Trailer zur Lil Peep-Doku "Everybody's Everything" veröffentlicht

Vor circa zwei Jahren kam Lil Peep durch eine Drogen-Überdosis ums Leben. Nun landet bald eine offizielle Dokumentation über den Rapper in den Kinos. "Everybody's Everything" soll am 12. November in den Staaten anlaufen.

Lil Peep als Symbolfigur der Generation SoundCloud

Der Trailer verdeutlicht, dass das Hauptaugenmerk des Films auf dem Menschen Gustav Åhr liegt, der sich hinter dem Künstler Lil Peep verbarg. An Genregrenzen hielt sich dieser nicht lange auf. Seine Mischung aus Punk, Emo und Trap machte den jungen Musiker über die SoundCloud-Blase hinweg zu einem Star. Welche persönlichen Konsequenzen der einsetzende Ruhm für Lil Peep hatte, lässt sich anhand der Ausschnitte erahnen. Auch Post Malone kommt dort kurz zu Wort.

Sebastian Jones und Ramez Silyan haben bei dem Film Regie geführt. Auf der Produktionsebene zeigen sich Lil Peeps Mutter Liza Womack, Sarah Stennett und Arthouse-Altmeister Terrence Malick verantwortlich.

Am Ende des Trailers ist zudem ein noch unveröffentlichter Song zu hören. Ein internationales Release über die USA hinaus soll 2019 erfolgen. Der Film lief bereits im Frühjahr auf ausgewählten Festivals.

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Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Von David Molke am 12.02.2020 - 19:41

Rap hat ein Drogenproblem. Das ist natürlich nichts Neues, macht sich momentan aber vielleicht besonders bemerkbar. Auf der einen Seite stehen viele begnadete Künstler*innen, die viel zu früh sterben und Texte, in denen der Konsum thematisiert oder glorifiziert wird. Auf der anderen Seite scheint es aktuell besonders viele Rapper zu geben, die sich gegen Drogen sowie gegen deren Konsum und dessen Glorifizierung aussprechen. Das weckt Hoffnung.

Viele Rapper machen sich jetzt vermehrt gegen Drogen stark

Um das nochmal zu betonen: Es ist extrem traurig, dass Lil Peep, Mac Miller, Juice WRLD und so viele andere viel zu früh gestorben sind. Gleichzeitig bringt es wohl niemandem etwas, nach Schuldigen zu suchen. Die Schuld trägt, wenn überhaupt, das System, unsere gesamte Gesellschaft.

Aber konzentrieren wir uns auf das Positive. Aktuell scheint ein Umdenken stattzufinden. Immer mehr Rapper fangen an, sich gegen Drogen auszusprechen. Sie schwören selbst den Drogen ab und bitten ihre Fans, ebenfalls damit aufzuhören. In letzter Zeit häufen sich die Aussagen, dass das einfach nicht mehr cool ist.

Zum Beispiel Yung Bans: Der aufstrebende junge Rapper und XXXTentacion-Kollaborateur fordert von seinen Fans, keine Percs (also Percocet, in dem auch das Opioid Oxycodon enthalten ist) mehr zu schlucken. Sie sollten generell keine Drogen mehr nehmen, der Scheiß sei einfach nicht mehr cool.

Kurz darauf schränkt er das zwar noch ein und sagt, Weed hätte noch nie jemandem geschadet. Was so natürlich nicht stimmt, aber vielleicht lässt sich zumindest festhalten, dass Opiate, Benzos und dergleichen noch schneller mehr Schaden anrichten können – insbesondere in Kombination mit anderen Dingen.

YUNG BANS on Twitter

Yall can smoke weed tho weed ain't never hurt nobody lol

Auch in Deutschland greifen Opioid-, Kodein- und Benzo-Konsum unter jungen Rappern gefühlt immer mehr um sich. Gleichzeitig wächst aber anscheinend auch das Bewusstsein darüber, was diese Substanzen anrichten können. Vielleicht ist das so gesehen Glück im Unglück: Während die Welle aus den USA bei uns gerade erst so richtig ankommt, schwappen auch schon die Todes-Meldungen hinterher.

