Symbolischer Schlussstrich? Fler lässt sein Aggro Berlin-Tattoo entfernen

Fler gehört zu den zahlreichen deutschen Rappern, die eine Vorliebe für Tinte unter ihrer Haut haben. Das ist nicht zu übersehen. Jetzt lässt er sich den prominent auf seinen Unterarmen platzierten Aggro Berlin-Schriftzug entfernen. Ob beabsichtigt oder ungewollt: eine Geste mit Symbolwirkung.

Schon im Video zu NDW 2005, mit dem Fler seinen Durchbruch feierte, war der Name seines damaligen Labels auf der Haut zu lesen. Die Fans kennen Flizzy praktisch gar nicht ohne das Tattoo:


Foto:

Screenshot: FLER - NDW 2005 (OFFICIAL VIDEO) - https://youtu.be/v7L2eI_QYqo

Dass er schon lange kein Aggroberlina mehr ist, daran gibt es keine Zweifel. Unter anderem 2015 gab Fler zu verstehen, dass er sich nicht mal für Geld mit Sido oder den Aggro-Chefs an einen Tisch setzen würde. Offensichtlich gab es weder optische noch nostalgische Gründe, den Schriftzug zu behalten. Die Erinnerung an die alten Zeiten verblasst im wahrsten Sinne des Wortes:

"Platz machen für neue Tattoos!"

Platz machen für neue Tattoos! Danke @flawlessmedical !!! #makellos

1,735 Likes, 115 Comments - Fler (@official.fler) on Instagram: "Platz machen für neue Tattoos! Danke @flawlessmedical !!! #makellos"

Dass sich bei Fler derzeit etwas ändert, spiegelt sich nicht nur optisch und in seiner Musik wider, sondern auch in Aussagen wie dieser aus der aktuellen #waslos.

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Fler vor Gericht: Bushido soll als Zeuge aussagen

Fler vor Gericht: Bushido soll als Zeuge aussagen

Von Michael Rubach am 05.11.2020 - 11:37

Gestern startete vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten ein Prozess gegen Fler. Dabei ließ der Berliner Rapper laut Medienberichten über einen seiner Anwälte mitteilen, dass er sich nicht äußern werde. Auskunftsfreudig zeigte sich hingegen die Staatsanwaltschaft auf Twitter. "Beleidigungen im Internet, Beleidigung von Polizeibeamten, versuchte Nötigung eines Journalisten, Sachbeschädigung durch Graffiti und Fahren ohne Fahrerlaubnis" sind nur einige der Punkte, die Fler zur Last gelegt werden.

Prozess gegen Fler: Bushido soll offenbar in den Zeugenstand

Die Staatsanwaltschaft führt unter anderem an, dass Fler seinen Kollegen Bushido als "Bastard" und "ekeligen Hund" bezeichnet habe. Die Ehefrau von Bushido sei ebenfalls von Fler beleidigt worden. Auch Flers viral gegangener "Fanboy"-Ausraster ist Teil der Anklage. Darüber hinaus rollt der Prozess offenbar Flers offenen Umgang mit Post vom Gericht auf. Sensible Informationen über Gerichtsverhandlungen dürfen nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden. Die Bild schreibt, dass die Verhandlung dann "interessant" werde, wenn Bushido als Zeuge auftritt.

Im Vorfeld bezeichneten Fler und seine Anwälte die vielfältigen Vorwürfe in einer Erklärung als "unzutreffend, verfälscht oder aus dem Kontext gerissen." Es handele sich um eine Reihe von Vergehen aus dem "Bagatellbereich". Außerdem erklärt die Verteidigung: "Offensichtlich soll gegenüber Herrn Losensky - stellvertretend für eine mutmaßliche sogenannte Clankriminalität - 'ein Zeichen gesetzt' werden."

Die angeblichen Beleidigungen müsse das Gericht im "Lichte der Meinungsfreiheit" sehen. Im Rapper-Milieu werde so gesprochen. Dies sei ein künstlerisches Element. Flers Verteidiger verglich zur Verdeutlichung Rap mit Boxen. Dort gebe es ebenfalls einen Rahmen, auf den sich alle verständigt hätten und man könne "den anderen später nicht wegen Körperverletzung anzeigen."

Fler zitiert Jay-Z

Vor Gericht hat Fler dem Vernehmen nach kaum Emotionen gezeigt – abgesehen von gelegentlichem Kopfschütteln. Ein kurzer Kommentar zum Geschehen packte er auf Instagram. Er postete dort den Titel von Jay-Zs Debütalbum, der übersetzt so viel wie "berechtigter Zweifel" bedeutet. Dazu zeigt er sich maskiert auf den Treppen des Gerichtsgebäudes.



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Reasonable Doubt #widder

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Bei einer Verurteilung könnte auf Fler eine mehrjährige Haftstrafe zukommen. Ihm drohen bis zu vier Jahre Gefängnis. Ein Urteilsspruch wird wohl für Mitte Dezember erwartet.

Fler könnte eine mehrjährige Haftstrafe drohen

Fler muss sich mal wieder mit der Justiz rumschlagen. Gestern postete er auf Instagram, dass er vor einem Berliner Gericht in 20 Fällen angeklagt wird. Dafür wurde ein erweitertes Schöffengericht einberufen, welches nur hinzugezogen wird, wenn die Staatsanwaltschaft mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren rechnet.


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