Im Interview mit den Grafschafter Nachrichten spricht Kay One erneut über ein Karriereende als Rapper in wenigen Jahren. Dies hatte er bereits vor wenigen Tagen gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung angedeutet.

Darauf angesprochen nennt Kay One eine mögliche Option, wie es nach dem Rapper-Dasein weitergehen könnte. Schauspiel sei durchaus eine Möglichkeit. "Ich sehe mich langfristig aber eher als der böse Dieter Bohlen (lacht). Ich produziere und schreibe derzeit schon für verschiedene Künstler. Auf der Bühne werde ich definitiv aber mindestens noch zwei Jahre stehen", so Kay.

Wie schnell zwei Jahre im Showgeschäft vorbeigehen, weiß Kay One selbst wohl am besten.

Alle Infos zu Kays neuem Album Jung Genug Um Drauf Zu S********N findest du in unserer Release Section und auf Amazon:

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

Wenn er in 5 Jahren noch erfolgreich ist dann macht er auch noch rap. Sagt er doch nur damit nun alle kiddys auch sein Album kaufen - da die nun alle denke das könnte sein letztes/vorletztes Album sein.

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Dieter Bohlens Statement zu Xavier Naidoo ist eine Enttäuschung (Meinung)

Dieter Bohlens Statement zu Xavier Naidoo ist eine Enttäuschung (Meinung)

Von Michael Rubach am 15.03.2020 - 16:31

UPDATE vom 16. März:

Fler und PA Sports haben sich ebenfalls zu Xavier Naidoos Videos geäußert und wir klären nochmal, was daran rassistisch ist:

Fler & PA Sports: Was ist an Xavier Naidoos Videos rassistisch?

Xavier Naidoo ist in der Vergangenheit bereits mehrfach durch dubiose Texte, Aktionen und Aussagen aufgefallen. Letzte Woche hat er es mit einigen rassistischen Videos dann aber so weit getrieben, dass viele Ex-Fans nicht mehr drumherum kommen, sich von ihm zu distanzieren.

Xavier Naidoo ist unter der Woche bei DSDS rausgeflogen. Dem vorausgegangen sind verstörende Aufnahmen, die den Mannheimer beim Singen von hetzerischen Zeilen zeigen. Wie positioniert sich nun ein Unterhaltungsformat wie DSDS zu einem Künstler, der nicht erst seit gestern der rechten Szene in die Hände spielt? Unsouverän, unzureichend und letztendlich enttäuschend.

Statement zu Xavier Naidoo: Dieter Bohlen verzögert

Eigentlich ist Dieter Bohlen nie um einen schnellen Spruch verlegen. Wenn es darum geht, sich von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze zu distanzieren, lässt er sich jedoch ordentlich Zeit. Er räumt sich dermaßen viel Zeit ein, dass man sich zwangsläufig die Frage stellt, ob er den medialen Trubel um seinen abgesägten Jury-Kollegen nicht nutzt, um die Zuschauer vom Wegsehen abzuhalten.

Wer nämlich auf ein Statement des DSDS-Alphatiers wartet, muss sich bis zur finalen Phase der Show gedulden. Zu Beginn der Sendung ließ Bohlen verlauten, dass er "noch eine halbe Stunde Zeit" benötige, um seine Meinungsbildung abzuschließen. Inwiefern er sich parallel zu einer laufenden TV-Show Gedanken über Rassismus gemacht hat, obliegt der Vorstellungskraft jedes Einzelnen. Nach den anberaumten 30 Minuten passiert auf jeden Fall nichts.

Erst kurz vorm Ende der mehrstündigen Sendung sieht er sich offenbar in der lästigen Pflicht, etwas ansprechen zu müssen. Das lässt er auch heraushängen. Er müsse "ja was sagen" und das zu einer Sache, die er "gar nicht so wahnsinnig" finde. Dementsprechend gibt es kein Plädoyer gegen Rassismus zu hören. Einige dröge Verweise auf die Ausrichtung der Show und der Schulterschluss mit den Entscheidungsträgern hinter dem Naidoo-Rauswurf scheinen zu genügen.

"Bevor die Sendung zu Ende ist, muss ich ja was sagen. [...] Es geht hier wirklich in erster Linie um unsere Kandidaten, unsere Sänger und nicht um die Jury. Das haben einige, glaube ich, in der letzten Woche durcheinander gekriegt. Wir suchen hier nicht den Super-Juroren. [...] Und zur anderen Sache auf die alle warten: Ich find's gar nicht so wahnsinnig. [...] Wir machen hier eine Unterhaltungssendung, und da geht es wirklich um Unterhaltung, nicht um Hass oder irgendwelche Hetze. Deshalb steht die ganze Jury und mein ganzes Team hinter der Entscheidung von RTL."

