Silla ist für ein neues Interview bei den Kollegen von TV Strassensound zu Gast. Mit Host Davud spricht der Südberliner über sein kommendes Album "SBM" und seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der deutschen Hauptstadt. Dabei kommen Silla und er auch auf Finanzen und den aktuellen Stand der Musikindustrie zu sprechen. Mit Hinblick auf seine neue Platte erklärt der Killa, wie viel er eigentlich noch durch seine alte Musik verdient.
Silla: "Orgi bezahlt mich jeden Monat noch"
Silla erklärt, dass er derzeit "so happy" mit seiner finanziellen Situation sei. Ein Independent-Künstler zu sein gebe ihm die Möglichkeit, Kontrolle über seine Diskografie und die Einnahmen seiner Musik zu haben. Einzig die Musikvertriebsplattform iGroove bekomme zehn Prozent der Einnahmen der Songs, die Silla darüber veröffentlicht.
Aber auch seine alten Alben würden sich noch auszahlen: Sein ehemaliger Labelchef King Orgasmus One bezahle ihn "jeden Monat noch" wegen der Alben, die Silla während seiner Zeit bei I Luv Money Records veröffentlicht hat. Von Orgi erhalte er einen Anteil von "so 600 Euro" im Monat. Alleine seine 2011 veröffentlichte Platte "Silla Instinkt" bringe ihm rund 300 Euro im Monat ein, da das Album "einfach so ein Evergreen" sei. Zusammen mit anderen Einnahmequellen wie Liveshows und seinem Label Schnelles Geld habe sich Silla so durch seine Legacy einen stabilen Cashflow aufgebaut:
"Das summiert sich halt alles. Es ist auf jeden Fall Geld da. Es ist jetzt nicht 'Saudi Arabi Money Rich'-Geld in dem Sinne, [...] aber es ist Geld und man kann damit arbeiten, man kann leben, ich bin happy."
Silla gibt Tipps für Artists in Not: "Diese Blase platzt immer"
Dennoch gehe Silla neben seiner Rap-Karriere noch einer anderen, nicht näher genannten Tätigkeit nach, die "nichts mit Musik" zu tun habe. Gleichzeitig betont er, dass Geld sowieso kein Faktor bei seiner Motivation sei, Musik rauszubringen. Silla treibe seine Leidenschaft für Hiphop an: Der Berliner wolle mit seiner Musik das Rap-Genre und vor allem seinen Old School-Stil weiter aufrechterhalten, damit die Szene nicht aussterbe. Es wäre für ihn schon "ein großer Erfolg", wenn er mit seinem kommenden Album "500 CDs" verkauft. Die Wertschätzung der Fans sei ihm "wichtiger als Geld" – vor allem während der derzeitigen Phase, in der sich "jeder beschwert" und die Musikindustrie "am Sack ist".
Dabei kommt er auch auf das kürzlich von LGoony veröffentlichte Statement zu den aktuellen Schwierigkeiten für kleinere Artists zu sprechen. Das Ex-Glo Up Dinero Gang-Mitglied hat in einem YouTube-Video die geringen Einnahmen durch Streamingdienste wie Spotify und musikerfeindliche Algorithmen auf Social Media kritisiert. Silla betont, dass er LGoony zwar nicht persönlich kennt, trotzdem aber noch ein paar Tipps für ihn und andere Artists, die derzeit in einer Krise stecken, parat hat:
"Diese Blase platzt immer [...] Klar gibt es immer so Phasen, wo du einen Zehner im Monat verdienst und dann bist du gehypt. Aber das läuft ja auch in Zyklen und in vier, fünf Jahren ändert sich das halt. Rumheulen, das bringt dir gar nichts. Stell dich breiter auf, mach vier, fünf andere Sachen und wenn es nicht passt, dann muss man eben auch mal zurücktreten und nochmal neu planen."
Das komplette Silla-Interview könnt ihr euch auf dem Kanal von TV Strassensound anschauen:
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