Spotify-Bestenlisten 2018: Rapper national und weltweit unangefochten an der Spitze

Das Jahr neigt sich dem Ende und somit zieht auch Spotify Bilanz. Wie der Streamingdienst heute bekanntgab, führen sowohl national als auch weltweit Rapper die Spitzen der Bestenlisten an.

Meistgestreamter Künstler in Deutschland war in diesem Jahr RAF Camora. Im vergangenen Jahr musste er sich noch Ed Sheeran geschlagen geben und war "nur" meisgestreamter deutschsprachiger Artist. Nun thront RAF an der Spitze und auch die folgenden Plätze sind fest in Deutschrap-Händen.

Auf Platz zwei liegt Capital Bra, der zudem mit "Berlin lebt" das national erfolgreichste Album innehat. Den dritten Rang belegt Bonez MC. Für den in Deutschland meistgestreamten Song sorgte jedoch keiner der drei, das war 2018 "In My Mind" von Dynoro und Gigi D'Agostino.

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Weltweit setzt sich zum dritten Mal Drake und somit ebenfalls ein Rapper durch. Er ist auch in diesem Jahr der global am meisten bei Spotify gestreamte Künstler und stellt in Form von "God's Plan" den weltweit meistgestreamten Track. Unfassbare 1,1 Milliarde-mal wurde "God's Plan" bei Spotify abgespielt. Außerdem sorgt er mit "Scorpion" für das global meistgestreamte Album 2018.

Auch die weltweite Top drei wird von Rappern vervollständigt. Post Malone rangiert auf der #2, der im Juni ermordete XXXTentacion auf der #3.

Check hier mehr zu RAF Camora ab:

Ist RAF Camora bei 187? Hat er Abitur? 5 Dinge, die Fans über RAF Camora ständig wissen wollen

Als erster deutschsprachiger Künstler hat RAF Camora kürzlich die unfassbare Marke von eine Milliarde Spotifystreams geknackt. Ein weiterer Meilenstein, nachdem er zusammen mit Bonez MC und "Palmen aus Plastik 2" die Charts dominiert hat wie niemand zuvor.

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Kool Savas über Streaming: "Man muss sich diesem Release-Wahnsinn nicht beugen"

Kool Savas über Streaming: "Man muss sich diesem Release-Wahnsinn nicht beugen"

Von Jesse Schumacher am 12.02.2020 - 16:13

Die Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music sind in der heutigen Zeit gar nicht mehr wegzudenken. Sie beeinflussen nicht nur das Hörerverhalten, sondern prägen auch die Art und Weise wie Musik produziert und vermarktet wird. Nach GfK Entertainment und dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) ist die Anzahl der User auf Spotify im letzten Jahr um 30% gestiegen. Im Jahr 2019 nutzten 271 Millionen Hörer weltweit den Streaming-Dienst.

Kool Savas und Toxik über das Streaming-Zeitalter

Für den #Businessclass-Podcast des jungen Handelsblatt-Portals Orange sprachen die Moderatoren mit Kool Savas und Toxik über die Entwicklungen im Streaming-Zeitalter. Kool Savas sagt, dass ein Unterschied zu früher darin liegt, dass es sich damals schnell gezeigt hat, ob ein Album kommerziell erfolgreich wird oder nicht. Heute sei das Potential eines Songs, auch nach einiger Zeit noch erfolgreich zu werden, viel höher. Einen Grund sieht er beispielsweise darin, dass ein Song zur richtigen Zeit in der richtigen Playlist landen kann. Außerdem sei es für ein jüngeres Publikum durch die Abonnements bei Streaming-Plattformen heutzutage viel günstiger, neue Musik zu hören.

Doch nicht nur der Erfolg der Musik hängt vom Streaming ab. Auch die Musik habe sich verändert. Die Intros seien kürzer und meist beginnen die Songs mit dem Chorus. Kool Savas sagt:

"Das ist einfach nur, weil die Leute sofort erkennen sollen, um welchen Song es geht, damit sie nicht weiter skippen. Das Konsumverhalten hat sich verändert. Es ist so wie wenn du als Kind nachts alleine in einem Süßigkeitenladen eingesperrt bist und überall mal kosten kannst. Da muss irgendwas so krass bei dir hängen bleiben, dass du sagst, ich esse das jetzt noch mal. Im besten Fall läuft es so, man läuft da durch und nimmt sich von allem etwas."

Auch Toxik erkennt diesen Trend. Insbesondere deutscher Rap habe sich extremst verändert. Er sei viel melodischer und die Strophen kürzer geworden. Außerdem sagt er:

"Wenn man 25 Minuten ins Mikrofon schreit und super anspruchsvoll rappt, war das vielleicht früher cool, um Leute zu beeindrucken, aber der Algorithmus dankt es einem heute vielleicht nicht."

Im Vergleich zu früher sei außerdem erkennbar, dass die Frequenz der veröffentlichten Songs heute viel höher sei. Toxik erklärt sich das dadurch, dass bei Spotify auch die Anzahl der monatlichen Hörer*innen extrem wichtig sei. Diese werde hoch gehalten, wenn konsequent viele Tracks veröffentlicht werden. 

Kool Savas sieht diese Tendenz auch, betont aber, dass sich nicht jeder Künstler danach richten sollte. Er sagt dazu:

"Man muss sich diesem Release-Wahnsinn nicht beugen, das wäre totaler Blödsinn. Es gibt Künstler, zu denen passt das nicht. Das ist einfach eine andere Art und Weise, wie man damit umgeht. Aber für neue Künstler, die wirklich von Medien wie Instagram abhängig sind und damit auch intensiv arbeiten, ist das schon wichtig, dass die auch bei diesem Tempo mithalten. Sonst sind die nicht mehr auffällig genug."

Am Ende des Interviews wird deutlich, dass er die Entwicklung der Streaming-Dienste weder komplett positiv noch negativ einschätzt. Es gebe beide Seiten.


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