Starb Deso Dogg bei Gefechten rivalisierender dschihadistischer Gruppen in Syrien?

Wie bild.de berichtet, wurden dem Magazin Informationen zugespielt, dass Denis Cuspert aka Deso Dogg, der sich nun selbst Abu Talha Al-Almani nenne, bei "Gefechten rivalisierender dschihadistischer Gruppen in Syrien" getötet worden sei:

"Wie der Leiter der oppositionellen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdulrahman, am Dienstag auf dpa-Anfrage sagte, kam bei einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der Al-Nusra-Front und der Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) im Nordosten des Landes auch ein Kämpfer mit dem Namen Abu Talha Al-Almani ums Leben."

Allerdings heißt es auch hier wieder: "Abdulrahman betonte jedoch, dass nach wie vor nicht sicher sei, ob es sich bei dem Toten tatsächlich um Cuspert handele."

Schon im November 2013 wurde ein Video veröffentlicht, das den scheinbar verletzten und mit Blut verschmierten Deso Dogg zeigt, woraufhin es hieß, dass er tot sei. Diverse Zweifel wurden laut und tatsächlich erschien danach ein Interview von Deso Dogg, in dem er die Angriffe bestätigte und sagte, dass er halbseitig gelähmt sei.

Auch seine Verletzungen lässt er nicht unkommentiert: "Mein Kopf war offen gewesen, das Gehirn kam ein bisschen raus". Er habe drei oder vier Tage im Koma gelegen. Zurzeit sei er "leicht halb gelähmt". Es sei sein Ziel, in Zukunft im Kampf zu sterben.

In Deutschland nutzte der ehemalige Gangsterrapper seine Popularität, um für einen radikalen Islam und den bewaffneten Kampf zu werben. 2012 wurde ein Haftbefehl wegen besonders schweren Landfriedensbruchs ausgestellt. Später verließ er Deutschland, um sich dem bewaffneten Kampf anzuschließen.

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Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Von Michael Rubach am 04.05.2020 - 16:02

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ist heute ein Prozess gegen die Witwe von Denis Cuspert alias Deso Dogg angelaufen. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani trat der frühere Berliner Rapper immer wieder in Propaganda-Videos als Kämpfer für den Islamischen Staat in Erscheinung. Seiner Ehefrau wird nun unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Deso Doggs Witwe bestreitet IS-Mitgliedschaft

Die 35-jährige Angeklagte soll 2015 ihrem damaligen Mann nach Syrien gefolgt sein. Ihre drei kleinen Kinder habe sie ebenfalls in das umkämpfte Land gebracht. Vor Ort habe sie sich dann der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen. Ihre Kinder seien nach IS-Ideologie erzogen worden. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes habe sie dort schließlich Denis Cuspert geheiratet, der Medienberichten zufolge 2018 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist.

Der Aufenthalt in Syrien habe laut Anklage die "körperliche und psychische Entwicklung" der Kinder gefährdet. Auch wird der Beschuldigten zur Last gelegt, eine Kalaschnikow besessen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht hier eine "Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht" sowie einen "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz."

Ferner prüft das Gericht, ob die Angeklagte versucht hat, per E-Mail weitere Frauen für den IS anzuwerben. Damit nicht genug: Die beschuldigte Deutsch-Tunesierin soll eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben. Der Anwalt der Angeklagten bestreitet dieses Verbrechen. Er betont, dass das betreffende Mädchen "ein Gast wieder jeder andere" gewesen sei. So berichtet es der NDR.

Der Anwalt lässt darüber hinaus verlauten, dass sich seine Mandantin lediglich um die Kinder gekümmert habe und dies die Pflicht einer Mutter sei. Dadurch werde sie nicht automatisch zu einer Terroristin.

Im September 2019 wurde die Frau verhaftet. Vorher lebte sie laut NDR drei Jahre "unauffällig" in einem Hamburger Stadtteil. 2016 hatte sie Syrien wieder den Rücken gekehrt.


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