Viele Menschen erleben aber offenbar auch einfach Tragisches in ihrem persönlichen Umfeld. Vor Kurzem haben sich erst Edo Saiya und auch (Sierra) Kidd öffentlich mehrfach gegen harten Drogenkonsum ausgesprochen. Dabei geht es viel um die körperlichen und psychischen Auswirkungen, die das Ganze haben kann, wenn raue Mengen Lean (also Kodein-haltigem Hustensaft), Benzodiazepine und Opioide wie beispielsweise Tramadol konsumiert werden.

Es geht vielen Rappern gleichzeitig auch darum, wie sie in ihren Texten mit Drogen und dem Konsum von umgehen. Hier findet ebenfalls ein Umdenken statt: Edo Saiya verrät zum Beispiel in einem 16bars-Interview, dass er einige seiner alten Texte deshalb abgeändert habe. Er hat wohl sogar dafür gesorgt, dass ein komplettes Interview mit ihm deswegen nicht veröffentlicht wurde.

Kidd erklärt unter anderem auf Twitter, dass es 2020 einfach out sei, immer noch über Drogen zu rappen. Denn "wenn du drogenabhängig bist, bist du kein trapper sondern trapped". Darum wolle er jetzt seine Gesundheit in den Vordergrund stellen. Kidd geht wie gewohnt ziemlich offen mit seinen Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen um:

kidd on Twitter

ich bin mal gespannt wie ihr über drogen denkt wenn die ersten eurer freunde sterben oder verrückt werden.. ich hab das gefühl ihr versucht nichtmal mich zu verstehen..

Im Endeffekt hoffe er einfach nur, diese Zeit zu überleben. Wir können ihm da natürlich nur beipflichten und wünschen es ihm.

Januar 2018

Provided to YouTube by Universal Music Group Januar 2018 · Sierra Kidd TFS ℗ 2019 TeamFuckSleep Released on: 2019-07-12 Producer: Wilson Studio Personnel, Mastering Engineer: Sierra Kidd Author: Manuel Marc Jungclaussen Composer: Wilson Auto-generated by YouTube.

Die Anti-Drogen-Haltung wächst schon eine Weile

Die erste große Welle an Rappern, die dem Drogen-Lifestyle abschwören, hat wohl mit dem Tod von Lil Peep begonnen. Anfang 2018 nahm sich zum Beispiel Lil Pump vor, künftig auf Xanax zu verzichten. Smokepurpp tat es ihm gleich:

TRAVIS SCOTT on Twitter

This tweet made me happy !!!

Im November 2017 erklärte auch Lil Uzi Vert, er wolle die Finger von den meisten Substanzen lassen. In einem Tweet ließ er durchblicken, wie schwer ihm die ersten zwei nüchternen Tage gefallen sind.

Uzi London on Twitter

Sober 2 day I have been shaking. I have been cursing my love ones out and fighting In the studio with no thoughts in my head Teeth biting down because I just wanna be angry at something ...... maybe I will just smoke weed tonight

Offset von den Migos, Lil Baby, Famous Dex, Mozzy und auch Gucci Mane haben allesamt aufgehört, Lean zu konsumieren. Joey Badass hat aufgehört zu kiffen und sich über seine gesteigerte Produktivität gefreut. Selbst Riff Raff hat das Koks aufgegeben.

RiFF RAFF aka DALE DAN TONY on Twitter

PSA: DONT DO COCAiNE ANYMORE, ALOT OF PEOPLE ARE BEiNG SOLD FENTANYL (A DEADLY DRUG) MiXED iN WiTH THERE BAGS OF COCAiNE ... SO FOR THAT REASON iM OUT ..

Chance the Rapper, Maxo Kream, Isaiah Rashad und Timbaland haben Oxycodon, Xanax und andere verschreibungspflichtige Medikamente hinter sich gelassen. Danny Brown sieht diese Dinge mittlerweile ebenfalls ganz anders.

