"Sonny Black"-Indizierung: Urteil zu Bushidos Klage gefällt

Nachdem die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn 2014 Bushidos Album Sonny Black indiziert hatte, klagte der Berliner nun vor dem Verwaltungsgericht Köln. Resultat: Die Platte wird von offizieller Seite weiterhin als jugendgefährdend eingestuft.

Vor Gericht seien zwei Songs abgespielt und bewertet worden, heißt es etwa bei Spiegel Online. Bestimmt auch ein lustige Situation, wenn man nicht gerade Bushido heißt und sich um einen beträchtlichen finanziellen Schaden sorgen muss – Sonny Black darf jetzt schließlich immer noch nicht wieder verkauft werden.

Beim Oberverwaltungsgericht Münster kann Bushido jedoch Berufung einlegen. Im Juni 2015 wurde ihm dort Recht gegeben, als er gegen die Indizierung des Songs Stress ohne Grund vorging:

Urteil gefällt: Bushido gewinnt Gerichtsprozess

Bushido hatte gegen die Indizierung des Tracks Stress Ohne Grund Beschwerde eingereicht. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab ihm nun recht und erklärte die Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jungendgefährdende Medien für rechtswidrig. Im Jahr 2013 war das Album NWA von Bushidos Schützling Shindy eine Woche nach Veröffentlichung indiziert worden.

Bushido vor Gericht: Bleibt "Sonny Black" auf dem Index?

Dass sich Bushido und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in der Vergangenheit bereits einige Male uneinig waren, dürfte bekannt sein. In knapp zwei Wochen werden die Differenzen nun erneut vor Gericht ausgetragen. Dabei geht es um die Indizierung von Bushidos Album Sonny Black .

Bushidos Texte und der Index: "Rap ist die hässliche Fratze der Gesellschaft" - Aktuelle Stunde - Fernsehen - WDR

Bushidos Texte sind heftig. Können wir von einem Rapper erwarten, dass er sich manierlich benimmt? Falk Schacht: Ich weiß nicht, ob der Anspruch sinnvoll ist, von einem Rapper zu verlangen, wie er sich zu verhalten hat. Rapper sind ja ein Spiegel der Gesellschaft und die Gesellschaft produziert Umstände, in denen Rapper leben.

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Aggro Berlin vs. Bushido: Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung

Aggro Berlin vs. Bushido: Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung

Von Paul Kruppa am 29.04.2021 - 10:34

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Bushido und seinen früheren Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker. Der Vorwurf: schwere räuberische Erpressung. Wie der Spiegel berichtet, ist eine Anzeige der Aggro Berlin-Gründer ausschlaggebend.

Aggro Berlin-Gründer & Bushido mit unterschiedlichen Angaben zur Trennung

Nach Informationen des Spiegels haben Eric Remberg (Specter), Jens Ihlenfeld (Spaiche) und Halil Efe ausschließlich gegen Bushido Anzeige erstattet. Diese sei am 16. März erfolgt. Ein paar Wochen später sei auch Arafat Abou-Chaker von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter angeführt worden.

Gegenüber dem Spiegel bestätigten die Aggro Berlin-Gründer offenbar, dass es sich bei ihrer Anzeige um ein Ereignis dreht, das 17 Jahre zurückliegt. 2004 verabschiedete sich Bushido von dem legendären Deutschrap-Label. Über die Umstände der damaligen Vertragsauflösung existieren abweichende Erzählungen.

So schildert Aggro Berlin eine Begegnung mit circa sechs Männern im Studio. Einer dieser Männer habe ein "machetenartiges Messer" dabei gehabt. Unter Androhung von Gewalt soll die erforderliche Unterschrift von Specter unter den Auflösungsvertrag erzwungen worden sein. Mit der gleichen Methode habe die Bushido-Seite eine Unterschrift von Spaiche erwirkt. Halil Efe soll noch einen Schlag ins Gesicht bekommen haben, bevor er das türkische Wort für "Nein" auf das Dokument schrieb. Diese Informationen gehen aus Unterlagen hervor, auf die sich der Spiegel beruft.

Bushido Sicht der Dinge weicht davon ab. Er soll an einem Prozesstag im vergangenen August jener Darstellung entschieden widersprochen haben: "Alles völliger Bullshit." Es sei falsch, dass sechs Männer im Studio gewesen sind. Ebenfalls habe es die Machete nicht gegeben. Der EGJ-Boss und Arafat seien "ganz allein" vorstellig geworden. Arafat Abou-Chaker habe dabei jedoch "mit Nachdruck die Unterschrift einfordern müssen", wie es beim Spiegel weiterhin heißt. Auch eine Ohrfeige gegen Halil Efe habe demnach stattgefunden. Gegen einige Angaben von Bushido zum Ablauf der Trennung wollten die Aggro Berlin-Gründer bereits in der Vergangenheit eine Unterlassungserklärung erwirken.

Aggro Berlin-Gründer gehen juristisch gegen Bushido vor

Die Gründer von Bushidos ehemaligem Label Aggro Berlin wehren sich gegen diverse Aussagen des Berliner Rappers.

"Es geht immer um geschäftliche Interessen", sagte der Anwalt von Arafat Abou-Chaker dem Spiegel zufolge zu den aktuellen Ermittlungen. Außerdem soll der Jurist erklärt haben: "Ich gucke es mir in Ruhe an und werde es zersägen."

Der Spiegel weist darüber hinaus daraufhin, dass schwere räuberische Erpressung erst nach 20 Jahren verjährt. Fler kommentiert die Berichterstattung um seinen ehemaligen Weggefährten auf Twitter ebenfalls mit diesem Hinweis auf das geltende Strafrecht.


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