"Tiffany": YG droppt Song über Gewalt gegen Transfrauen

Am vergangenen Freitag hat YG sein neues Album "The Gentlemen's Club" veröffentlicht. Neben Hits mit Tyler, the Creator, Pusha-T, JID und Ab-Soul erregt vor allem der Song "Tiffany" Aufmerksamkeit. Auf dem Track rappt YG in Form einer fiktiven Geschichte über Gewalt an Transfrauen. Der Song spaltet jedoch die Gemüter.

Song über Gewalt an Transfrauen: YG erntet Lob & Kritik für "Tiffany"

Der knapp siebenminütige von Ty Dolla $ign produzierte Track ist in zwei Teile aufgeteilt. In der ersten Hälfte erzählt YG die Geschichte, wie sich ein Mann namens Chris und die titelgebende Tiffany in einer durchzechten Clubnacht kennenlernen und näherkommen. Kurz bevor beide bei ihm zu Hause Sex haben, offenbart Tiffany ihm, dass sie eine Transfrau ist. Daraufhin beschreibt YG in der zweiten Hälfte des Songs, wie Chris sie absichtlich mit den falschen Pronomen anspricht, als Manipulatorin bezeichnet und sie in blinder Wut verprügelt. Er will Tiffany sogar erschießen, lässt jedoch in letzter Sekunde davon ab. Am Ende des Tracks erzählt sie Chris von den Schwierigkeiten, als Transfrau zu leben:

"They said, 'See, this the reason I ain't say shit / I'm scared of the violence, I don't know how you was gon' take it [...] I struggle with identity and fear bein' judged / The truth never set you free, I knew in the end, it's some blood"

Hier könnt ihr euch den Song in voller Länge anhören:

Nach dem Release hat der Song in den sozialen Medien für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Einige Fans loben YG für seine Storytelling-Fähigkeiten und den Mut, komplexe Themen wie Transphobie, genderbasierte Gewalt und toxische Maskulinität in einem Song zu behandeln. Dadurch sorge "Tiffany" dafür, dass diese Themen mehr im Fokus des Mainstreams landen – vor allem bei Leuten, die sonst selten über die Probleme von Transmenschen nachdenken.

Andere Nutzer, unter anderem aus der Trans-Community, stören sich wiederum an der Art und Weise, wie der Rapper auf "Tiffany" das Thema angegangen ist. Die Trans-Creatorin Kat Blaque beschreibt auf TikTok, dass der Song transfeindliche Stereotypen reproduzieren und Gewalt gegen Transfrauen legitimieren würde – auch wenn YG selbst auf dem Song die Geschichte in keiner Weise befürwortet. Besonders kritisch sieht sie das Narrativ, Transfrauen würden Cis-Männer absichtlich "austricksen". Das entspräche nicht den Erfahrungen, die sie als Teil der Trans-Community gemacht hat:

"Die Realität ist, dass es nichts ändert, ob ich offen damit umgehe oder nicht [...] Was ich weiß und was viele Transfrauen wissen, ist, dass es viele Situationen gibt, in denen wir ganz offen zu diesen Männern gesagt haben: 'Ich bin eine Transfrau'. Und diese Männer tun so, als würden sie uns nicht hören, nur damit sie ihre Fantasie ausleben können, in der sie eine schöne Frau mit nach Hause nehmen, die sich dann als Transfrau entpuppt."

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