Lil Wayne hat üble Geschichten über seinen Konsum erzählt. Er gilt als eine Art Wendepunkt und einer der ersten, der Lean und Pillen massiv in seinen Texten thematisiert hat. Umso besser, dass auch bei ihm ein Umdenken stattfindet.

Vic Mensa fordert ebenfalls von seinen Fans, keine Drogen mehr zu nehmen. Lil Xan erklärt, jetzt nicht mehr "mit den falschen Leuten" zu hängen. Future hatte laut eigener Aussage sogar zunächst Angst zuzugeben, kein Lean mehr zu konsumieren.

Drogenabhängig, gehypt und im Kampf gegen Xanax: Wer ist Lil Xan?

Rockbands wie die Arctic Monkeys oder Queens Of The Stone Age insprierten ihn, er wollte eigentlich Fotograf werden und kam nur zum Rap, weil er Opfer eines Diebstahls wurde. Lil Xans Karriere ist keine 0815-Laufbahn eines Rappers. Zu einem der heißesten Künstler der US-Rapszene hat er es dennoch geschafft.

Trippie Redd zählt zu denjenigen, die den Konsum erst vor relativ kurzer Zeit aufgegeben haben. Sein Wille zum Entzug wurde durch den Tod von Juice WRLD hervorgerufen. Fredo Santana hatte zwar ähnliches vorgehabt, ist mittlerweile aber selbst schon gestorben.

Einige der prominentesten Beispiele von Rappern, die sich immer wieder offen gegen Drogenkonsum aussprechen, sind die folgenden:

Auch in Deutschland gibt es natürlich noch viel mehr Beispiele. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat zum Beispiel auch Nimo über dieses Thema gesprochen. Er bereue mittlerweile einige Dinge aus seiner Vergangenheit und sei froh, da rausgekommen zu sein.

Der neue Nimo: Wie der 385i-Rapper mit seiner Vergangenheit aufräumt

Am 25. Dezember wird Nimo 24 Jahre alt. Für sein Alter hat der 385i-Rapper schon eine ganze Menge erlebt: Jugendgefängnis, die ersten Schritte im Rapbusiness mit seinem Debüt "Habeebeee", Drogenkonsum, falsche Freunde, falsche (musikalische) Entscheidungen. Nimo scheint diese Erlebnisse mittlerweile allesamt verarbeitet zu haben.

Drogen werden in der Musik eigentlich schon immer thematisiert

Drogen und Rauschmittel aller Art existieren in etwa so lang wie die Menschheit. Der Wunsch nach Entgrenzung steckt womöglich einfach in uns. Dementsprechend thematisieren Künstler*innen das Ganze auch schon eine kleine Ewigkeit.

Das kann verdeutlichen, dass es sich dabei um kein hausgemachtes Rap-Problem handelt. Jazz-Musik drehte sich ebenfalls um den Rausch, beim Techno, im Blues, Schlager, Country, Reggae, Metal oder Folk gibt es dieselben Themen.

Bis zu einem gewissen Grad ist an einem Rauschzustand und dessen Thematisierung auch nicht unbedingt etwas auszusetzen. Sobald es aber gefährlich wird – und dafür sind harte Drogen nun mal prädestiniert – sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auch der Drogen-Tod von Künstler*innen ist leider nichts Neues

Wo das Thema Drogen ein wiederkehrendes ist, gilt dasselbe oft auch für den Tod. So bitter das klingt, es lohnt, sich das vor Augen zu führen: Es gibt in der Geschichte der Musik unzählige Drogentote.

Dazu zählen mehr oder weniger direkt auch Michael Jackson, Prince, Kurt Cobain, Amy Winehouse, Jimi Hendrix, Falco, Jim Morrison, Janis Joplin, Elvis Presley, Whitney Houston, Sid Vicious und viele viele mehr.

