Vergangene Woche hat sich das Berliner Rap-Kollektiv Tiefbasskommando von Eisberg getrennt. Grund dafür waren schwerwiegende Vorwürfe von "Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und das Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen" in Richtung des Rappers. Jetzt hat sich Eisberg selbst zu der Situation geäußert. In einem eigenen Statement auf seinem Instagram-Profil erklärt er seine Sicht.
Eisberg: "Ich habe über die letzten fünf Jahre meine Macht als Rapper ausgenutzt"
In seinem Post gesteht Eisberg, dass er über mehrere Jahre hinweg seine "Macht als Rapper" ausgenutzt habe. Der Rapper habe "durch ein sexuelles Interesse gesteuert" weibliche Fans in den sozialen Medien kontaktiert und sei mit einigen auch sexuelle Handlungen eingegangen. Laut Eisbergs eigenen Angaben seien alle volljährig, viele aber "noch sehr jung" gewesen. Da Eisberg selbst 38 Jahre alt ist, habe er dadurch das Ungleichgewicht der Machtpositionen "verstärkt" – "dafür ich schäme ich mich", schreibt der Rapper in seinem Statement. Er selbst betont, dass er "nie gezielt Minderjährige angeschrieben" und sofort den Kontakt abgebrochen habe, wenn sich herausgestellt habe, dass ein Fan minderjährig war.. Trotzdem sei sein Verhalten "fahrlässig" gewesen.
Im Zuge seines Statements möchte Eisberg jedoch auch Dinge klarstellen, da aus seiner Sicht "viele ungenaue Informationen" zu seinem Verhalten im Umlauf seien. Was nicht stimme, sei die Annahme, dass der intime Kontakt mit Fans im Rahmen von Konzerten des Tiefbasskommandos passiert sei. Auch habe Eisberg niemanden "durch Versprechen und Freikarten in den Backstage" geführt.
"Das Bild vom Backstage, in dem Rapper Fans anlocken, um mit ihnen Sex zu haben, war bei TBK nie Realität und stellte für alle eine Grenze dar."
Intern sei das Tiefbasskommando bereits in der Vergangenheit über Eisbergs intime Kontakte zu weiblichen Fans von anderen informiert worden. Danach habe es eigentlich eine "interne Regelung" gegeben, die den sexuellen Kontakt mit Fans strikt verboten habe. An diese Einigung habe sich Eisberg "nicht konsequent gehalten und trotzdem weitergemacht". Im April 2026 habe der Rest der Band dann auch davon erfahren – daraus sind Eisbergs erstes Statement zu der Situation und sein vorzeitiger Rückzug resultiert. Nach weiteren internen Diskussionen in den letzten Monaten habe sich das Kollektiv schließlich dazu entschieden, sich von Eisberg zu trennen.
Da es ihm wichtig sei, Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen, leitet Eisberg jetzt auch selbst Schritte ein. Im Statement teilt der 38-Jährige die E-Mail-Adresse [email protected], bei der Betroffene die Möglichkeit haben, "Erfahrungen mitzuteilen, Bedürfnisse zu formulieren oder Wünsche hinsichtlich weiterer Schritte zu äußern". Eisberg selbst versichert, dass die Mailadresse von einer "in Awareness geschulten Stelle betreut" werde und er selbst keinen Zugriff darauf habe. Für ihn persönlich geht es jetzt in eine stationäre therapeutische Behandlung, in der er sich einem Entzug "von Alkohol und anderen Drogen" unterziehen werde. Das bedeute auch, sich "auf unbestimmte Zeit" aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.
"Wenn Emotionen sowie sensible Gefühle von Betroffenen und Beteiligten im Spiel sind, benötigt es eine gewisse Zeit, Informationen einzuholen. Real-Life-Freundschaften und Beziehungen stehen auf dem Spiel, und sie gehören zu dem Wertvollsten, was wir haben. Ich möchte mich bei allen Menschen, die Schaden davongetragen haben, aufrichtig entschuldigen – auch, wenn ich weiß, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht."
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