Überraschungskonzert von Thizzy52: Turn Up BRMN soll 30.000 € Bußgeld zahlen
Kiarash Hashemi

Im März hatte Thizzy52 in Bremen ein rund 20-minütiges Überraschungskonzert auf dem Balkon eines leerstehenden Bürogebäudes gespielt. Das Ganze war mitunter als Promoaktion für das Turn Up BRMN Festival gedacht. Da die Veranstaltung jedoch nicht angemeldet war, kündigte das Ordnungsamt Bremen bereits am darauffolgenden Tag an, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten. Das ist jetzt offenbar zu einem Ergebnis gekommen: In einem Video bei Instagram macht Veranstalter Kiarash Hashemi öffentlich, rund 30.000 € zahlen zu müssen. Eine Entscheidung, die sie - zumindest bezogen auf die Summe - nicht nachvollziehen können und anfechten wollen.

Turn Up BRMN: Überraschungskonzert von Thizzy52 zieht rund 30.000 € an Bußgeldern nach sich

Hashemi erklärt in dem Video, dass das Ordnungsamt Bremen einen Bußgeldbescheid über 26.000 € erlassen habe und zudem noch weitere Gebühren fordere, sodass das Festival nun insgesamt etwa 30.000 € für das Thizzy-Konzert zahlen müsse. Aktuell planen sie, mit einem Anwalt gegen den Bescheid vorzugehen. Grundsätzlich hätten sie sogar mit einer Strafe gerechnet, wie Gründer Leonard Geßner gegenüber dem Weser Kurier angibt. Die hätte er auch in Kauf genommen – die Höhe des Bußgelds erscheine ihm in diesem Fall jedoch "fast wie Schikane". "Wir sind keine Leute, die sich vor der Schuld wegducken. Aber wir wollen, dass wir fair behandelt werden."

Insgesamt waren rund zweieinhalbtausend Menschen bei dem Konzert im März vor Ort. Der öffentliche Nahverkehr musste im Zuge dessen zwischenzeitlich eingestellt werden, da die Bahnen nicht mehr durchkamen. Im Nachgang musste eine Putzkolonne den Platz säubern und einzelne Menschen hatten Ampeln beschädigt, als sie versuchten, daran hochzuklettern. Ansonsten verlief das Konzert der Polizei zufolge jedoch mit Ausnahme eines Rettungseinsatzes insgesamt "störungsfrei". Laut dem Regionalmagazin "buten un binnen" ist es aber vor allem die Einschränkung des ÖPNV, die das Festival nun teuer zu stehen kommt: Die Bremer Straßenbahn AG stelle den Veranstaltern nämlich die Umleitung der Straßenbahn in Rechnung, was einen Großteil der Summe ausmache.

Kiarash Hashemi wendet sich in seinem Video hauptsächlich an das Bremer Ordnungsamt und an die Senatorin für Inneres und Sport der Freien Hansestadt Bremen, Eva Högl. Die Behauptung, es hätte für das Konzert kein Sicherheitskonzept gegeben, weist er zurück. Im Gegenteil, er habe angeblich erfolglos versucht, das Bremer Ordnungsamt telefonisch zu kontaktieren, um das Konzert zu planen, so Hashemi. Diese Behauptung wiederum dementiert das Ordnungsamt, das angibt, es sei genau andersherum gewesen. Sie hätten probiert, die Veranstalter zu kontaktieren, jedoch ohne Rückmeldung zu erhalten.

An Eva Högl gerichtet beklagt Hashemi, dass er nicht nachvollziehen könne, warum sie es der Kulturszene so schwer mache. Immerhin hätte das Konzert nicht nur positive mediale Effekte für Bremen zur Folge gehabt, auch wäre es eine beispiellose Möglichkeit der Teilhabe gewesen. Immerhin war der gesamte Auftritt für alle Fans komplett gratis. Er glaube aber, dass das womöglich an der Musikrichtung sowie an seiner und der Herkunft von Thizzy liegen könne.

Sollten sie mit ihrem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid scheitern, wären sie gezwungen, die Ticketpreise für das Festival anzuheben, fasst Hashemi abschließend zusammen. Das Turn Up BRMN 2026 findet in gut zwei Wochen statt, am 31. Juli und 01. August.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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