UEFA-Debatte: Shirin David, Katja Krasavice und Badmómzjay reagieren auf das Regenbogen-Verbot

Heute Abend wird sich die deutsche Nationalmannschaft im Spiel gegen Ungarn zum letzten Mal in der Gruppenphase der aktuell laufenden Europameisterschaft beweisen müssen. Mit einem Sieg würde Deutschland direkt ins Achtelfinale des Turniers ziehen. Doch das Fußballspiel steht schon jetzt unter dem Schatten einer großen, umstrittenen Debatte: Die UEFA hatte einen Antrag der Stadt München abgelehnt. Die Allianz-Arena, in dem das heutige Spiel stattfinden wird, hätte in Regenbogen-Farben leuchten sollen.

Eine solche Aktion hätte Toleranz und Offenheit symbolisiert. Es wäre außerdem eine Reaktion auf Ungarns neues, umstrittenes Gesetz gewesen, das unter anderem ein Verbot von Medien, die Inhalte abseits der Heterosexualität darstellen, vorsieht. Auf Instagram posten nun einige Deutschrapperinnen ihre Meinung zu dem Thema.

Shirin David und badmómzjay melden sich zu Wort

In ihrer Instagram-Story verweist Shirin David auf einen Post der Tagesschau. Dieser enthält das Statement der UEFA und damit auch den Grund für die Ablehnung des Antrags: Demnach sei die UEFA "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation" und müsse in der Folge verbieten, dass das Stadion in Regenbogen-Farben leuchtet. Schon gegen die Regenbogen-Armbinde von Manuel Neuer hatte die UEFA anfangs Ermittlungen eingeleitet – mittlerweile aber wieder eingestellt. Shirin macht deutlich, was sie von dem europäischen Fußballverband hält.


Foto:

Screenshot - Instagram (https://www.instagram.com/shirindavid)

Auch badmómzjay nutzt ihre Instagram-Story, um mithilfe einer Videobotschaft auf das problematische Thema aufmerksam zu machen. Dabei zeigt sie vollstes Unverständnis gegenüber der Entscheidung der UEFA.

"Imagine, du kriegst die Anfrage, ob dein Stadion bunt leuchten kann und du sagst einfach 'Nein'. Aus irgendeinem unerklärlichen P*ssgrund sagst du einfach 'Nein', weil das ist das, was dich jetzt so ankotzt. Dass ein Stadion in Regenbogen-Farben leuchtet, weil es könnte sich ja die LGBTQ+-Community noch unterstützt fühlen. Wo kommen wir denn da hin, alter."

Im weiteren Verlauf ihrer Story kritisiert sie außerdem sämtliche Unternehmen zu Zeiten des Pride Months im Juni. Sie unterstellt ihnen, dass etwaige Regenbogen-Aktionen nichts weiter als Marketing-Kampagnen seien. Außerdem würde es sowieso nichts bringen, wenn die LGBTQ+-Community dafür im restlichen Jahr keinerlei Beachtung geschenkt bekommen würde.

Katja Krasavice mit ausführlichem Statement

Katja Krasavice veröffentlicht auf Instagram ebenfalls ein langes Statement zu der Debatte. Dabei geht sie vor allem darauf ein, dass es Menschen, die nicht heterosexuell sind, immer noch schwer haben und stellt die UEFA mit einer Verlinkung direkt zur Rede. Gerade im Sport ist das Thema Sexualität noch immer ziemlich tabuisiert.


Foto:

Screenshot - Instagram (https://www.instagram.com/katjakrasavice)

Nicht nur im Deutschrap hat diese Aktion für Aufruhr gesorgt. Das Thema wird aktuell vielseitig diskutiert und kritisiert. Auch auf Twitter widmen sich viele Leute dieser Debatte.

Heute Abend um 21 Uhr beginnt das Spiel von Deutschland gegen Ungarn.

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Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


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Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


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via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


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Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


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Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


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