US-Rapper Logic an Def Jam: "Bezahlt uns endlich"

Logic, der sich kürzlich vom Rap-Business trennte, wendet sich an seine Instagram-Community mit einem musikalischen Belange. Der 30-Jährige hat gestern Nacht einen Chatverlauf gepostet, in dem sein Freund und Kollege Kevin Keys ihn um ein Telefonat bittet, weil er für seine Arbeit an Logics Album bis jetzt wohl kein Geld von Def Jam bekommen habe. In einem längeren Text erklärt der Rapper aus Maryland anschließend, dass das Label bei diversen Mitwirkenden an seinen Projekten eine offene Rechnung hätte, die partout nicht beglichen wird.

Logic wendet sich an Def Jam Recordings: "Bezahlt endlich meine Freunde und Kollegen"

Logic erklärt, dass sich bereits vier Leute bei ihm gemeldet hätten und er am gestrigen Abend den sechsten Anruf bekommen habe, weil Def Jam diese nicht bezahlt hätte. Weiterhin führt er aus, dass er alle betroffenen schon lange beruflich sowie privat kenne. Sie würden seit Monaten auf ihr Geld warten. Sein Kollege DJ Rethorik beispielsweise habe immer noch kein Geld gesehen, obwohl Logic sich nach eigenen Angaben vor zwei Monaten diesbezüglich bei Def Jam gemeldet hätte.

Er führt weiterhin aus, dass diese Nachricht nicht an diejenigen ginge, mit denen er bei Def Jam zusammenarbeite, sondern an die, die im Hintergrund agieren.

"Das ist nicht Noah, mein A&R, das sind nicht meine Haupt-Homies auf dem Label, die mir dabei helfen, Alben gut zu machen. Das sind die Leute im Hintergrund, die ich nie getroffen habe."

('This ain’t Noah my A&R this ain’t the core homies on the label that help me make my albums great. This is people deep in the company that I’ve never even met!')

Schließlich erläutert er, dass diese Probleme eine Kerbe in seine persönlichen Beziehungen schlagen würden. Es sei nicht seine Aufgabe, diese Schulden zu begleichen. Er habe abgesehen von seinem Vorschuss nie einen Cent von Def Jam gesehen – das sei ihm aber egal. Er wolle einfach nur, dass seine "Homies" bezahlt werden. Die ganze Angelegenheit sei einfach nur unfair.

"Das mögen meine Freunde sein, sie sind aber auch angestellte Musiker und ich fordere euch dazu auf, meine persönlichen Beziehungen nicht mehr abzuf*cken. Was stimmt nicht mit euch?"

('these are friends but they are hired musicians and I demand you stop f*cking up my personal relationships what is wrong with you.')

Er beendet seinen Text damit, dass ihn die ganze Sache so annerve, dass er überlege seine Rap-Rente aufs Eis zu legen, einfach um das letzte geforderte Album aus seinem Vertrag fertigzustellen.

Rapper Logic beendet seine Karriere

Logic hat auf seinem Twitter-Account angekündigt, dass sein nächstes Album auch das Letzte sein wird. Der 30-Jährige aus Maryland möchte sich nach seiner erfolgreichen Rap-Karriere anderweitig beschäftigen. Wie er in seinem Posting erklärt, sei es für ihn nämlich an der Zeit, ein toller Vater zu sein.

Kanye West, Logic & viele mehr: Der Kampf gegen den Majors

Das ist nicht das erste Mal in den letzten Wochen, dass sich gegen unfaire Behandlung seitens eines Major Labels ausgesprochen wurde. Schon im Zuge von Kanye Wests Twitter-Offensive gegen die Musikindustrie wurde über prekäre Vertragsverhältnisse gesprochen. Während Kanye die Musikindustrie als "moderne Sklaverei" betitelte und sich anschließend als den "neuen Moses" erklärte, der die Musiker befreien wolle, meldeten sich diverse Rapper und Künstler zu Wort, darunter auch Logic.

Letzterer berichtete schon da von ausstehenden Rechnungen. Darüber hinaus sprachen einige über immense Einschränkungen der Musiker-Rechte durch Major-Label-Deals. Wobei hier auch angemerkt wurde, dass niemand dazu gezwungen wird, einen Vertrag abzuschließen.

Auch die deutsche Hiphop-Szene reagierte auf Kanyes Twitter-Thread:

Kanye West pinkelt auf Grammy-Award: Seine Offensive gegen die Musikindustrie

Kanye West ist grade auf einem heiligen Kreuzzug gegen die Musikindustrie, die er vorgestern als "modernes Sklavenschiff" beschrieben hat. Er selbst sei der "neue Moses" und heute Nacht hat er seinen Darstellungen ordentlich Nachdruck verliehen.

