Spotify sieht sich mit einem weiteren Gerichtsverfahren konfrontiert. So wurde am Mittwoch, dem 5. November, eine Sammelklage wegen des "Discovery Mode" von Spotify eingereicht. In der Klageschrift wird dem Streaminganbieter vorgeworfen, seine Kunden mit verdeckter Werbung in die Irre zu führen.
"Discovery Mode" ein pay-to-play-Programm?: Spotify wird verklagt
Bei einem New Yorker Bezirksgericht liegt aktuell eine Sammelklage gegen Spotify vor. Repräsentiert werden die Kläger von Genevieve Capolongo, einer Userin des Dienstes, die behauptet, seit Jahren von der Plattform in die Irre geführt worden zu sein. Sie gibt an, über den "Discovery Mode" der Plattform "immer dieselben Titel von Major-Labels" vorgeschlagen bekommen zu haben. Diese hätte allerdings wenig mit ihren tatsächlichen Hörgewohnheiten zu tun.
Capolongo behauptet, Spotify vermarkte sich als Plattform mit "organischen Musikempfehlungen". In Wahrheit würden sie diese "Empfehlungen heimlich an den Meistbietenden" verkaufen. In der Klage wird das Ganze mit einem pay-to-play-Programm verglichen, bei dem Artists heimlich Geld für Plays zahlen würden.
Was steckt hinter dem "Discovery Mode"? Spotify bietet das umstrittene Tool seit 2020 an. Künstler und Labels haben hierüber die Möglichkeit, einzelne Songs auszuwählen, die von der Plattform priorisiert werden sollen. Diese werden dann über den Algorithmus beim Erstellen von Playlists gepusht. Damit soll laut Spotify die Wahrscheinlichkeit steigen, dass ein Song vorgeschlagen wird. Garantiert sei das aber nicht. Das schwedische Unternehmen erhält dafür übrigens 30 % der über den Kampagnenzeitraum erzielten Umsätze.
Ein großes Geheimnis ist das Ganze nicht. Die Funktionen des "Discovery Mode" kann man als Verbraucher über die Website von Spotify ganz einfach nachschauen. Das sei laut Genevieve Capolongo allerdings nicht ausreichend. So wird in der Klageschrift argumentiert, dass Spotify nicht genau spezifiziert, welche Songs gepusht wurden. User könnten so nicht zwischen organischen Empfehlungen und verdeckter Werbung unterscheiden.
Spotify sieht sich aktuell mit mehreren Klagen konfrontiert. So hat der Ex-Death-Row-Rapper RBX kürzlich eine Sammelklage gegen den Streaminganbieter eingereicht. In den Klagepapieren wird unter anderem behauptet, Spotify hätte wissentlich betrügerische Aktivitäten auf der Plattform ignoriert. Als Beispiel dafür soll Drake herhalten, der angeblich Milliarden von Fake-Streams verzeichnet: