Bewegendes Statement: Samy Deluxe erklärt, warum #AllLivesMatter fatal ist

Samy Deluxe hat in knapp zehn Minuten auf den Punkt gebracht, warum der in diesen Tagen kursierende Hashtag #AllLivesMatter eine problematische Angelegenheit ist. Die Hamburger Rap-Legende meldet sich via IGTV aus einem vernebelten Zimmer, um Klartext zu sprechen. Allen, die seinen Gedanken nicht folgen können oder wollen, empfiehlt er, die Social-Media-Verbindung zu ihm aufzulösen.

UPDATE: Hier findet ihr noch sehr viel mehr zum Thema:

Wieso #alllivesmatter nicht hilft, sondern kontraproduktiv ist

Der Schwarze George Floyd wurde in den USA von Weißen Polizisten getötet. Seitdem protestieren Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassismus und Polizeigewalt. Sie eint die Bewegung und das Hashtag #blacklivesmatter. Der Gedanke dahinter ist eigentlich klar und eindeutig: Schwarze sind genauso viel wert wie alle anderen auch, sie spielen eine genauso wichtige Rolle.

Samy Deluxe kritisiert #AllLivesMatter vehement

Allzu oft werde laut Samy der allgegenwärtige Rassismus auf die "Spitze des Eisbergs" zusammengestaucht. Soll heißen: Es besteht die weit verbreitete Annahme, dass sich nur Personen rassistisch verhalten würden, die vorsätzlich radikal und stramm rechts sind.

Dieses Verständnis klammere jedoch alltägliche Formen von Rassismus aus, die in unserer Gesellschaft tief verwurzelt sind. Wenn man der Black Lives Matter-Bewegung also ein #AllLivesMatter-Hashtag entgegensetze, rücke das eine Gruppe zwangsläufig aus dem Spotlight, die allein aus historischer Perspektive eine unvergleichliche Ausgrenzung erfahren hat. Der überflüssige Hinweis, dass ja alle Leben gleich wertvoll seien, verwässere für den Wickeda MC das angeprangerte Problem.



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Mit dem Movement von #BlackLivesMatter eine Spaltung der Gesellschaft in Verbindung zu bringen, ist außerdem schlichtweg Unsinn. Die schwarze Community beansprucht nirgends für sich, dass ab sofort ausschließlich ihre Leben zählen würden. Wer sich trotz dessen für eine Relativierung einsetzt, verkennt den Kern des Problems und weiß seine persönlichen Privilegien nicht richtig einzuschätzen. Samy Deluxe führt das vor allem auf Naivität zurück.

"Jeder, der jetzt gerade versucht, da ein Argument für sich zu machen, nur weil er so erzogen worden ist von seinen Eltern – wir sind alle gleich, es gibt keine Unterschiede, es gibt keine Farben – der muss sich einfach eingestehen, dass es eine mega naive und nicht zeitgemäße Blickweise auf diese Welt ist. Früher oder später wird euch der geschichtliche Kontext korrigieren."

Die um die Welt gegangenen Bilder der Ermordung von George Floyd waren nicht nur für Samy etwas, das "Traumata aufweckt". Dass rassistisch motivierte Lynch-Morde im Jahr 2020 sich sogar in Gegenwart von Zeugen ereignen können, müsste einen globalen Prozess in Gang setzen. Für Samy sei jetzt die "Zeit zu lernen und sich auszutauschen". Das fange schon beim Grundverständnis an. Jeder müsse begreifen, dass Rassismus bereits dort beginnt, "wo man nicht sensibel für die Feinfühligkeiten einzelner Gruppen ist."

Black Lives Matter: So kannst du dich über Rassismus informieren & helfen

Aufgrund der anhaltenden Proteste in Amerika ist das Thema Rassismus aktuell wieder so stark im Fokus der Öffentlichkeit wie lange nicht mehr. Der Mord an George Floyd durch einen Polizisten scheint der Tropfen gewesen zu sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Eine besserwisserische Position zu #BlackLivesMatter einnehmen zu wollen, zeugt von solch fehlender Feinfühligkeit. Es demaskiert vielmehr die Ignoranz gegenüber rassistischen Strukturen und Denkweisen, denen man selbst nie ausgesetzt war.

"Wenn du sagst: 'Ich seh keine Farbe', heißt das nur, du bist nicht so aufgewachsen, dass du über deine Farbe definiert wurdest. Wenn du sagst: 'Wir sind alle gleich', heißt das nur, du wurdest nie ungleich behandelt. Wenn du sagst: 'Es spaltet, wenn nur eine einzelne Gruppe ihre Interessen vertritt', heißt das nur, du hast ein sehr gespaltenes Verhältnis zu der Gesellschaft."

