Um Red Dead Redemption zu beschreiben, braucht es nicht viel. Schon die Entwickler selbst liefern einen Hinweis, was den Spieler erwartet: Man nehme ein GTA , drehe die Zeit um 100 Jahre zurück und statt PS-starken Autos gibt einen alten Klepper unter den Allerwertesten. Held des Wild Wild West ist John Marston , der eigentlich nur in Ruhe seine Farm bestellen wollte. Allerdings kommt ihm sein früheres Leben als Outlaw in die Quere und so wird er von der Staatsmacht gebeten, seinem Bruder Einhalt zu gebieten, der mit dem Leben als Gesetzloser nie Schluss gemacht. Um John Marston zur Kooperation zu überreden, kidnappt man Frau und Kind und schon muss John tun, was ein Mann tun muss: Seinen Bruder zur Strecke bringen.
Die Story selbst ist GTA -würdig spannend erzählt und wartet mit zahlreichen Wendungen und den schrägsten Charakteren, die ich seit langem gesehen habe. So z.B. wenn sich John Marston mit einem leichenschändenden Schatzsucher zusammentut, der offensichtlich nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Hier wird deutlich, wie viel Mühe sich die Entwickler auch für Kleinigkeiten gegeben haben. Die Dialoge stellen eine Mischung aus Humor und Klischee dar. Man erwischt sich oft selbst, wie man grinsend den Dialogen lauscht, auch wenn das für die aktuelle Mission eigentlich nicht von Belang wäre wie z.B. wenn ihr gemeinsam von A nach B reitet. Typisch Wilder Westen lässt John Marston natürlich auch regelmäßig die Waffen sprechen und auch wenn er Anfangs nur mit einer Pistole und einem Gewehr bewaffnet ist, kommen schnell auch neue Waffen wie eine Schrotflinte, Wurfmesser oder sogar ein Scharfschützengewehr dazu. Bei den Gefechten empfiehlt es sich zudem immer auch zu schauen, wo man Deckung suchen kann, da der Feind in der Regel in der Überzahlt ist. Kommt es doch mal zu einer brenzligen Situation, darf das "Dead Eye" eingeschaltet werden. Hier kann John Marston in Zeitlupe seine Gegner markieren, um nach Ablauf des "Dead Eyes" die so markierten Ziele über den Haufen zu ballern.
Red Dead Redemption ist allerdings weit aus mehr als eine dumpfe Ballerorgie. So achtet z.B. das Moralsystem schön darauf, wie sich der Spieler benimmt und wertet gute Taten entsprechend. Je nachdem ob der Spieler Gutmensch oder Bösewicht ist, verhalten sich eure Mitmenschen anders. Wer jedoch als Bösewicht unterwegs ist und z.B. auf Passanten schießt, wird seinen Status nicht dadurch los, dass er davon reitet. Ein Kopfgeld bleibt solange auf John Marston s Kopf ausgesetzt, bis dieses bezahlt oder durch einen Freibrief abgehakt wurde. Neben den Hauptmissionen, zahlreichen Nebenmissionen und sonstige Aufgaben warten auf den Spieler also zahlreiche Möglichkeiten um Moralpunkte zu sammeln. Neben den Aufgaben, die man von unbekannten Dritten erhält, darf man sich beim Armdrücken, Pokern, Würfeln, Hufeisenwerfen und beim Five Finger Fillet die Zeit vertreiben. Ebenfalls auf dem Programm sind Pferde, die man zureiten darf, es darf Wild erlegt und ausgeschlachtet werden und schließlich warten noch Schätze darauf in den Weiten der Steppe gehoben zu werden.

Ebenfalls erwähnt werden soll der löbliche Onlinemodus. Hier tummeln sich bis zu 16 Spieler in einer Session und können gemeinsam Banditenverstecke ausheben oder sich in klassischen Death- oder Teamdeathmatchvarianten treffen. Besonders löblich: Im Juni sollen noch Koopmissionen ins PSN kommen.

Bewertung:
6 von 6

Fazit:
Wow - Red Dead Redemption überzeugt nicht nur mit unglaublich beeindruckender Grafik, auch die Story fesselte mich während des Tests (und darüber hinaus) ans Pad. Die scheinbar unendlichen Möglichkeiten sich als John Marston die Zeit zu vertreiben, aber auch die abgedrehten Charaktere - es gibt fast nichts, worüber ich meckern könnte, bis auf den ein oder anderen viel zu langen Reiseweg eventuell. Wild West und GTA -Fans machen aber definitiv nichts falsch.

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