MoTrip & Ali As reagieren auf Ghostwritingvorwürfe von 3Plusss

Vor ein paar Tagen kritisierte 3Plusss neben anderen Rappern auch MoTrip dafür, als Feature auf dem Album von Xavier Naidoo vertreten zu sein. Der Rapper spielte damit auf die rechten Verschwörungstheorien an, mit denen der erfolgreiche Sänger immer wieder in Verbindung gebracht wird. Jetzt rückt MoTrip noch stärker in den Fokus der Kritik, denn 3Plusss unterstellt ihm unter anderem, nicht der Verfasser seiner Raptexte zu sein.

Tweet von MoTrip ist der Ausgangspunkt des Streits

Die Auseinandersetzung begann mit dem Teilen eines Tweets von MoTrip, der "liebe Grüße an alle 'Rapper'" schickte, "die noch nie einen guten Song gemacht haben." Diese Aussage kann auch eine direkte Antwort auf die ebenso sarkastischen Shoutouts von 3Plusss an die Rapper sein, die auf Xavier Naidoos Album zu hören sind.

3Plusss schien sich jedenfalls angesprochen zu fühlen, denn er teilte den Tweet und warf MoTrip vor, seinen größten Hit nicht selbst geschrieben zu haben.

MoTrip äußert sich zu den Vorwürfen

MoTrip entscheidet sich, auf diese Provokation einzugehen. Dabei gibt er auch an, selbst der Ghostwriter einiger Interpreten zu sein, anstatt für sich einen zu brauchen. Der Tweet ist auf MoTrips Profil nicht mehr zu sehen. Doch das Internet vergisst nicht. So ist zudem noch die Reaktion von 3Plusss online, der einen weiteren Vorwurf ergänzt.

Dazu teilt 3Plusss diesen Tweet und gibt dabei einen Hinweis darauf, welchen Hit er denn zuvor gemeint haben könnte. Er macht außerdem Ali As als den angeblichen Schreiber von MoTrips Texten aus.

3Plusss bekräftigt seine Vorwürfe um ein Feature mit Xavier Naidoo

Im Anschluss macht 3Plusss noch einmal deutlich, dass es ihm wohl vor allem um das Feature auf dem Album von Xavier Naidoo geht. Er richtet Fragen an den Rapper, die Bezug auf die Aussagen des Mannheimer Sängers aus der Vergangenheit nehmen.

Er setzt nach, indem er ein Bild von Ali As teilt und ihm unterstellt, keine "gema credits" für die an MoTrip verkauften Parts zu erhalten.

Ali As zeigt sich solidarisch mit MoTrip

Ali As meldet sich wiederum auf Instagram zu Wort und steht seinem ehemaligen Kollabopartner zur Seite. Seine Argumente sind dabei weit weniger sachlich als die seines Kollegen.

Auch auf diese Antwort geht 3Plusss auf seinem Twitterprofil ein und fragt seine Follower, wie sie Twitter als Beruf finden würden. Anschließend erwähnt er die enttäuschende Chartplatzierung für "Mohamed Ali" sowie den Twitteraccount von Ali As:

"2500 euro für paar cosby memes und sich mit lustigen avataren in dm gruppen austauschen. klingt besser als platz 43." [sic]

Leider war das noch nicht alles, was Ali As zu der Thematik zu sagen hat. Während er es weiterhin nicht lassen kann, 3Plusss ständig als "H*rensohn" zu beleidigen, mischt sich ein homofeindlicher Unterton in seine Aussage. Durch die Beschriftung seines Bildes, in der er betont, dass 3Plusss an einem Sonntag an andere Männer denken würde, unterstellt er indirekt, dass die Sexualität eines Menschen zu der Bewertung des Streits irgendetwas beitragen könnte. Des Weiteren wirkt die Aussage "Ich hoffe, ich treffe ihn bald mal" wie eine Drohung.

Auch darauf reagiert 3Plusss auf seinem Twitterprofil.

Es wirkt, als würde MoTrip den Streit mit Lyrics aus seinem Song "Malcolm mittendrin" beenden wollen.

Jedoch lässt es 3Plusss noch nicht auf sich beruhen. Er teilt den Tweet mit den Worten:

"wow, coole line. von dir?"

