Putin vs. (Kunst)Freiheit: Russland denkt über staatlich kontrollierten Rap nach

Der russische Präsident Vladimir Putin vertritt eine eindeutige Position zu Rap: Er möchte die Musik offensichtlich staatlich kontrollieren lassen. Auf einer Kulturratsversammlung in St. Petersburg äußerte sich Vladimir Putin nun zu diesen Plänen, wie die BBC berichtet.

"S*x, Drogen und Protest": Putins Sicht auf Rap

Laut Vladimir Putin befördert Rap den "Verfall einer Nation". Für Putin bestehen Rap und andere moderne Kunstformen demnach aus drei Säulen: "S*x, Drogen und Protest". Am meisten würden ihm die Drogen Sorgen bereiten. Gleichzeitig scheint sich Putin bewusst darüber zu sein, dass er das Thema "mit großer Vorsicht" behandeln muss. Da er eine komplette Zensur von Rap für eher undurchführbar hält, schwebt ihm ein staatlicher Eingriff vor:

"Wenn es [Rap] unmöglich zu stoppen ist, sollte es [Rap] übernommen und in eine bestimmte Richtung gelenkt werden."

In letzter Zeit kam es in Russland vermehrt zu Spannungen zwischen Rapkünstlern und der lokalen Polizei. Ohne Erklärungen konnten geplante Konzerte plötzlich nicht mehr stattfinden.

Husky & IC3PEAK als prominente Opfer

Die Festnahme des Rappers Husky brachte die Debatte so richtig ins Rollen. Er performte im November nach einem abgesagten Gig für die wartenden Fans auf dem Dach eines Autos. Die Behörden warfen ihm unter anderem vor, "extremistisch" zu sein. Er musste daraufhin zwölf Tage im Arrest verbringen. Daraufhin veranstalteten einige der bekanntesten Rapper Russlands ein Charity-Konzert für den Inhaftierten, wie die unabhängige Zeitung The Moscow Times schreibt.

In seinen Texten weist Husky auf soziale Missstände und Ungerechtigkeiten hin. Einige seiner Videos sind inzwischen gesperrt. Was man noch dazu sagen kann, ist dass mit die 3 größten Rapper des Landes daraufhin ein Charity Konzert für den Inhaftierten veranstaltet haben."

Хаски - Пуля-дура

iTunes: http://apple.co/2nm865H https://vk.com/husky_music https://vk.com/apachivideo https://vk.com/qtbeats YT: http://bit.ly/2nNzCdx

Die Gothrap-Gruppe IC3PEAK konnte Teile ihre Russland-Tour nur unter erschwerten Bedingungen spielen. Gegenüber der BBC erzählt Sängerin Anastassija Kressilina, dass Konzertveranstalter ohne Angabe von Gründen unter Druck gesetzt wurden. Es gebe generell keine offiziellen Stellungnahmen der Behörden. Niemand komme konkret auf die Musiker zu und stelle klar, warum schon angekündigte Gigs ausfallen müssen.

Bereits in China ist Rap und die Hiphop-Kultur im Allgemeinen zu einem Staatsthema geworden. Die dortige Regierung hat verschiedene Elemente der größten Jugendkultur aus dem Fernsehen verbannt. Soweit möchte Putin offenbar nicht gehen. Dennoch würde die Umsetzung seiner Idee einen massiven Eingriff in die Kunstfreiheit bedeuten.

Radikale Zensur: Warum China Hiphop aus dem Fernsehen streicht

Andere Länder, andere Sitten - China nimmt diesen Ausspruch aktuell sehr ernst. Wie die Online-Ausgabe des "Time"-Magazins berichtet, hat die chinesische Regierung die Hiphop-Kultur aus dem Fernsehen verbannt. Die Medienbehörde mit dem Namen "the State Administration of Press, Publication, Radio, Film and Television of the People's Republic of China" (oder kurz: SAPPRFT) soll dahinter stecken.

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Kurz vorm Bürgerkrieg? Diddy gründet politische Partei

Kurz vorm Bürgerkrieg? Diddy gründet politische Partei

Von Michael Rubach am 18.10.2020 - 13:21

Diddy mischt fortan mit seiner eigenen Partei im politischen Geschehen Amerikas mit. Wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat er die "Our Black Party" ins Leben gerufen. Eine Verbesserung der Lebensrealität der Schwarzen Community ist dabei das erklärte Ziel.

"Die Mission ist es, eine Plattform zu schaffen, um eine politische Agenda voranzutreiben, die auf die Bedürfnisse der Schwarzen eingeht."

Diddy umreißt das Partei-Programm

Auf Twitter nennt Diddy den Launch der Partei "eines der kühnsten Dinge", die er jemals getan habe. Er arbeite dabei unter anderem mit jungen Schwarzen Aktivist*innen zusammen. Es sei bei "Our Black Party" letztlich egal, ob man auf der demokratischen oder republikanischen Seite des politischen Spektrums stehe. Was zählt: Die Lebensqualität der Schwarzen Bevölkerung müsse "dramatisch verbessert" werden, wie es auf der Website der Partei heißt.

Das Programm der "Our Black Party" formuliert verschiedene Forderungen: Das Ende der Finanzierung der Polizei ("Defunding The Police"), ein garantiertes Einkommen für alle und die Legalisierung von Marihuana sind nur ein paar Punkte auf der Agenda. Weitere Infos gibt es auf ourblackparty.org. Die aktuelle Lage in den Staaten schätzt der Hiphop-Mogul darüber hinaus ziemlich dramatisch ein.

Diddy vs. Donald Trump: Kurz vorm Bürgerkrieg?

Oberste Priorität habe für Diddy zunächst, die Wiederwahl des amtierenden US-Präsidenten zu verhindern. "Er muss gehen", twittert der Bad Boy Records-Gründer. Die amerikanische Bevölkerung dürfe "diesem Mann nicht erlauben, dass dieser weiter versuche zu spalten". Diddy prognostiziert, dass die verhärteten Fronten in den USA sonst zu kriegsähnlichen Zuständen führen könnten.

Trump habe die "Dinge zu weit getrieben". Um die Situation bewältigen zu können, wünscht sich Diddy den demokratischen Kandidaten Joe Biden im Weißen Haus. Es sei an der Zeit, dass sich die Schwarze Community vereine. Mit der frisch gegründeten Partei soll dieses Vorhaben offenbar angegangen werden.

Diddys Engagement wird hier und da öffentlich hinterfragt. Die Sängerin Aubrey O'Day zieht seine Aussagen in Zweifel. Das ehemalige Mitglied der von Diddy gecasteten RnB-Gruppe Danity Kane deutete via Twitter an, dass Diddy und Trump eigentlich gute Freunde sein würden.

Weitere Einblicke in seine politischen Vorstellungen gewährt Diddy in einem aktuellen Interview bei Revolt TV.


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