Nachdem SSIO bereits vor einiger Zeit mit "Ottmann" ins CBD-Geschäft eingestiegen war, verkauft er ab sofort mit der "Tannenbusch GmbH" auch richtiges Cannabis. Per Instagram-Story hatte er seine Followerschaft kürzlich wissen lassen, dass er nicht nur ein Werbegesicht der Marke sei, sondern das dahinterstehende Unternehmen selbst gegründet habe: "Meine Nase steckt drin, in allen Prozessen ist meine Nase."
SSIOs Tannenbusch GmbH verkauft medizinisches Cannabis
Statt Ott, das nach Plastik riecht, wie "der ganze andere Dreck auf dem medizinal-Cannabis-Markt", wolle SSIO mit seiner Marke für Qualität stehen. Um diese auch wirklich liefern zu können, wird auf der Tannenbusch-Website mit dem hochgesteckten Versprechen geworben: "Jede Blüte wird von SSIO persönlich geprüft".
Die bislang einzige Sorte ist "Tubitti Frubitti", eine Hybrid-Genetik mit entspannten 31 % Prozent THC. Auf der Homepage ist unter dem Reiter "Produkte" zu sehen, dass noch mindestens zwei weitere Sorten als "Coming Soon" angepriesen werden.
Ein erstes Werbevideo bei Instagram kommt auf jeden Fall mit dem typischen SSIO-Humor um die Ecke und ist gewohnt aufwändig produziert:
North Data zufolge ist der Geschäftsführer der bereits im letzten Jahr gegründeten Tannenbusch GmbH ein Mann namens Timur Militürk. Dabei dürfte es sich wohl um den Co-Founder der CNBS Group handeln. Die beschreibt sich auf der hauseigenen Website als "unabhängiger pharmazeutischer Importeur, Hersteller und Großhändler seit 2019 spezialisiert auf die gesamte Wertschöpfungskette von Arzneimitteln auf Cannabinoidbasis". Zu den Marken der CNBS Group gehört unter anderem auch "Kejf", die Gras-Marke von Sido.
Gericht urteilt gegen Cannabis auf Tele-Rezept
SSIO, Sido und Co. verkaufen ihr Cannabis allerdings nicht an jedermann. Bei dem Ganzen handelt es sich immer um sogenanntes medizinisches Cannabis. Also Gras als Medikament auf Rezept und von einem Arzt verschrieben.
Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland können diese Rezepte allerdings auch per Ferndiagnose übers Netz ausgestellt werden. Zumindest das könnte sich bald jedoch ändern. Letzten Monat hatte das Landgericht München der Plattform Goeasy untersagt, "für eine telemedizinische Fernbehandlung mit dem Ziel der Ausstellung von Verschreibungen für medizinisches Cannabis zu werben". Weiter stellte das Gericht fest, dass es nicht den allgemein anerkannten fachlichen Standards entspreche, ein Medikament mit Suchtpotenzial an möglicherweise junge Patienten zu verschreiben, ohne persönlichen Kontakt mit einem Arzt.
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