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Biggie, Kanye & das 2Pac-Hologramm: "South Parks" absurdeste Hiphop-Momente

Biggie, Kanye & das 2Pac-Hologramm: "South Parks" absurdeste Hiphop-Momente

Von Michael Rubach am 10.03.2021 - 12:54

Mero war noch nicht auf der Welt, da flimmerten die ersten "South Park"-Episoden durch amerikanische Wohnzimmer. Die Animationsserie von Trey Parker und Matt Stone befindet sich gerade in der 24. Staffel. Diese wurde Ende 2020 mit dem "Pandemic Special" eingeläutet. Mit dem "Vaccination Special" schließt daran am 10. März 2021 eine weitere Episode in Überlänge an.

In mehr als zwei Jahrzehnten "South Park" haben die Macher nie aufgehört, kritisch auf die Gesellschaft zu schauen. Die skurrilen Storys von Cartman, Kyle & Co sind seit jeher tiefgründiger, als es bei so manchem Fäkal-Joke den Anschein macht. Dabei docken ganze Handlungsstränge immer wieder an Hiphop-Kultur an. Sieben der kuriosesten Momente nehmen wir mal genauer unter die Lupe.

Biggie, Kanye, Diddy & mehr: "South Park" steckt voller Hiphop

Es sind nicht nur Auftritte von prominenten US-Artists, die eine gewisse Verbundenheit zur Hiphop-Kultur erkennen lassen. Auch Performances von beatboxenden Tanz-Crews für eine Anti-Rauch-Kampagne ("Butt Out") finden in der Serie ihren Platz. Sogar Dance-Battles werden zum Finale einer Episode ausgetragen ("You Got F'd in the A"). Was sich jedoch besonders ins Gedächtnis brennt, sind die Parodien auf bekannte Persönlichkeiten.

Kool Savas spricht den Geist von The Notorious B.I.G.

Die Folge "Hell On Earth" ist Hiphop durch und durch. Nicht nur, dass der Titel auf einen Klassiker von Mobb Deep anspielt. Nein, der Geist von Biggie Smalls ist einer der Hauptprotagonisten. In erster Instanz beschwört ihn Butters. Dinge, die halt passieren, wenn zu oft der Name eines Verstorbenen vor einem Spiegel ausgesprochen wird. Auch Kyle und Randy Marsh beordern die sichtlich genervte Hiphop-Ikone nach "South Park". In der Episode läuft zudem der B.I.G.-Track "Going Back To Cali".

Die raptechnische Krönung erfolgt in der deutschen Sprachausgabe. Für die Synchronisation zeigt sich der King of Rap Kool Savas verantwortlich. Monstershit!

Kanye West mag Fischstäbchen

Kanye West ist für sein Riesen-Ego bekannt. Dass er oft derart von sich selbst überzeugt wirkt, hängt womöglich sehr eng mit seiner Krankheit zusammen. Als Kanyes manische Episoden noch nicht klar als solche erkannt worden sind, taucht er in "South Park" auf. Er kapiert in einer Folge aus dem Jahr 2009 einen Witz über "Fishsticks" nicht. Es entzieht sich seinem Verständnis, warum er nicht einfach Fischstäbchen mögen kann – ganz ohne sexuelle Hintergedanken. Irgendwann knickt Kanye ein. Im Stile des Tracks "Heartless" vertont er sein neues Leben als "Gay Fish".

In der finalen Folge von Staffel 17 mit dem Titel "The Hobbit" kehrt Kanye noch einmal ins "South Park"-Universum zurück. Er versucht klarzustellen, dass seine Ehefrau Kim Kardashian kein Hobbit sei. Eine Parodie von Kanyes "Bound 2" gibt es on top. Inzwischen befindet sich das ehemalige Power Couple mitten in der Scheidung.

Nicht genug mit Anspielungen aus dem Kanye-Life: Als der Papst die Ehrung zur Person des Jahres entgegen nehmen möchte, entert Ye die Stage – in einer Welt, in der Taylor Swift keine Ruhe vergönnt war ("Beyoncé had one of the best videos of all time"), muss auch das Oberhaupt der katholischen Kirche kurz mal innehalten.

Iggy Azzaela & Randy prügeln sich - das 2Pac-Hologramm nimmt die Verfolgung auf

In der Doppelfolge "#Rehash / #HappyHolograms" zum Finale der 18. Staffel kommt es zum ultimativen Promiauflauf. Nicki Minaj und Iggy Azzaela hängen Backstage bei einem Benefizkonzert und bereiten sich auf ihren Auftritt vor. Randy Marsh ist auch dabei. Er steckt nämlich in Wahrheit hinter der Popkünstlerin Lorde. Deswegen entfacht aber kein handfester Streit mit Iggy. Randy möchte sich als weiblicher Popstar nicht auf das Äußere reduzieren lassen.

