Vor zwei Wochen hat Tyga sein Album unter neuem Alter Ego veröffentlicht. Auf "$tarface" fährt er genau die 80er-Schiene, die zuletzt noch Fenix Flexin mit seinem viralen Hit "Rubberz" bediente. Dass Tyga für sein Album auf die Hilfe von KI-Tools gesetzt hat, gab er vor Kurzem offen und ehrlich zu. Eine vernichtende Pitchfork-Review und ein Blick in die Charts später ist jedoch klar: Das war nichts. Tyga steht allerdings weiterhin hinter seinem Projekt.
Tyga kassiert die erste "0" von Pitchfork seit fast 20 Jahren
Das Magazin Pitchfork ist nicht gerade dafür bekannt, besonders wohlwollende Reviews herauszugeben, die bei allen auf Zustimmung stoßen. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5.9 von 10 Punkten zählt Eminem dort beispielsweise zu den zehn am schlechtesten bewerten Künstlern und teilt sich seinen Platz mit Madonna.
Auf die Review von "$tarface" scheinen sich aber die meisten einigen zu können. Pitchfork gibt dem Album 0.0 von 10 Punkten. Schlechter geht es nicht mehr. Der Reader Score, also die Bewertung der User, sieht mit durchschnittlich 1.2 Punkten nicht erheblich besser aus. Das letzte Mal, dass Pitchfork eine 0.0 vergeben hat, war im Jahr 2007.
Drew Millard, der Autor der Review, beschreibt das Album als "arrogant, selbstgefällig und deprimierend". Die alleinige Existenz des Albums habe "die Welt zu einem schlechteren Ort gemacht". Die hauptsächliche Kritik bezieht sich darauf, dass Tyga Teile seiner Songs mithilfe von KI generiert hat. Mit sehr geringem Aufwand habe Tyga hier eine Mischung aus 80s Synth-Pop und Disco zusammengepromptet, ohne sich jemals ernsthaft mit diesen Genres auseinandergesetzt zu haben, so jedenfalls der Vorwurf.
Zum Schluss der Review wird sogar eine regelrechte Hörwarnung ausgeschrieben:
"Wenn du es aus krankhafter Neugier unbedingt streamen musst, dann mach das. Aber sei dir bewusst, dass schon ein einziger Stream dazu beitragen kann, dass das Projekt profitabel wird und die Musikindustrie dadurch ermutigt wird, solche Gräueltaten wieder zu begehen."
Zumindest der Blick in die Charts lässt daran zweifeln, dass das Projekt bisher sonderlich ertragreich gewesen ist. Das Album hat es nämlich nicht einmal in die Billboard 200 geschafft. Medienberichten zufolge soll "$tarface" in der ersten Woche auf keine 2.000 verkaufte Einheiten gekommen sein.
Musikkritiker und YouTuber Anthony Fantano bewertet Alben normalerweise ebenfalls auf einer Skala von 0 bis 10. Tygas neuestes Projekt versieht er allerdings lediglich mit dem Prädikat "Not Music".
Tyga verteidigt sein "$tarface"-Album
Im Gespräch mit TMZ stellt Tyga klar, dass "$tarface" kein reines KI-Album sei. Entsprechende Tools will er offenbar nur für Gitarrensolos und ein paar Synthesizer-Sounds benutzt haben. Insgesamt habe er drei Monate lang an der Platte gearbeitet; die Texte habe er allesamt selbst geschrieben und eingesungen.
In dem Interview wird Tyga auch auf die Pitchfork-Review angesprochen. Die Kritik nimmt er wohl kaum ernst: Er sagt, er wisse gar nicht, wer oder was Pitchfork sei. Diesen Begriff - Pitchfork heißt auf Deutsch Heugabel - kenne er nur im Zusammenhang mit dem Teufel. Der wird traditionell schließlich mit einer solchen dargestellt.
Danach wird ihm noch ein Clip von Doja Cat gezeigt, in dem sie Tyga als "Penis" bezeichnet, weil er ein KI-Album gemacht hat. Der "$tarface"-Interpret lacht darüber jedoch nur: "Ich liebe Doja, aber sie hat doch selbst ein dämonisches Album gemacht."
Hier kannst du dir das gesamte Interview anschauen:
Du kannst dir Hiphop.de-Artikel nun bevorzugt in der Google-Suche anzeigen lassen.