ODB war den harten Drogen ebenfalls nicht abgeneigt. Rap aus Texas hat DJ Screw, Pimp C und Big Moe höchstwahrscheinlich an Promethazin verloren. Solche Listen lassen sich beinahe endlos weiterführen.

In welchen Musik-Genres es am häufigsten um Drogen geht

Auch wenn es manchmal vielleicht so wirkt: Rap ist anscheinend nicht das verdrogteste Musik-Genre, das es gibt. Ganz im Gegenteil: Wie eine Untersuchung der Beratungsseite Addictions.com herausgefunden haben will, stellt Rap sehr viel mehr eine Art Schlusslicht dar. Auch wenn es da natürlich eine ganze Reihe an Dingen zu beachten gilt.

Warum nehmen Rapper Drogen & wieso rappen sie darüber?

Wieso Drogen so eine große Rolle im Leben vieler Menschen spielen, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Das kann an ihrem Umfeld liegen, an Menschen, mit denen sie in Kontakt treten. In eine Abhängigkeit abzurutschen, kann simple psychische Gründe haben. Selbstverständlich können auch Armut, Rassimus, gesellschaftliche Spannungen oder das Aufwachsen in strukturschwachen Gegenden eine Rolle spielen. Die USA stecken aktuell zum Beispiel gesamtgesellschaftlich in einer Opioid-Krise.

Wie Rapper den Drogenkonsum thematisieren, unterscheidet sich häufig extrem. Während einige Künstler dabei eher zerrissen wirken und auch die Schattenseiten des Konsums beleuchten, scheinen einige das Ganze einfach nur als Gimmick zu nutzen oder gedankenlos zu glorifizieren. Manchen Rappern wird genau das immer wieder vorgeworfen: Besonders perfide wirkt es, wenn jemand harten Drogenkonsum propagiert, ohne selbst davon betroffen zu sein.

Aber auch die genauen Gründe für das Rappen über Drogen lassen sich natürlich nicht allgemeingültig festmachen. Während die einen vielleicht wie MC Bogy als abschreckendes Beispiel vorangehen, feiern viele ihren Konsum auch einfach als Lifestyle, was natürlich schnell bedenkliche Auswirkungen haben könnte.

Was können wir tun, um zu helfen?

In erster Linie wahrscheinlich aufeinander aufpassen und gemeinsam an einer besseren, menschlicheren Gesellschaft arbeiten. An einer Gesellschaft, die nicht auf dem Rücken anderer Personen aufgebaut ist und sie dadurch womöglich in den Ruin treibt – nicht nur finanziell, sondern eben vor allem auch körperlich und psychisch.

Wenn ein Mensch in die Abhängigkeit abdriftet, hilft ein intaktes soziales Netz. Ansonsten existieren diverse Beratungs- und Hilfestellen, an die sich nicht nur direkt Betroffene, sondern auch Angehörige wenden können. Scheut nicht davor zurück, euch Hilfe zu suchen und mit anderen Leuten zu reden.

Wer unbedingt Drogen konsumieren will und der Meinung ist, das alles im Griff zu haben, sollte sich zumindest wenigstens umfassend informieren. Wer die Substanzen sowie ihre Risiken kennt und ihre Risiken einschätzen kann, läuft zumindest weniger Gefahr, an ihnen zugrunde zu gehen. Dabei können allein schon simple Safer Use-Regeln helfen.

Wie steht ihr zu dem Thema? Was haltet ihr davon, dass sich immer mehr Rapper gegen Drogen aussprechen?

Wie das Erbe von Mac Miller, Michael Jackson, Nipsey Hussle & mehr geregelt wird

Mac Miller hat zu Lebzeiten offenbar ziemlich exakt darüber nachgedacht, was nach seinem Tod geschieht. Das geht nun aus einem Bericht von TMZ hervor. Der im September 2018 verstorbene Rapper lässt Vermögenswerte von insgesamt 11 Millionen Dollar an seine Freunden sowie seine Familie verteilen.


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