Rechte hacken erneut Sylabil Spills Insta-Account

Sylabil Spills Instagram Page ist erneut einer Hackattacke zum Opfer gefallen. Mal wieder hatten es Rassisten auf den Account des Rappers abgesehen. Inzwischen hat Spill die Kontrolle zurückerlangt. Damit kein Zweifel daran aufkommt, wer sich da die Mühe gemacht hat, seine Social-Media-Präsenz zu vereinnahmen, teilt er nun einen mehr als belastenden Screenshot. Versehen ist das Ganze mit einer Triggerwarnung. Dennoch ruft Spill zum Teilen des Materials auf.

Sylabil Spill macht Rassismus sichtbar

Wie Sylabil Spill schreibt, wurde sein Account am 29. Oktober gehackt. Seine mehr als 20.000 Follower*innen konnten statt Posts von Spill zutiefst menschenverachtendes Material sehen. Wie seine Instagram-Seite nach dem Hack aussah, hat er einem Statement beigefügt. Ein Statement, das er zum zweiten Mal aufsetzen musste. Trotz Triggerwarnung ist sein erstes Posting offenbar nach einer Meldung entfernt worden. Hier auch nochmal die ausdrückliche Warnung: Die folgende Einbindung enthält eine Aufnahme von Sylabil Spills Account nach dem rechten Hackangriff.

Sylabil Spill: "Wer schweigt, gibt recht"

Hinter der Präsentation dieser drastischen Bilder und Beleidigungen steht eine Idee. Sylabil Spill erklärt in seiner Insta-Story, warum er so handelt. Er "will allen zeigen, dass Rassismus existiert" und dazu beitragen, die Welt für dieses Thema zu "sensibilisieren." Dafür soll seine Geschichte, die nur eine von viel zu vielen ist, geteilt werden. Ebenfalls in seiner Story macht er deutlich, was ihn dabei antreibt:

"Ich bin nicht der Erste, der Rassismus erfährt, und werde auch nicht der Letzte sein. Aber ich geh mit gutem Beispiel voran und empfehle jedem das auch zu tun. Weil: Wer schweigt, gibt recht."

Seit längerer Zeit setzt sich Sylabil Spill für die Förderung von Nachwussportler*innen ein. Anfang des Jahres wurde erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne zu Ende gebracht. Den Kids von "Tracksrunner" konnten so ein Trainingscamp und Ausrüstung finanziert werden. Spills Engagement in diesem Bereich wird ebenfalls permanent von rassistischen Anfeindungen begleitet.

Sieg gegen Rassismus: Sylabil Spills Crowdfunding-Kampagne endet erfolgreich

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Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


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Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


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via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


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Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


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Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


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