Verdächtige Kommentare: Atlantic Records streitet Klickkäufe ab

 

Dem amerikanischen Musiklabel Atlantic Records wird vorgeworfen, Klicks für Künstler*innen des Labels gekauft zu haben. Wie Fans entdeckt haben, tummeln sich unter Musikvideos von Atlantic-Artists erstaunlich viele Spam-Kommentare von Bot-Accounts. 

Don Toliver, Lil Uzi Vert und Co.: Alles nur gekauft?

Angefangen hat das ganze damit, dass Fans unter dem kürzlich erschienen Musikvideo zu Don Tolivers neuem Song "Do It Right" sehr viele verdächtige Kommentare entdeckt haben. Genauer gesagt: nur aus Emojis bestehende Kommentare oder sehr kurz und sehr allgemein gehaltene Kommentare wie "Such notification many playfulness so fantastic", "Wow  Brilliance". Häufig von Accounts mit generischen Vor- und Nachnamen. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um Bot-Accounts handeln könnte.

Konfrontiert mit dem Vorwürfen gibt Atlantic Records in einem Statement gegenüber TMZ an, man habe "noch nie" Bots oder Fake-Views für die Künstler*innen gekauft.

Auch unter Videos anderer Atlantic Records-Künstler wie Lil Uzi Verts "Just Wanna Rock" und Roddy Ricchs "Twin" lassen sich ähnlich verdächtige Muster erkennen. Mittlerweile hat sich Don Tolivers Management ebenfalls gegenüber TMZ zu den Vorwürfen geäußert. Darin wird indirekt bestätigt, dass auch Tolivers Management nicht davon ausgeht, dass die Views und Kommentare auf die Videos des Rappers organisch entstanden sind. Man sei wie andere Artists, die unter Bot-Attacken leiden, zutiefst enttäuscht und besorgt um die Situation. Sie wollen klarstellen, dass weder Don noch jemand aus seinem Team irgendetwas damit zu tun habe. Man würde Atlantic Records empfehlen, eine eigene Ermittlung in der Sache zu starten, um Artists schützen zu können.

Klickkäufe: Andere Hiphop-Größen äußern sich

Vor ein paar Tagen hat sich der amerikanische Hiphop-Influencer DJ Akademiks auch zu Atlantics vermeintlichen Klickkäufen geäußert. Atlantic sei vor ein paar Jahren noch "lit" gewesen, hätte aber jetzt in Sachen Marketing und Artist-Promoting "das Handtuch geworfen", da viele Marketing-Mitarbeiter das Label verlassen hätten. Sie würden nur noch "wilde" Mengen an Fake-Klicks kaufen:

Vergangenes Wochenende hat sich auch Rapper Bobby Shmurda während eines Twitter-Beefs mit NBA Youngboy (einem ehemaligen Atlantic Records-Künstler) ein Kommentar zu den vermeintlichen Atlantic-Bots gedroppt. Laut ihm habe das Label die "besten Bots" und NBA Youngboy hätte von ihnen profitiert. Dies sei jedoch allgemein Gang und Gebe: 

"All die Sch*isse, die ihr auf YouTube seht, ist Fake-Views. Auf meine tote Großmuttern, all die Sch*isse ist fake. Es braucht nur 4.000$ für eine Million Klicks [...]. Das ist das, was diese Labels machen."

Die Atlantic-Künstler haben sich bis jetzt noch nicht zu vermeintlichen Fake-Klicks geäußert. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren ähnliche Vorwürfe an Rapper*innen. 2019 hat sich Xatar in einem großen Statement dazu geäußert. Vor zwei Jahren wurde auch Apache 207 mit Klickkauf-Vorwürfen konfrontiert:

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