Rua berichtet von ihrer Entführung als Kind
Rua

 

Rua war für ein exklusives Interview bei Simon von Deutschrap ideal zu Gast. Dort kommt ein emotionales Thema zur Sprache, dass die 27-jährige in ihrem neuen Song "Wow" erstmals direkt anspricht. Es geht um die Entführung durch ihren eigenen Vater nach Ägypten und ihre anschließende Flucht.

Rua über ihre Entführung: "Die Puzzleteile haben sich erst am Ende zusammengefügt"

Der Part auf "Wow", in dem sie ihre Entführung anspricht, sei schon zwei Jahre alt, verrät sie Host Simon. Es sei eine jahrelange Überwindung für Rua gewesen, ihre Geschichte zu erzählen. Dennoch fühlt sie sich dazu verpflichtet, ihre Erfahrungen zu teilen.

Alles fing an, als die damals 8-jährige Rua von einem Bekannten ihres Vaters unter Vorwand eines Arztbesuchs von der Schule abgeholt wurde. Nichtsahnend, dass sie sich am nächsten Morgen in Ägypten wiederfinden sollte, ließ sie sich von dem Bekannten mitnehmen. Anfangs wurde ihr noch gesagt, dass ihre Mutter und ihre Geschwister nachkommen würden, was aber nie passieren sollte.

Es folgte ein zweieinhalb-jähriger Aufenthalt bei ihrem Vater in Ägypten. Zwischenzeitlich glaubte Rua sogar, ihre Mutter hätte sie vergessen. Was sie lange Zeit nicht wusste: Ihre Mutter unternahm mehrere Rettungsversuche, die jedoch alle durch ihren Vater verhindert wurden. Rua war irgendwann an dem Punkt angekommen, an welchem sie die Hoffnung aufgegeben und sich an ihr Leben in Ägypten gewöhnt hatte. Sie wollte fast nicht mehr zurück nach Deutschland:

"Meine Gedanken wurden dann auch arabisch. Das war einfach dann so mein neues Leben, ich wollte gar nicht mehr zurück. [...] Ich hab eine Schutzmauer um mich rum gebaut."

Ruas spektakuläre Flucht

Als dann plötzlich eines Tages die Person auftauchte, die sie damals im Auftrag ihres Vaters nach Ägypten brachte, ging alles sehr schnell. Die Person berichtete ihr von einem neuen geplanten Rettungsversuch ihrer Mutter. Erst sträubte sich Rua vor einer Rückkehr nach Deutschland. Nachdem sie aber ihr Leben in Ägypten reflektierte, entschied sie sich schließlich doch für eine Flucht nach Deutschland.

Laut Rua selbst hatte sie, damals fast elf Jahre alt, die Rettung mitgeplant. Unter dem Vorwand einer Nachhilfestunde und mit Hilfe einiger Bekannter und Familienmitglieder wurde für Rua ein Taxi organisiert. Das fuhr sie jedoch nicht zu einem Lehrer, sondern direkt zu ihrer extra nach Ägypten gereisten Mutter. Da ihr aber bestimmte Passdokumente gefehlt haben, mussten sie und ihre Mutter eine Woche lang in einem Vorort von Kairo untertauchen, bevor sie abreisen konnten. 

Kurz vor ihrer Flucht dann ein Schockmoment: Ihr Vater fand sie im Flughafen und es kam zu einem Handgemenge zwischen ihrem Vater, seinen Leuten und den Menschen rund um ihre Mutter, die ihr helfen wollten. Die Polizei musste eingreifen. Schließlich gab der Vater nach und ließ Rua mit ihrer Mutter zurück nach Deutschland. Am folgenden Tag konnten Rua und ihre Mutter dann endlich zurück nach Deutschland fliegen.

In den folgenden zehn Jahren nach der Flucht war Rua geplagt von den psychischen Folgen der Entführung. Zu den exakten Beweggründen ihres Vaters macht Rua während des Gesprächs mit Simon keine Angaben. Mit 21 hatte sie dennoch den Entschluss gefasst, ihrem Vater zu verzeihen. Rua begründet das damit, dass ihr Vater zwar absolut falsch gehandelt habe. Aber sie glaubt, dass er sie im Endeffekt geliebt hat und einfach bei sich haben wollte. Sie hat ihren Vater und seine Familie inzwischen in Ägypten besucht.

Das ganze Interview, in dem es auch um Ruas Jugend in Deutschland, Manuellsen, ihr kommendes Album "Dirty South" und ihre vergangene Ehe geht, könnt ihr hier sehen:

Sie spricht ebenfalls über ihren Diss gegen Haiyti auf "Wow". Der sei laut Rua "sportlich" gemeint. Sie würde Haiyti nicht hassen. Alles darüber könnt ihr hier nachlesen:

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