Vans verbannt Sneaker aus Design-Contest & erntet Shitstorm

Die kalifornische Sneakerbrand Vans sieht sich aktuell einem Shitstorm ausgesetzt. Der Hashtag #Boycottvans macht in sozialen Medien die Runde. Auslöser dafür ist der Engriff von Vans bei einem Design-Wettbewerb. Kreative aus aller Welt bekamen die Möglichkeit ihre Sneaker-Entwürfe beim Custom Culture Contest einzureichen. Der Schuh, der von Teilnehmer*in Naomiso gestaltet wurde, stand schnell mit großem Abstand an der Spitze des Votings. Inzwischen ist er von der Website verschwunden.

Naomisos Sneaker greift die Demokratie-Proteste in Hongkong auf

Warum der bisher führende Sneaker vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, liegt für viele Beobachter auf der Hand – zu kritisch gegenüber der chinesischen Regierung. Auf dem Schuh sind verschiedene Elemente zu sehen, welche auf die politische Lage in Hongkong anspielen.

Gelbe Regenschirme nehmen dabei wohl Bezug auf die sogenannte Regenschirm-Revolution aus dem Jahr 2014. Auch ist die fünfblättrige Stadtblume Hongkongs zu sehen. Des Weiteren sind Menschen abgebildet, die zu protestieren scheinen und ihre Gesichter hinter Gasmasken verbergen.

Vans Pulls Pro-Hong Kong Shoe Design from Competition as '#BoycottVans' Gains Traction⠀ ⠀ Read full story on our site: https://buff.ly/2AORmx7 ⠀ ...⠀ ⠀ #advertising #marketing #branding #design #brandinginasia #creativeworks #business #digitalmarketing #socialmedia #socialmediamarketing #graphicdesign #digital #advertisingagency #contentmarketing #ads #content #marketingtips #brand #graphicdesigner #video #marketingstrategy #asia #sneakers

11 Likes, 0 Comments - Branding in Asia (@brandinginasia) on Instagram: "Vans Pulls Pro-Hong Kong Shoe Design from Competition as '#BoycottVans' Gains Traction⠀ ⠀ Read full..."

Seit Monaten gehen die Bewohner Hongkongs auf die Straße und demonstrieren für mehr Demokratie und weniger Einfluss durch China. Zuletzt kam es bei den Kundgebungen auch vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften der Polizei.

Vans reagiert mit einem Statement

Vor wenigen Tagen postete Vans auf Facebook ein Statement, das inzwischen schon tausendfach geteilt worden ist. Das liegt nicht daran, dass es die Fragen nach dem verschwundenen Sneaker befriedigend beantwortet hätte. Vielmehr empfinden die Nutzer die Argumentation als vollkommen unzureichend.

Im einleitenden Abschnitt weist die Brand daraufhin, dass mit dem Contest Kreativität gefeiert und Positivität verbreitet werden sollte. Soweit so gut. Was Vans jedoch relativ wenig Leser abkaufen, ist, dass der aussortierte Sneaker tatsächlich die Respekts- und Toleranzrichtlinien missachtet habe.

Vans geht zwar nicht direkt auf den Fall von Naomiso ein, aber sagt, dass aufgrund der Wettbewerbsrichtlinien einige Designs aus dem Contest ausgeschlossen wurden. Inwiefern der beliebteste Sneaker diese konkret verletzt hat, wird nicht deutlich.

jellykellie on Twitter

Don't claim that you celebrate creativity when you have zero tolerance towards a political position. Off the wall? Go lick the great wall. #boycottvans

#Boycottvans: Shitstorm nach Sneaker-Bann

Auf Twitter oder Instagram sehen viele User in dem Verhalten von Vans eine Reaktion auf Druck der chinesischen Regierung. Fans der Marke lassen dort ihrer Enttäuschung freien Lauf und betonen, dass diese Maßnahme nicht mit dem "unorthodoxen" Style zusammenpasse, den Vans sogar mit dem Zusatz "Off The Wall" in seinem Produktlogo verankert hat. Es häufen sich seitdem anklagende Posts. Auch sind verbrannte oder in den Müll geworfene Vans zu sehen.

sea on Twitter

boycottvans https://t.co/MWcb6kulSI

Pepe in Hong Kong on Twitter

Retweet from facebook - This is happening for real. You are completely losing #HongKong market. @VANS_66 #boycottvans #OffTheWall LMAO

