Schwesta Ewa bleibt vorerst in U-Haft: Wie es nach der Entlastung weitergeht

Gestern wurde bekannt, dass die vier Hauptzeuginnen im Prozess gegen Schwesta Ewa teilweise für eine Entlastung der Rapperin gesorgt haben. Der danach erwartete Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls gegen die Rapperin wurde aber vorerst abgelehnt, wie sich später herausstellen sollte. Die Kammer habe argumentiert, dass die 35 Körperverletzungsdelikte "nicht zwingend" für eine Bewährungsstrafe sprechen würden, schreibt die Frankfurter Rundschau.

Wie geht es weiter?

Der nächste Verhandlungstag ist der kommende Dienstag. Richter Martin Bach sei zuversichtlich, dass die Beweisaufnahme dann abgeschlossen werden könnte. Ebenfalls am Dienstag könnten Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung dann ihre Plädoyers halten. Schon am kommenden Mittwoch wäre demnach ein Urteil denkbar.

Dass Schwesta Ewa bis dahin in U-Haft bleibt, begründet die Kammer auch mit einer gewissen "Verdunklungsgefahr":

Es sei nicht auszuschließen, dass Schwesta Ewa, deren mutmaßliche Opfer ihr immer noch "sehr zugetan" seien, versuchen könnte, Einfluss auf die Zeuginnen zu nehmen. Schließlich sei die Beweisaufnahme noch nicht abgeschlossen. – Frank Behr, Frankfurter Rundschau

Von den ursprünglichen Vorwürfen des Menschenhandels und der Zuhälterei könne inzwischen "allenfalls nur noch sehr eingeschränkt" die Rede sein, wird Ewas Verteidiger Stefan Bonn zitiert. Die hinterzogenen Steuern von etwa 50.000 Euro habe seine Mandantin zudem längst zurückgezahlt.

Eine Bewährungsstrafe scheint aktuell für das Urteil im Bereich des Möglichen zu liegen. Schwesta Ewa hat bereits über acht Monate in Untersuchungshaft verbracht.

Prozess in Frankfurt: Schwesta Ewa bleibt in Haft

Die wegen Zuhälterei und Steuerhinterziehung in Frankfurt angeklagte Rapperin Schwesta Ewa bleibt in Untersuchungshaft. Das Landgericht wies am Dienstag einen Antrag der Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls zurück. Es stehe längst noch nicht fest, dass die 32-Jährige eine Bewährungsstrafe erhalten werde, hieß es in der Begründung.

Wendung im Prozess gegen Schwesta Ewa: Aussagen der Zeuginnen aufgenommen

Im Prozess gegen Schwesta Ewa zeichnet sich nach dem gestrigen Verhandlungstag eine Wendung zu Gunsten der Rapperin ab. Die vier jungen Prostituierten sprechen laut Frankfurter Rundschau alle von einem...

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Xatar erzählt, warum SSIO in den Knast musste

Xatar erzählt, warum SSIO in den Knast musste

Von Michael Rubach am 19.03.2020 - 16:19

Die Story um Xatars legendären Goldraub ist auch 2020 noch lange nicht auserzählt. Im Zuge des neuen "Quarantäne"-Podcasts mit AON-Kollege SSIO packt Xatar eine Anekdote aus, die bisher wohl nie den privaten Rahmen verlassen hat.

SSIO musste nach Xatars Goldraub ins Gefängnis

Das AON-Oberhaupt erzählt bestens gelaunt eine kleine Geschichte: So hätten "Hardcore-Bullen" damals jeden festgenommen, der zur Zeit des Goldraubs auch nur entfernt mit ihm in Kontakt gestanden habe. Dabei sei auch SSIOs Wohnung gestürmt worden. Dort sei die Polizei dann auf zwei Jungs getroffen, die mit "Playstation-Controller in der Hand eingepennt" nichtsahnend in ihren vier Wänden saßen.

Bei der Aktion habe die Polizei einen "Zufallsfund" gemacht. Das konnte Xatar wohl anschließend den Polizeiakten entnehmen. Um was es sich beim ehrbaren BWL-Studenten SSIO für einen Zufallsfund gehandelt haben dürfte, lassen wir an dieser Stelle mal offen. Er musste auf jeden Fall für eine unbestimmte Zeit in der JVA Köln-Ossendorf einsitzen. Dieser Fakt amüsiert Xatar auch heute immer noch prächtig:

"SSIO war original im Knast und keiner weiß das."

SSIO fürchtet nach Xatars Ausführungen mit hörbarer Ironie um seine Sponsoring-Verträge und kündigt an, juristisch dagegen vorgehen zu wollen, wenn von der Story etwas in seinem Wikipedia-Eintrag landet.

Die Ereignisse liegen angeblich circa 10 Jahre zurück. Nach seiner Entlassung sei SSIO den Weg nach Hause komplett zu Fuß gegangen. Immerhin 70 Minuten, die ihm als "entspannter Spaziergang" im Gedächtnis geblieben sind. Lange habe er zudem noch von dem nächtlichen Polizeibesuch geträumt. Die ganze Story im besagten Podcast beginnt nach ungefähr 20 Minuten:

Auch wenn Xatars Raubzug nun um ein weiteres Kapitel reicher ist – vom erbeuteten Gold fehlt weiterhin jede Spur. Mehr über die Geschichte von Xatar kannst du hier in einem Portrait nachlesen:

Flüchtlingskind, Goldräuber und Labelboss: Xatar im Portrait

Als Giwar Hajabi am 24. Dezember 1981 im Iran geboren wurde, deutete wenig daraufhin, dass er knapp 37 Jahre später einen Erfahrungsschatz gesammelt haben sollte, der Stoff für mindestens zwei Hollywood-Streifen bietet. Heute veröffentlicht er seine Platte "Alles oder Nix 2" und ist den meisten als Xatar bekannt.


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