"Schämen Sie sich!" – Bushido kritisiert AfD-Rhetorik der Geissens

Die Kommentare, Meinungen und Einschätzungen zum Echo-Gewinn von Kollegah und Farid Bang nehmen immer größere Dimensionen an. Nach Preisrückgaben sowie verstörenden Äußerungen aus Boulevard und Politik ergreift nun Bushido das Wort. Er fühle sich "dazu genötigt".

Er richtet sich hauptsächlich direkt an die Geissens, die sich populistisch und rechtsgesinnt in den sozialen Medien zu der Preisverleihung geäußert haben:

"Was war das denn bitte für ein Griff ins Klo? Als ich Ihrer beider Äusserungen zu diesem Thema las, drehte sich mir der Magen um. [...] Ihr Statement hätte auch von der AfD sein können."

Dabei gehe ihm vor allem die Art und Weise gegen den Strich, mit der die bekannten RTL2-Gesichter ihre dubiose Meinung kundtun. Dabei störe ihn die Einflussnahme der Fernsehstars auf Menschen, die nicht übermäßig clever sind:

"Ich zitiere: 'Die Ausländer hier in Deutschland, die unser Geld'... Schämen Sie sich! Das sind doch genau die Mittel der AfD. Ein Streitpunkt als Thema nehmen und direkt wieder mit den Ängsten, der teilweise wirklich sehr naiven, Menschen spielen."

Bushido ordnet darüber hinaus zu Beginn seines Beitrags die viel besprochene Auschwitz-Line ein und vergleicht seine eigene Kunst mit der von Kollegah und Farid Bang. Das ist insofern bemerkenswert, als dass auf "JBG 3" kein gutes Haar an Bushido und seinem Umfeld gelassen wurde:

"Nun gibt es eben diese Zeile, die so heftig diskutiert wird. Ja ich finde sie auch geschmacklos. Ich würde so etwas auch nicht in meinen Songs thematisieren, fühle mich aber nicht besser als Farid oder Kollegah. Sie sind, wie ich, Teil einer Kultur, die seit ihren Anfängen in Deutschland weder akzeptiert, noch respektiert wird. Vom Verstehen wollen wir erst gar nicht reden."

Das ganze Statement im Wortlaut kannst du hier nachlesen:


Foto:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10155218669497455&id=280079817454

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Kommentare

Ganz besonders rtl2 war die Rechtschreibung / Grammatik des Herrn Geissen.

Antisemiten zu sagen sie haben hier nichts verloren ist doch nichts anderes als "Nazis Raus!" zu sagen.

5312

Halts Maul Bushido und rede mal über deine Situation du Internetgangster...

wieso sucht bushido eigentlich so verzweifelt die öffentlichkeit?

Deine Meinung dazu?

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Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Von Michael Rubach am 31.07.2020 - 13:47

Die Neuauflage des wohl umstrittensten Battle der jüngeren Deutschrapgeschichte ist gestern über die Bühne gegangen. Für jeweils 10.000 Euro Antrittsgage haben sich Meidi und Ssynic ein Re-Match geliefert. Farid Bang hatte die Aktion eingefädelt und das Battle zur Attraktion eines mehrstündigen Events im Düsseldorfer ISS Dome gemacht.

Meidi & Ssynic mit unterschiedlichen Herangehensweisen

Nach vier Stunden Live-Event stand das Battle auf dem Programm. Ohne üppige Vorrede kamen die Jungs zur Sache. Meidi ging in jeder seiner Runden aggressiv zu Werke. Mit scheinbar ordentlich Wut im Bauch startete er ins Battle und ließ ohne Rücksicht auf Verluste jede Menge asoziale Punchlines folgen. Das Ende von Meidis Parts mündete stets in Beleidigungen gegen Ssynic und seine Mutter – mitten in so eine Schimpftirade schlitterte schließlich irgendwann ein "Time".

Ssynic konzentrierte sich darauf, Revue passieren zu lassen, was seit dem Alpha Royale alles geschehen ist. Dabei setzt er den Fokus auf Realtalk und breitete Anekdoten aus, die sich nach dem Match im April 2019 ereignet haben sollen. Auch verweist er auf seine eigenen Erfolge als Künstler. Schließlich sei er es, der seinen Traum leben könne. Hin und wieder redete Meidi in seinen Vortrag hinein.

Farid Bang genießt die Show

Farid Bang schaute sich das Spektakel sichtlich amüsiert aus sicherer Entfernung an. Später sollte er davon sprechen, dass das Battle ein "magischer Moment" gewesen sei. Nach drei Runden lagen die Karten auf dem Tisch und mit ein bisschen Verzögerung erfolgte auch der Handshake zwischen den Kontrahenten. Es ist ja schließlich nur Battlerap. Nun lag es bei den Zuschauer*innen, einen Sieger zu küren.

Im Gegensatz zum Alpha Royale verzichtete die Neuauflage auf eine prominente Jury. Farid Bang hielt sich ebenso vollkommen raus. Per Telefon-Abstimmung galt es, über Sieger und Verlierer zu entscheiden. Meidi konnte es lange gar nicht glauben, dass keine zusätzlichen Experten herangezogen wurden. Rooz, der durch den gesamten Stream führte, verkündete schließlich ein paar Stunden später das amtliche Endergebnis. Meidi schaffte es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und setzte sich durch.

Damit bestätigte sich, was Ssynic bereits kurz vor der Bekanntgabe geahnt hatte. Er glaubte, dass sein Kontrahent aus Hannover an diesem Tag triumphieren würde.

"Ich würde auch sagen, er war auf jeden Fall vorne. Er hat solide durchgespittet, mehr Punchlines gehabt, sich weniger rausbringen lassen. Reicht."

Ohne die Atmosphäre, die durch das Vorhandensein einer Crowd entsteht, machte das Battle an manchen Stellen einen befremdlichen Eindruck. In einer leeren Location mag einfach nicht so recht Battle-Stimmung aufkommen – trotz einer erkennbaren Grundaggressivität von Meidi und Ssynic. Die Vibes im Nachhinein waren dafür umso versöhnlicher. Meidi bot Ssynic mehrmals den Dialog an, um diese umfangreiche Episode deutscher Battlerap-Geschichte noch einmal aufzuarbeiten.

Wir haben euch den Stream der kompletten Show hier eingebunden. Nach circa vier Stunden beginnt das Battle:


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