Saints Row 2 (PS3)
You wanna be gangster? You wanna be gangstress? Für alle die, die schon gerne ja sagen würden, denen aber Drogen ticken um diese Jahreszeit am Bahnhof zu kalt und das Gezeter der Nutten zu stressig ist, gibt es den zweiten Teil von Saints Row .

Nach dem ersten Teil wurde der Gangsterboss, der Stillwater City in seiner Macht hatte, ins Koma befördert und anschließend sicher auf der Gefängnisinsel verwahrt. Sicher? Nun, da stellt sich die berechtigte Frage, denn nachdem du deinem Charakter im umfangreichen Editor ein Geschlecht und ein Aussehen (alles ist möglich) verpasst hast, wachst du in genau diesem Gefängnis auf und machst dich auf den Weg zurück nach Stillwater . Hier hat sich einiges getan. Die Saints , deine Gang, hat nichts mehr zu melden. Stattdessen teilen sich drei andere Gangs und der übermächtige Ultor -Konzern die Stadt. Also gilt es sich erstmal wieder Respekt in der eigenen Stadt zu verschaffen und das erfolgt natürlich mit allerlei bleihaltigen Argumentationsverstärkern. Mit Gewaltdarstellung hält Saints Row nicht zurück und auch die Story um den aufstrebenden Gangsterboss wird witzig erzählt und lässt diesen als typisches Gangsterbossarschloch dastehen. Schön!
Die Aufgaben, denen man sich stellen muss, sind nicht groß anders als die, denen auch Niko Bellic und seine Vorgänger gegenüberstanden. Typische Genrekost al à " Fahre dort hin und hole Gegenstand " oder " Eliminiere Person " bis hin zu " nimm das Drogenlabor hoch ". Trotzdem ist Saints Row 2 definitiv zu empfehlen und das auch obwohl die Optik alles andere als lecker ist. Grafikfetischisten müssten nämlich einen großen Bogen um das Game machen, dass mit tristen Texturen, begrenzter Sichtweite und regelmäßigen Rucklern keine Preise gewinnt. Auf der anderen Seite stehen allerdings neben der unterhaltsam erzählten Story vor allem die Nebenaufgaben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben Standards wie Rennen (egal ob Auto, Boot oder Hubschrauber), Taxi- oder Rettungswagen fahren darf man sich auch im Fight Club oder als Feuerwehrmann versuchen, Promis vor TV-Kameras oder wild gewordenen Fans beschützen, Autos stehlen, Gebäude mit Dreck bewerfen oder einem Bordell die nötigen "Angestellten" besorgen. Gerade diese Nebenaufgaben sind es, die einen immer wieder für lange Zeit ans Pad fesseln und das nicht nur, weil die Belohnungen durch Bestehen der Games das Gameplay erleichtern.
Auch Online zeigt sich Saints Row 2 von seiner besten Seite. Neben den üblichen Death-Matches darf man nämlich mit einem Online Homeboy mittels Koop-Funktion gemeinsam Aufträge absolvieren und dem gegnerischen Gangsterpack zeigen, was ihr drauf habt.

Wertung:
4,5 von 6

Fazit:

Spielerisch hui – technisch pfui. Wer sich allerdings von der Grafik verprellen lässt, verpasst ein gutes Spiel al à GTA , wenngleich der übermächtige Bruder natürlich nicht erreicht wird.

Thq.de