Aus Versehen verhilft Kyles Vater aka Lorde dem Hologramm von Michael Jackson noch zur Freiheit. Auch ein Hologramm von Tupac Shakur trifft bald eigene Entscheidungen. Ursprünglich wird die Pac-Version mit der Verfolgung des Abbilds von Michael Jackson beauftragt. Später finden die prominenten Hologramme ein gemeinsames Feindbild und kämpfen Seite an Seite. Für andere Aktivitäten bleibt dennoch Zeit:

Diddy ruft zur Wahl auf

Diddy hat vor der US-Wahl 2020 seine Kampagne "Vote or Die!" wiederbelebt. Auch eine Klage gegen seine eigene Brand, die mit den Worten geworben hat, läuft. Vor der Wahl 2004 ist Diddy ebenfalls mit dem Slogan unterwegs – sogar in "South Park". Dort gibt es Schwierigkeiten bei der Ernennung eines passenden Schulmaskottchens. Eine Kuh ist nach einer PETA-Demo aus dem Rennen. Also heißt es, zwischen einem Kot-Sandwich und einer Intimdusche zu wählen. Sich um eine Entscheidung zu drücken, scheint unmöglich: "Vote Or Die, Motherf*cker!"

Will Smith, Snoop Dogg & Co sind unerwünschte Nachbarn

Die 77. Folge von South Park wirbelt die Nachbarschaft durcheinander. In der Kleinstadt kreuzen Will Smith, Snoop Dogg, Kobe Bryant und weitere ausschließlich Schwarze Superstars auf. Snoop wird bei Studioaufnahmen von Will Smith über das beschauliche Idyll informiert. Er will daraufhin sofort nach "South Park" ziehen. Einem Großteil der alteingesessenenen Stadtbevölkerung sind die wohlhabenen Neunankömmlinge ein Dorn im Auge. Also ergreifen sie Maßnahmen.

Sie verkleiden sich beispielsweise als Geister und stellen ein brennendes "T" im Vorgarten von Kobe Bryant auf. Die Anspielung auf den KKK ist überdeutlich.

Über der gesamten Episode schwebt das Thema Rassismus. Allerdings kommt dies nie konkret zur Sprache. Erst ganz am Ende der Story deutet sich durch das gerade so abgeschnittene N-Wort an, dass die Motive der wütenden Bewohner*innen letztendlich wohl doch rassistischer Natur sind.

Chefkochs alte Freunde

Bei so vielen Folgen (inzwischen sind es über 300) kann es schon mal mehrfach zu Benefizkonzerten kommen. In der 14. Episode der zweiten Staffel versuchen Stars wie DMX, Elton John oder Ozzy Osbourne Geld für einen Rechtsstreit von Chefkoch zu sammeln. Im Gerichtssaal kommt die legendäre Chewbacca-Verteidigung zum Einsatz (der Begriff hat sogar seinen eigenen Wikipedia-Artikel). Dabei handelt es sich um eine Parodie auf die Strategie des Anwalts von O.J. Simpson, der seinem Mandanten zu einem Freispruch verhalf. Der ehemalige Football-Profi wurde beschuldigt, seine Ex-Frau und ihren Bekannten umgebracht zu haben.

Vor dem Hintergrund der Folge erscheint mit "Chef Aid: The South Park Album" ein kompletter Sampler. Rick Rubin war dabei als Executive Producer am Werk. Auf der Platte ist unter anderem eine Kollabo von DMX, Ol' Dirty Bastard, Ozzy Osbourne und Crystal Method zu hören. In der Lead-Single besingt der inzwischen verstorbene Chefkoch-Sprecher Isaac Hayes - eine Legende der Soulmusik - seine schmackhaften "Chocolate Salty Balls". Ein Remix der Nummer ist noch auf Streaming-Portalen zu finden.

Cartman als Rapper

Cartman hat sich schon öfter in der "South Park"-Geschichte am Mic versucht. Begleitet von einem beatboxenden Butters performt er in der Folge "World War Zimmermann" vor der gesamten Schule. Bereits zum Ausklang der allerersten Staffel fühlt der leicht übergewichtige Boy die Westside und zieht sich wie eine Mischung aus Flavor Flav und Run-DMC-Mitglied an. Er denkt zu diesem Zeitpunkt, dass Chefkoch sein Vater sei. Eine Anspielung auf Logics VMA-Auftritt aus dem Jahr 2017 gab es in der Episode "Put It Down" aus der Staffel 21. Dort teilt Cartman im Rahmen einer Schul-Perfomance mit, dass er sich nicht umbringen werde.

"South Park" hat sich ähnlich wie "Die Simpsons" zu einem festen Bestandteil der Popkultur entwickelt. Fatoni und Edgar Wasser haben vor wenigen Wochen erst ein Video gedroppt, dass als gekonnte Hommage an die Serie funktioniert.

Fatoni & Edgar Wasser - Realität [Video]

2020 hatte das Level einer überlangen "South Park"-Folge.


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