MoTrip hat "100%" des Textes von "So wie du bist" geschrieben

Die Fans fragen bei Twitter nach Belegen für die Behauptungen von 3Plusss. Diese lassen bislang noch auf sich warten. Geht es 3Plusss allerdings tatsächlich nur um den Track "So wie du bist", ist es kein Geheimnis, dass der Song in Kooperation mit dem Berliner Produzententeam Beatgees entstanden ist.

Update: Wie MoTrip auf Instagram mitteilt, stammt der Text zu "100%" aus seiner Feder. Das gelte auch für jeden seiner anderen Texte. Das Produzentteam Beatgees habe ausschließlich den Beat zu "So wie du bist" beigesteuert.

Die meisten Nutzer*innen scheint sich dennoch ein Statement von MoTrip zu wünschen. Denn leider entzieht sich der Rapper im Zuge des Streits der inhaltlichen Diskussion um das Feature mit Xavier Naidoo. Die Entgleisungen von Ali As stehen noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

Update2: MoTrip sieht keinen Grund, sich "zu rechtertigen". Trip würde "jederzeit wieder mit einer lebenden Legende wie Xavier Naidoo arbeiten".

Auf eine Nachfrage, die Unverständnis darüber äußert, warum 3Plusss so gegen MoTrip schieße, fasst der Rapper das Geschehen noch einmal zusammen und bemängelt ebenfalls die fehlende Auseinandersetzung mit seiner Kritik an einem Xavier-Naidoo-Feature.

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Rap Radar: 5 Erkenntnisse aus Drakes XXL-Interview

Rap Radar: 5 Erkenntnisse aus Drakes XXL-Interview

Von Michael Rubach am 26.12.2019 - 16:34

Drake ist zweifellos einer der größten Stars auf diesem Planeten. Interviews mit Drizzy sind rar gesät. Für den Podcast Rap Radar mit B. Dot und Elliot Willson hat sich der Kanadier nun reichlich Zeit genommen. Wir haben uns fünf der prägnantesten Punkte aus dem über zweistündigen Gespräch herausgegriffen.

Album of the Year: Drake hat zwei Favoriten

Mit welchen Alben hatte Hitmaschine Drake 2019 den meisten Spaß. Offenkundig mit einem Künstler, der die Freude an der Musik über den Albumtitel transportiert. Young Thugs "So Much Fun" hat Drake vollends überzeugt. Neben dem Thugger führt der kanadische Superstar noch Baby Keem mit seiner Platte "Die For My B*tch" an. Drizzy hat schon oft bewiesen, dass er ein gutes Gespür für aufstrebende Artists besitzt.

Naji on Twitter

Drake says Young Thug & Baby Keem have the best albums of 2019 https://t.co/fn9UspFIyD

Drakes Haltung zu Ghostwriting

Ghostwriting-Vorwürfe brachten einst den - inzwischen geklärten - Beef zwischen Meek Mill und Drake ins Rollen. Seitdem hängen dem Kanadier dennoch Gerüchte nach, er würde sich lyrisch zuarbeiten lassen.

Drake bezeichnet Musik im Allgemeinen als eine "kollaborative Sache". So auch bei "If You're Reading This It's Too Late" – dem Tape, bei dem ein gewisser Quentin Miller mitgewirkt hat. Drake sei an der Platte nichts peinlich. Man habe schlichtweg zusammengearbeitet. Schlussendlich gehe es um den Song. Die Regeln im Rapgame seien einfach schärfer als in der restlichen Musiklandschaft. Daher sei dieses Thema so groß geworden. Dabei zeigt sich Drake von seinen eigenen Schreibfähigkeiten vollends überzeugt. Jeder, der ihn kenne, wisse, dass die lyrische Komponente seine größte Stärke sei.

"Mein größtes Talent ist Schreiben."

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Drake Addresses The Ghost Writing Claims For The First Time w/ @ElliottWilson & @BdottM https://t.co/5lN9Dzxsvx

Drake kann Pusha T nicht vergeben

Pusha Ts Disstrack "Story auf Adidon" hat 2018 ordentlich Staub aufgewirbelt. In dem Song enthüllte Pusha unter anderem, dass Drizzy einen Sohn hat. Drake erklärt, dass er den Song als seine erste Niederlage im Rap-Sport ansehe. Dies führe er jedoch nicht auf einen unfassbaren Track zurück, der mit hervorragenden Bars besticht, sondern auf den Umstand, dass die Information über die Existenz seines Kindes "zu schockierend" gewesen sei. Drake vergleicht es mit einem "genialen Schach-Move", der ihn lahmgelegt habe. Mit der Musik von Pusha könne er hingegen nichts mehr anfangen und er habe zudem kein Interesse daran, etwas "mit dieser Person zu klären."