Ein Grund für Samys längerer Ausführung ist sicher auch seine persönliche Verbindung zur Situation in den Staaten. Sein 19-jähriger Sohn lebt schließlich dort. Dieser habe in diesen Tagen "Angst um sein Leben."

Sohn von Samy Deluxe meldet sich aus den Staaten

Der Sohn von Samy hat sich darüber hinaus in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Er berichtet in einer kurzen Story von einer Erfahrung mit Rassismus. Gleichzeitig erklärt er, dass neben den Leben auch die Geschichten der schwarzen Community in diesen Tagen eine immense Bedeutung besitzen, um der Gesellschaft weiter den Spiegel vorzuhalten und rassistische Denkweisen vielleicht irgendwann aus den Köpfen der Leute zu bekommen.

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"Diskriminierung & Racial-Profiling": Boosie Badazz will Instagram verklagen

"Diskriminierung & Racial-Profiling": Boosie Badazz will Instagram verklagen

Von Till Hesterbrink am 19.09.2020 - 12:28

Boosie Badazz hatte es sich, wie so viele, während der Corona-Pandemie zum Hobby gemacht, auf Instagram mit seinen Fans live zu gehen. Dabei war jedoch das ein oder andere Mal nackte Haut zu sehen, sodass sein Account gesperrt wurde. Nun ereilte seinem neuen Account ein ähnliches Schicksal und wie HiphopDX berichtet, scheint Boosie gewillt, diesen Streit im Gerichtssaal auszufechten.

Boosie Badazz: Neuer Instagram Account mit Live-Verbot

Nachdem sein Account gesperrt wurde, sah sich Boosie scheinbar gezwungen, ein neues Instagram-Profil anzulegen mit dem passenden Namen "@boosienewig". Als er sein Comeback mit einem Live-Stream feiern wollte, wurde dieser umgehend von Instagram beendet. Sein Account scheint mittlerweile mit einem Live-Verbot belegt zu sein.

Wenn es das eine soziale Netzwerk nicht mehr bringt, dann geht es halt zum nächsten. Auf Twitter ließ Boosie sich über seine Instagram-Sperrung aus und vermutete, dass die Entscheidung auf Diskriminierung zurückzuführen sei:

"Ich habe einen neuen Account angelegt, @boosienewig, und die haben meinen Livestream direkt gestoppt, als The Shade Room ihn gepostet hat. Ich hab nichts gepostet oder bin live gegangen, das ist Diskriminierung/Racial-Profiling und so weiter. Ich werde dagegen klagen. Ich rufe jetzt Drew an."

Mit "Drew" scheint Drew Findling gemeint zu sein, der Anwalt des Rappers.

Boosie Badazz: "Ruft Mark Zuckerburger an"

Als Boosies ursprünglicher Account letzten Monat gelöscht wurde, tat er das, was wahrscheinlich jeder vernünftige Erwachsene in seiner Position getan hätte: Er wandte sich an den Facebook-Chef und Instagram-Besitzer Mark Zuckerberg persönlich.

Via Twitter veröffentlichte der Rapper mit eigenem OnlyFans-Profil ein Video, welches an Zuckerberg gerichtet war. Auch wenn es an der korrekten Aussprache des Namens noch ein wenig haperte.

"Mark Zuckerburger, ich muss mit dir reden. Ich weiß nicht, was ich getan habe, aber ich brauche mein Instagram zurück! [...] Ich hab jedem gesagt 'Ruft Mark Zuckerburger an. Markiert ihn. Sagt ihm, er soll meine Schwester anrufen. Wir müssen reden.' Ich brauche mein Instagram!"

("Mark Zuckerburger, i need to talk to you. I don't know what i did, but i need my Instagram back. [...] I told everybody, 'Call Mark Zuckerburger. At him right now. Tell him call my sister. We need to talk.' I need my Instagram!")

Doch der Milliardär schien nicht erreichbar zu sein. Aus diesem Grund fuhr Boosie härtere Geschütze auf und versuchte Zuckerberg mit Geld zu locken. Er bot dem Mann mit einem geschätzten Vermögen von knapp 100 Milliarden Dollar ganze 100.000 Dollar für die Reaktivierung seines Accounts.

Doch auch der Bestechungsversuch blieb erfolglos. Bis heute ist Boosies originaler Instagram-Account gesperrt.


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