Nachdem gleich mehrere große Sponsoren dem Wireless Festival aufgrund des dreitätigen Headliner-Spots für Kanye West den Rücken gekehrt haben, schaltet sich nun auch der Chef von Festival Republic ein. Melvin Benn, der Geschäftsführer der Firma, die auch das Wireless Festival organisiert, hält dabei weiterhin an Ye fest. Er verweist sich in einem offiziellen Statement darauf, dass Menschen zweite Chancen verdienen und auf Kanye Wests psychische Krankheit.
"Eine zweite Chance": Wireless-Chef Melvin Benn hält an Kanye West fest
In seiner Stellungnahme stellt Melvin Benn klar, dass er Kanyes antisemitische Aussagen der letzten Jahre keinesfalls relativieren wolle. Das Ganze sei für ihn genauso "abscheulich" wie für die "jüdische Gemeinschaft, den Ministerpräsidenten und andere, die sich dazu geäußert haben – und, wenn man ihm Glauben schenkt, nun auch für Ye". Seine eher versöhnliche Einstellung gegenüber dem Rapper erklärt er mit einem persönlichen Umstand. So habe der Geschäftsführer selbst jemanden in seinem privaten Umfeld, der seit 15 Jahren mit einer psychischen Krankheit zu kämpfen habe.
Dieser Person hätte Melvin Benn viele "verabscheuungswürdige" Dinge vergeben müssen. Das habe ihn als Menschen verändert:
"Wenn ich es vorher noch nicht war, so bin ich nun in allen Bereichen meines Lebens zu einem Menschen geworden, der Vergebung und Hoffnung ausstrahlt. Auch im Beruf."
Jedenfalls wolle er dem Musiker keine Plattform bieten, um "Meinungen jeglicher Art zu verbreiten", sondern einfach, damit dieser Songs spiele, die "von Millionen von Menschen gehört und geliebt werden". Er bittet Kritiker darum, ihre Einstellung Kanye gegenüber zu reflektieren und dem Künstler etwas Vergebung und Wohlwollen entgegenzubringen. Dem Ganzen fügt er noch hinzu, dass es für Ye nicht verboten sei, nach England einzureisen, um dort aufzutreten.
Kanye Wests anstehende Auftritte beim Wireless-Festival lösen landesweite Debatte in England aus
Vor etwa einer Woche wurde angekündigt, dass Ye während der gesamten Dauer des diesjährigen Wireless Festivals als Main Act gebucht ist. Wenige Tage nach besagter Ankündigung gaben die Getränkeunternehmen PepsiCo und Diageo wiederum bekannt, sich als Sponsoren vom Wireless Festival zurückzuziehen. Und nicht nur das: auch hochrangige britische Politiker haben sich inzwischen eingeschaltet.
Premierminister Keir Starmer und der Bürgermeister von London erklärten beide unabhängig voneinander, absolut nichts von den geplanten Auftritten zu halten. Ersterer halte es für "äußerst besorgniserregend", dass jemand wie Ye trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen für das Wireless gebucht sei. Derweil fordert die britische Wohltätigkeitsorganisation Campaign Against Antisemitism in einem Statement auf Twitter, dass die britische Regierung Kanye West keine Einreisegenehmigung erteilt.
Im Moment diskutieren diverse Minister ein Einreiseverbot für den Musiker.
Wireless-Debatte: Kanye West bietet Treffen mit der jüdischen Community in UK an
Die Kontroverse rund um das anstehende Festival ist an Kanye natürlich nicht vorbeigegangen. Der hat in einem offiziellen Statement angeboten, sich mit der jüdischen Gemeinschaft in UK zu treffen, um persönlich über das Ganze zu sprechen:
"Ich wäre dankbar für die Gelegenheit, mich persönlich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Großbritannien zu treffen und ihnen zuzuhören. Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen – ich muss Veränderungen durch mein Handeln zeigen. Wenn Sie dazu bereit sind, bin ich da."
Nachdem Ye die letzten Jahre immer wieder mit antisemitischen und faschistischen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht hatte, veröffentlichte er im Januar 2026 eine Entschuldigung im Wall Street Journal. Laut eigenen Angaben habe seine bipolare Störung eine große Rolle bei den besagten Aussagen gespielt. Er sei "kein Nazi und kein Antisemit".
Mehr zu der Debatte bezüglich des Festivals erfahrt ihr hier:
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