder Vorläuferstoffe anderer Drogen bedeuten kann. Jetzt ist Samra wieder auf freiem Fuß und inzwischen wieder in Deutschland. Um mit den Gerüchten zu seiner Situation aufzuräumen, hat er sich dazu entschieden, in einem zwanzigminütigen Video auf dem eigenen YouTube-Kanal selbst über seine Festnahme in Thailand aufzuklären.
Samra über Festnahme in Thailand: "Das ist eine andere Welt"
So soll die Festnahme in Thailand laut Samra abgelaufen sein: Anders als einige Gerüchte behaupten, habe sich der Cataleya Edition-Chef nicht etwa "auf Keta in einem Nachtclub" aufgehalten, sondern auf dem Parkplatz eines 24-Stunden-Supermarktes in Phuket. Samra und seine Kollegen sollen dort "den ganzen Abend gechillt" haben. Sie hätten dort nichts Illegales gemacht, sondern lediglich "Kippen geraucht, Cornflakes gegessen, Kaffee getrunken und Fußball gespielt". Gegen vier Uhr morgens habe sich Samra dazu entschieden, wieder zu seiner Unterkunft zu fahren. Dort sei er dann in eine Polizeikontrolle geraten – keine ungewöhnliche Situation in der Inselhauptstadt, laut dem Rapper.
"Ich habe mir erstmal nichts gedacht, weil ich wurde da oft von der Polizei angehalten. Fahren ohne Helm, Fahren ohne internationalen Führerschein – [...] Egal was du da machst, die wollen immer von dir Geld. Und wenn du denen Geld gibst, lassen die dich in Ruhe."
Bei der Kontrolle, die schließlich zu seiner Festnahme führen sollte, sei das Ganze dann anders abgelaufen. Dieser Polizist habe kein Geld von Samra haben wollen und ihn stattdessen "von oben bis unten gefilzt". Bei der Durchsuchung habe der Gesetzeshüter in Samras Tasche Alprazolam gefunden. Das ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das zur akuten Behandlung von Angststörungen und Panikattacken eingesetzt wird. Samra habe das Alprazolam in Deutschland von seinem Arzt verschrieben bekommen und die Tabletten dementsprechend auch in Thailand dabei gehabt.
In dem südostasiatischen Staat wird das Benzodiazepin jedoch als verbotene Droge der Kategorie 2 eingestuft. Dazu zählen Substanzen wie unter anderem Codein, Fentanyl, Morphin, Ritalin und eben auch Alprazolam – Stoffe, die einen generellen medizinischen Nutzen haben, aber eben auch ein hohes Suchtpotenzial aufweisen. Die Produktion, der Import oder Export solcher Substanzen kann nach thailändischem Recht zu einer Strafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis und/oder einem Bußgeld von bis zu 1,5 Millionen Baht (circa 41.000 Euro) führen. Der Besitz für Eigennutzung kann hingegen bis zu fünf Jahre Haft und/oder eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht (knapp 2700 Euro) bedeuten. Wie wir schon in unserem ursprünglichen Artikel zu Samras Festnahme berichtet haben, muss man für verschreibungspflichtige Medikamente, die unter diese Kategorie fallen, vor seiner Reise nach nach Thailand eine Genehmigung von der thailändischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde einholen.
Von dem Verbot seines Medikaments habe Samra nichts gewusst, geholfen habe seine Unwissenheit jedoch nicht. Selbst eine thailändische Übersetzung seines ärztlichen Attests hätte ihn nicht weitergebracht. Wenig später habe man den Berliner dann in die nächstgelegene Polizeizentrale gebracht. Laut Samra sei ihm dort sein Status als berühmter Rapstar zum Verhängnis geworden. Auf dem Revier seien neben ihm zwei weitere Deutsche anwesend gewesen, die ihn erkannt und nach einem Foto gefragt hätten. Die thailändische Polizei habe dann relativ schnell Samras Instagram- und YouTube-Account gefunden und bemerkt: "Das ist ein Rapper, der hat Geld." Sein Versuch, die Beamten mit Geldzahlungen zu beschwichtigen, sei jedoch gescheitert. Am Ende habe sich Samra für 10 Stunden in der Aufbewahrungszelle eines thailändischen Gefängnisses wiedergefunden. Den Unterschied zu deutschen Zellen habe er direkt gespürt:
"Du verstehst die Sprache nicht. Sie behandeln dich so, als wärst du eine Lachnummer. Die haben mich die ganze Zeit ausgelacht, weil die sehen natürlich, dass ich ein bisschen Angst hatte [...] In Thailand am anderen Ende der Welt in einer Zelle mit zehn Leuten auf fünf Quadratmetern liegen - jeder brüllt rum, der schlägt sich mit dem [...] - das ist schon eine andere Welt."
Durch seine Kollegen habe Samra schließlich eine lokale Anwältin engagieren können und sei nach einigen weiteren Geldzahlungen kurzzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Einen Tag später habe sich der Rapper mitsamt einer Dolmetscherin aus der deutschen Botschaft schon in einem Schnellverfahren vor einem thailändischen Gericht verantworten müssen. Damit der Prozess früher und nicht erst nach mehreren Monaten Aufenthalt in Thailand hätte stattfinden können, habe Samra "sehr, sehr viel Geld" zahlen müssen.
Aufgrund der fairen Behandlung durch den zuständigen Richter sei das Verfahren für Samra "das Beste, was ich da erlebt habe". In dem Schnellverfahren habe man den Berliner schließlich zu vier Monaten Bewährung, einer Geldstrafe von 8000 Baht (umgerechnet 218 Euro) sowie zur Abschiebung aus Thailand verurteilt. Nach einer kurzen Abschiebehaft habe Samra schließlich nach Deutschland zurückreisen können.
Zum Schluss warnt Samra seine Zuschauer davor, mit Medikamenten uninformiert in ein anderes Land zu reisen:
"Wenn ihr irgendwelche Medikamente mit ins Ausland nehmt, informiert euch vorher. Fragt euren Arzt vorher, nehmt die Rezepte mit, meldet die Medikamente am Flughafen an. Viele haben Angststörungen, Panikattacken, Diabetiker, Epileptiker – informiert euch vorher, damit ihr nicht in so eine Situation kommt. Weil ich bin auch nur da rausgekommen, weil ich ein starkes Team hinter mir habe."
Hier könnt ihr euch Samras ganzes Statement anschauen:
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