"Einige Leute mögen seine Musik. Ich persönlich nicht, weil ich nichts davon glaube. Und ich mag es Leuten zuzuhören, denen ich glaube."

("Some people like his music, I personally don’t ’cause I don’t believe any of it. And I like to listen to guys I believe.")

Als Drake 16 Jahre alt gewesen sei, habe er Pusha T noch für den "größten Dope Dealer der Welt" gehalten. Jetzt, wo er erwachsen sei und die Wahrheit kenne, sei Pushas Rap nicht mehr ansprechend.

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Drake will never Forgive Pusha T For Exposing him For Having a Son https://t.co/EljIqNqRvq

Complex Music on Twitter

@ElliottWilson @Drake Drake on Pusha-T: "Some people like his music. I personally don't 'cuz I don't believe any of it." [via @ElliottWilson's #RapRadarPodcast] https://t.co/loJjbndTrO

Drake sieht Kanye West in der Bringschuld

Die Beziehung von Kanye West und Drake ist allein durch den Pusha-Beef ziemlich vorbelastet. So war es Kanye, der Pushas Album "Daytona" produzierte, das auf dem Track "Infrared" bereits erste Lines in Richtung Drake enthielt.

In einem Twitter-Rant Ende 2018 regte sich Kanye gewaltig über Drake auf. Unter anderem ging es dabei um Lines auf "Sicko Mode", die Kanye als "Sneak Disses" wertete. Und ja – genau das waren sie. Drake gesteht im Interview, dass er auf dem Track von Travis Scott zum verbalen Angriff übergangen ist. Allerdings sei das am Ende des Tages alles ein Sport. Mit Kanye wolle er gegenwärtig nichts zu tun haben. Ein Gespräch zwischen den beiden lehnt er ab:

"Nein, nicht wirklich, weil es nicht an mir liegt. Ich hatte kein Problem mit irgendjemanden dieser Leute. Ich kenn diese Typen nicht einmal so."

("No, not really, because it's not on my end. I had no problem with any of these guys. I don't even know these guys like that."

Hat Drake Klassiker vorzuweisen?

Bei all den Hits, die Drake in seiner Karriere schon geliefert hat, mag die Frage einigermaßen provokant wirken. Doch Drake liefert einige gut nachvollziehbare Antworten dafür, warum seine Alben oftmals nicht in den oberen Plätzen von Jahresbestenlisten auftauchen. Bei seinem letzten Studioalbum "Scorpion" sei er beispielsweise von Biggies "Life After Death" geradezu besessen gewesen. Ein Album, das ebenfalls über 20 Songs aufweist. Er werde wohl nie eine Platte mit 12 oder 13 Songs machen, die Kritiker als Klassiker wertschätzen würden.

Er sei nunmal der Einzige, der zwei Dinge auf seinen Alben erfüllen müsse: Singen und Rappen. Dies sei eine "Verpflichtung" seiner Hörerschaft gegenüber. Das sei auf so wenigen Anspielstationen nicht auf befriedigende Weise unterzubringen. Drake selbst verfügt über genügend Selbstbewusstsein um zwei seiner Werke als Klassiker einzustufen. Die entscheidende Sache sei, ob die Musik, die man gemacht habe auch Jahre später noch Einfluss auf die Kultur nehmen würde. Dies sei bei seinen Releases "So Far Gone" und "Take Care" der Fall.

"Ein Klassiker wäre für mich ein Werk, das das Jahr und die Jahre danach prägte und einen massiven Einfluss auf die Musikkultur hatte. Also in dieser Hinsicht bin ich mir sicher, dass ich Klassiker habe."

("To me, a classic would be a body of work that shaped that year and the years afterward and had a massive impact on the music being made, the culture. So, in that regard, yeah for sure I think I have classic albums.")

Drizzys neuesten Track "War", der vollständig auf Gesang verzichtet, kannst du hier hören:

Drake - War [Video]

Drake grüßt von der Piste. Allerdings entspannt er nicht nur, sondern ruft den "War" aus. Der Song verzichtet dafür auf eine Hook. Drizzy liefert einfach Bars und packt dabei Flows aus, die an Drill Musik aus dem UK erinnern. In dem Track widmet sich Drizzy mutmaßlich auch seinem Verhältnis zu The Weeknd.

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