"Tod vor Schande": Young Thug wehrt sich gegen Snitch-Vorwürfe

Young Thug wird mit Snitch-Vorwürfen konfrontiert: Vor ein paar Tagen ist eine alte Tonaufnahme eines Polizeiverhörs aus 2015 aufgetaucht, in der der YSL-Chef angeblich ein Mitglied seiner Crew verpfeift. Thugger will das jedoch nicht auf sich sitzen lassen und reagiert prompt.

"Hört auf": Young Thug reagiert auf Snitch-Vorwürfe

Auf Twitter schreibt Young Thug, dass die Leute aufhören sollen, ihn "zu einem von diesen Jungs" zu machen. Für ihn gelte immer noch: "Tod vor Schande". Aber Thugger belässt es nicht bei Worten: Der Rapper untermauert seine Antwort in einem anderen Tweet mit einem Gerichtsdokument aus seinem RICO-Verfahren. In dem Schreiben hatten er und sein Team das Gericht darum gebeten, alle Behauptungen abzublocken, die ihn beschuldigen, einem Polizisten vor Jahren Informationen zu einem Mord weitergegeben zu haben.

Die Unterhaltung mit dem Polizisten hätte es zwar gegeben – belastenden Informationen soll Young Thug dabei aber nicht preisgegeben haben.

"Dieser Antrag wurde gestellt, weil der Detective gelogen und behauptet hat, ich hätte in einem Polizeiauto eine Aussage getätigt. Blödsinn. Das ist niemals passiert."

Im Anschluss retweetet er noch den Post eines Users, der ihn verteidigt. Dieser behauptet, dass man das, was der "So Much Fun"-Rapper in den Tonaufnahmen sage, nicht als Verrat bezeichnen könne. Alle, die dem Gehör schenken, seien leichtgläubig und das Ganze gehe von wütenden Gunna-Fans aus.

Was war auf den Young Thug-Tonaufnahmen?

In dem geleakten Verhör aus dem Jahr 2015 ging es um die Schüsse auf Lil Waynes Tourbus. Young Thugs Kumpel PeeWee Roscoe wurde damals in dem Fall verhaftet und anschließend zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, bevor die Strafe 2018 revidiert wurde. In den knapp zwei Stunden des Verhörs sei Thugger ohne rechtlichen Beistand von der Polizei befragt worden. In der Aufnahme ist zu hören, wie Young Thug zugibt, dass er Lil Wayne Weed verkauft habe und dann PeeWee Roscoe erwähnt: Dort sagt er den Beamten, dass er nicht aussagen werde, dass Roscoe es nicht getan habe, da dieser "jeden Tag das Gesetz bricht". Mit dieser Aussage habe er aber nicht versucht, seinen Kumpel zu verraten, sondern ihm zu helfen, so Thug auf Twitter. Das soll auch der Grund sein, warum die Aufnahmen auch nie vor Gericht abgespielt worden sind.

Der Schuldige selbst sieht das übrigens auch so. PeeWee Roscoe hat sich in einem Instagram-Livestream zu den aktuellen Snitch-Vorwürfen gegen Young Thug geäußert. Er versichert den Fans, dass Young Thug ihn nicht bei der Polizei verraten habe, sich treu geblieben und dementsprechend so "clean wie Listerine" sei. Die eigentlichen "Ratte" in dieser Debatte sei Gunna, der laut Roscoe bestimmte Blogs und Accounts bezahlt haben soll, um die Snitch-Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Labelchef erneut in die Öffentlichkeit zu bringen.

Der Schaden innerhalb der YSL-Crew ist aber schon angerichtet: YSL Mondo, der Mitbegründer der Crew, bezichtigt Young Thug der Scheinheiligkeit, da er Gunna als "Ratte" bezeichnet, aber selber ähnliche Dinge getan habe. Thugger würde nun die Früchte seiner Taten ernten:

"Wenn ihr über Gunna redet, der wegen eines 'Ja, Ma'am' eine Ratte sein soll, dann wollt ihr mir weismachen, dass es jemanden nicht zur Ratte macht, wenn man sagt 'Sie haben gesagt, Roscoe hat auf den Bus geschossen'?"

Auch PeeWee Roscoe kriegt vom YSL-Mitbegründer sein Fett weg: Da er Young Thug beschützt, obwohl er seinetwegen zehn Jahre im Gefängnis verbracht habe, sei er sogar noch "schlimmer als eine Ratte". Mondo resümiert, dass der Rapper Roscoe einer Gehirnwäsche unterzogen haben muss.

Du kannst dir Hiphop.de-Artikel nun bevorzugt in der Google-Suche anzeigen lassen.

Jetzt aktivieren

Kategorie
Genre

Hiphop.de auf Spotify