Saboteur (PS3)
Sean Devlin hat definitiv eine große Klappe. Er ist ein Lebenskünstler sondergleichen. Erfolgreich als Rennfahrer, die Frauen liegen ihm zu Füßen und überhaupt muss er sich über das Morgen keine Gedanken machen. Als ihn eines Tages der deutsche Rennfahrer Kurt Dierker zum Rennen herausfordert und dann auch noch mit unfairen Mitteln gewinnt, ist das Ego gekränkt. Sean will Kurt einen Streich spielen und steigt gemeinsam mit Homie Jules in eine Fabrik ein. Dumme Idee - letztere entpuppt sich als Waffenfabrik und schon ist man mitten im Abenteuer. Dierker selbst ist nämlich ein Nazi und Jules überlebt den geplanten Streich leider nicht, während Sean knapp entkommen kann, fortan allerdings überhaupt nicht gut auf Dierker zu sprechen ist. Sean Devlin will Rache und so beginnt er im besetzten Paris gegen die Deutschen vorzugehen. indem er Wachtürme, Panzer oder Flugabwehrkanonen sprengt . Saboteur ist ein waschechtes Open World Game in bester GTA-Manier aber mit definitiv anderem Setting.

Devlin fährt Rennen, klettert in Asassin's Creed-Manier von Gebäude zu Gebäude oder versucht sich als Sam Fisher und schleicht sich lautlos an Wachen heran oder herum. Action wird natürlich ebenfalls groß geschrieben und so warten zahlreiche Shootouts auf den Spieler. Gerade in der zweiten Hälfte des Games geht es heiß her. Man ballert sich über einen fahrenden Zug, überfliegt die Stadt mit einem Zeppelin und das Finale kann natürlich nur auf dem Eiffelturm stattfinden. In der Zwischenzeit sabotiert Sean Devlin die Nazis wo es nur geht und verdient sich ein paar Charakterupgrades dazu. Die Nebenmissionen hätten allerdings weitaus interessanter ausfallen können. Hier hat die Konkurrenz eindeutig die Nase vorn. Auch die Tatsache, dass man quasi an jeder Stelle Sabotage betreiben kann und deutsche Anlagen von der Pariser Landkarte verschwinden lassen kann ist zu Beginn sehr unterhaltsam, verliert aber auf Dauer stark an Reiz. Zum Schluss sprengt man die Anlagen nur noch, weil sie eben da sind oder die Trophyhunter da draussen, um an die begeehrte Platin zu kommen. Da der Schwierigkeitsgrad sehr moderat ausfällt, ist Saboteur auch für Gelegenheitsspieler kein Problem und genau das ist das Problem. Saboteur ist für geübte Spieler oft zu einfach. Man stirbt meist nicht an den Shootouts mit den deutschen Truppen, sondern eher, weil man sich beim Klettern vertut und in den Bildschirmtod stürzt. Die Truppen sind schlichtweg zu dämlich. Hat man einmal Aufsehen erregt nehmen diese kurz Notiz, man läuft ein wenig davon und schon ist alles wie zuvor. Auch starren die zum Schutz bestimmter Ziele abkommandierte Truppen stur in eine Richtung. Mit den patroullierenden Wachen eines MGS kann Saboteur nicht mithalten. Hinzu kommt, dass die Menüführung viel zu umständlich ausgefallen ist. Wenn ich die Karte einblenden möchte, will ich nicht erst durchs Menü klicken müssen. Das muss zackig gehen liebe Entwickler auch eine Funktion, mit der ich mittels Knopfdruck zu bereits besuchten Locations zurückkehren kann wäre sehr fein gewesen. So muss man sich halt ein Auto schnappen und umständlich über die halbe Map fahren.

Trotzdem ist Saboteur kein schlechtes Spiel. Wer gerade frische Open-World-Action braucht macht mit dem Saboteur sicherlich nichts falsch. Anfangs muss man sich zwar an den Grafikstil gewöhnen, aber das geht recht schnell. Zu Beginn von Saboteu r ist die Stadt nämlich gänzlich in grau gehalten wie Du an unten stehendem Screenshot erkennen kannst. Die Farbe kehrt erst nach Abschluss von Missionen nach und nach wieder und symbolisiert die Kraft des Widerstandes in Paris. Je mehr Farbe desto weniger haben die Nazis zu sagen.
Bewertung:
3,5 von 6

Fazit:
Leider ist Saboteur nur ein mittelmäßiges Spiel geworden. Zwar unterhält die Story und auch die Grafik weiß zu gefallen, aber träge Steuerung und zahlreiche kleine Macken (wie das z.B. das erwähnte Menü) treiben den Spieler in den Wahn. Ich habe es trotzdem weiter- und durchgespielt. Ein GTA ist es zwar nicht, aber für Fans des Genres trotzdem ein Tipp.   Gamesite