Someone in my neighbourhood burns his/her Vans for boycotting the censorship of the custom culture design competition, which disqualified any designs that related to Hong Kong incident recently. #hkig #hkkicksgram #wdywt #hksneakers #solelicious #solecollector #sneakshow #niketalk #kickzlab #kickcheck #kenlugo #hellsoles #sneakerhell #vans #disqualified #hongkongmovement #umbrellarevolution #umbrella #censorship #fuckoffthewall #antivanschallenge #boycottvans #boycott

38 Likes, 2 Comments - Franz Chiu (@chiufranz) on Instagram: "Someone in my neighbourhood burns his/her Vans for boycotting the censorship of the custom culture..."

freesalad on Twitter

@VANS_66 As a big fans of Vans, I'm so disappointed to discover that yr brand value "off the wall" is just a fucking joke #boycottvans #HongKongProstest

Disnema on Twitter

Shame on you. #vans #HongKongProstests

Dito on Twitter

Vans removed this submission after receiving more than 30k votes by saying the design has political messages. So Vans is against the idea of fighting for freedom&justice? What happened to your core msg of creativity&progression? Very disappointing. #boycottVans #StandwithHK

The 852 Spirit on Twitter

0452: the list of boycott is getting longer. Now it's #boycottVans as they removed a HK submission due to political sensitivity. #emergencylaw #lockdownhk #hongkongprotests #antielab #107hk #safetyhk #policestate @un @Trevornoah @nytimes @Independent

Der Gewinner des Contests kann übrigens 25.000 Dollar ergattern. Darüber hinaus soll das triumphierende Design auch hergestellt werden. Naomiso ist hier vorerst chancenlos – ein politisch unverfänglicher Schuh wird wohl das Rennen machen. Momentan führt die Arbeit eines Artists namens Tylermarcelo (Nordamerika-Version des Contests). Dieser hat Palmen, ein Surfbrett und Wellen auf seinen Vans platziert – Symbole, die mehr nach Strandurlaub als nach Revolution aussehen.

Custom Culture Design Details Page

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Mit Weihwasser & Kruzifix: Nike & MSCHF droppen Jesus-Sneaker

Mit Weihwasser & Kruzifix: Nike & MSCHF droppen Jesus-Sneaker

Von Robin Schmidt am 13.10.2019 - 13:39

Star Wars-Sneaker, Dragon Ball-Schuhe oder Vans mit Harry Potter-Motiven: Die Sneaker-Kollabos kennen mittlerweile scheinbar keine Grenzen mehr. Für eine etwas andere Form der "Markenzusammenführung" sorgen jetzt Nike und das New Yorker Label MSCHF. In einer neuen Kreation der Air Max 97 steckt Weihwasser in den Schuhsohlen, während auf den Schnürsenkeln ein Kruzifix befestigt ist: The "Jesus-Shoes" are born! 

"Jesus Shoes" mit Weihwasser, Kruzifix, Blutstropfen & Bibelspruch 

Das Designkollektiv MSCHF, das bei dem Sneaker federführend war, hat sich so einiges einfallen lassen, um dem Schuh eine religiöse Extra***anz zu verleihen. So sind die Schuhsohlen zum einen mit 60 Milliliter Weihwasser aus dem heiligen Jordan gefüllt. Ein weiteres prägnantes Merkmal ist ein kleines Stahl-Kruzifix, das an den Schnürsenkeln hängt. Jesu Blut wird in Form eines stilisierten Blutstropfens auf der Lasche der weißen Sneaker abgebildet. Zu guter Letzt ist an der Seite der Air Max 97 die Aufschrift "MT 14:25" aufgedruckt. Dabei handelt es sich um den Bibelspruch Mätthäus 14,25: "Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer." Das Meer ist an dieser Stelle ein weiterer Querverweis zum Wasser in den Schuhsohlen. 

Projekt "Jesus Shoes" soll auf hohe Anzahl von Kollaborationen hinweisen 

Die Idee hinter dem Sneaker ist aber nicht etwa, an Jesu Christi zu erinnern. Vielmehr wollen die Designer von MSCHF damit auf die – ihrer Meinung nach – hohe Rate an Markenkooperationen aufmerksam machen. Das Fass zum Überlaufen brachte laut MSCHF-Manager Daniel Greenberg eine ganz bestimmte Kollabo, wie er der "New York Post" sagte: 

"Wir sahen eine Kooperation zwischen Adidas und Arizona Eistee, die ja eigentlich nur Getränke verkaufen. Deshalb wollten wir ein Statement darüber abgeben, wie absurd die 'Collab Culture' geworden ist." 

Wer den Jesus-Sneaker haben will muss dafür 1425 US-Dollar hinlegen, was umgerechnet etwa 1294 Euro entspricht. Am 22. Oktober startet auf der Webseite von MSCHF der nächste Drop. 


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