Dieter Bohlens Statement wirft Fragen auf

Im Vorfeld ließ es Dieter Bohlen offen, wie er sich zu der Situation verhalten werde. Auf Instagram erklärte er, dass er nicht in die Berichterstattung derer einstimme, "die die Hintergründe nicht kennen". Es werde "Blödsinn geschrieben". Da wolle er sich nicht einreihen.

Wenn Dieter Bohlen also nicht geplant hatte, sich der überwiegenden Meinung anzuschließen, dass Xavier Naidoos Kurz-Video mit Hetze und Rassismus aufgeladen ist – welche Ansichten vertritt er dann? Und was genau ist daran eigentlich blödsinnig, rassistische Texte klar als solche zu benennen? Inzwischen wurde in dem Fall auch Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung gestellt. Einige Rapper haben vorgemacht, wie konkrete Abgrenzung zu Xavier Naidoos wirren Gedanken funktioniert:

Xavier Naidoo: Weitere Deutschrapper distanzieren sich deutlich

Von Michael Rubach am 11.03.2020 - 14:45 UPDATE vom 12. März: Mehr und mehr Kollabopartner und Kollegen distanzieren sich klar von Xavier Naidoo: UPDATE vom 11. März: Mit einem schriftlichen Statement auf Instagram hat Xavier Naidoo auf die kursierenden Videos reagiert. Diese sollen aus dem Jahr 2018 stammen.

Dieter Bohlen setzt das falsche Signal

Nun hat Dieter Bohlen vor laufender Kamera zumindest keine Gegenposition eingenommen. Er hat sich nicht auf die Seite derer gestellt, die behaupten, dass Xavier Naidoos Text eine "absolut falsche Interpretation" erfahren habe. Es soll dem 66-Jährigen auch keinesfalls unterstellt werden, dass er Hass und Hetze tolerieren würde. Dennoch: Von einem Mann, der für viele Zuschauer als Legende des Unterhaltungsfernsehens gilt und zweifelsohne ein Meinungsmacher ist, wäre eine klare Haltung erforderlich gewesen. Kein solch kaugummiartiges Statement, das eher halbherzig wirkt.

Parallel dazu fantasiert übrigens der rechtsextreme Flügel der AfD in einem Video davon, dass diejenigen, die nicht in der Lage seien, die Einheit zu leben, "auch mal ausgeschwitzt" werden. Das Coronavirus ist gerade sicher das vorherrschende Thema, aber nur eines von vielen Problemen, mit denen wir zu kämpfen haben.

Es ist ein fatales Signal, dass sich vor einem Millionenpublikum keine deutlichere Distanzierung von Rassenhass und Hetze stattfindet. Das wie auch immer motivierte Hinauszögern lässt das Ganze noch inkonsequenter erscheinen. In diesem Moment hätte man Gesicht zeigen und die Stimme erheben können. Was Dieter Bohlen als "gar nicht so wahnsinnig" begreift, fußt auf den wirren Gedanken eines überaus erfolgreichen Musikers, der nicht nur regelmäßig Applaus von Rechtspopulisten erhält, sondern gar den Antichristen hinter Klimaschützern vermutet.

Antifa Zeckenbiss on Twitter

Klimaleugner-#Naidoo Erst Rassismus gegen Flüchtlinge, nun soll hinter #FridaysForFuture der Satan stecken. #Lesch #Schellnhuber #Janich https://t.co/6bKoWep20o

Ja, richtig gelesen: Aus einem weiteren Video von Xavier Naidoo geht hervor, dass er Fridays For Future für Teufelswerk hält. Man möge sich schließlich den Buchstaben F genauer anschauen, der den sechsten Platz im Alphabet einnimmt. Da wisse man auch wieder, "wer dahinter steckt". Dreimal F ergebe nach dieser Logik die biblische Zahl des Teufels. Das ist leider kein platter Joke, um Verschwörungstheoretiker vorzuführen, sondern spiegelt den Gehalt der Botschaften Naidoos wider. Warum die Abgrenzung von so einer Weltsicht so schwer fällt, bleibt Dieter Bohlens Geheimnis.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (1 Kommentar)