Im vergangenen August hat Prinz Pi seine damalige Tour in den Herbst 2026 verschoben und gleichzeitig angekündigt, seine Live-Karriere danach an den Nagel zu hängen. Damals betonte er jedoch noch, dass dies nicht das Ende seiner Musiklaufbahn bedeuten würde. Das scheint sich jetzt allerdings geändert zu haben: Prinz Pi kündigt in einem Statement auf Instagram an, seine aktive Laufbahn als Rapper nach der letzten Tour zu beenden.
"Das läuft leider nicht": Prinz Pi beendet seine Karriere
In dem Videopost spricht Prinz Pi direkt sein kommendes Karriereende an. Er würde zwar gerne "noch zehn weitere Touren und zehn weitere Alben" machen, aber das Ganze sei nicht mehr so einfach wie früher. Prinz Pi begründet sein Karriereende mit der modernen Entwicklung der Musikindustrie: "Das läuft leider nicht", so der Keine Liebe-Chef in seinem Statement. Er würde aus einer Zeit kommen, in der man als Musiker noch direkt mit CD-Verkäufen von Alben und Singles Geld verdient hätte. Im Streamingzeitalter sei das aber weggefallen, Prinz Pis Musik würde mittlerweile einfach nicht mehr zum Zeitgeist "passen". Sein künstlerisches Schaffen an die modernen Gegebenheiten und Trends anzupassen, komme für den Berliner jedoch auch nicht infrage.
Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, sei Prinz Pi alles andere als leicht gefallen: "Ich war die letzten Jahre sehr, sehr traurig". Das Mic an den Nagel zu hängen, sei "für keinen Musiker schön". Prinz Pi habe diesen Prozess jedoch privat durchmachen wollen, anstatt seine Gedanken zu dem Stand seiner Musik online zu teilen. Trotzdem beendet er seine über 25-jährige Laufbahn nicht nur mit einem weinenden, sondern auch mit einem "lachenden Auge". Pi dankt in seinem Statement noch einmal all seinen ehemaligen Mitstreitern, Kollegen, Mitarbeitern, Freunden, Featurepartnern und natürlich auch den Fans:
"Ihr habt die [Musik] all die Jahre gefühlt, vielleicht sogar verinnerlicht. Viele Leute haben Sachen von mir sogar auf ihrem Körper verewigt und das macht mich wahnsinnig zufrieden und dankbar. Denn es ist einfach toll, wenn das, was man aus seinem Innersten herauszieht, nicht von der Welt zertrampelt wird, sondern von Leuten sogar wertgeschätzt wird. Und ein besseres Gefühl gibt es für einen Künstler meiner Meinung nach nicht [...] Vielen, vielen Dank. Es waren so viele unvergessliche Momente."
Jetzt will sich Prinz Pi vornehmlich seiner Arbeit in der eigenen Werkstatt widmen. In den sozialen Medien hat er seine handwerklichen Fähigkeiten bereits mehrfach unter Beweis gestellt und Dinge wie Möbel oder Audioboxen selbst gebaut. Vor seinem Karriereende kommt aber noch die letzte Tour, auf der Prinz Pi seine "gesamte Diskografie" spielen möchte. Außerdem sollen noch einige seiner Alben auf Vinyl erscheinen, die bisher keine eigene Schallplatte bekommen haben oder schon länger nicht mehr verfügbar waren, wie der Rapper in der Caption des Posts erklärt.
Das ganze Statement von Prinz Pi zu seinem Karriereende könnt ihr euch hier anschauen:
Die Karriere von Prinz Pi
Friedrich Kauz aka Prinz Pi wurde 1979 in West-Berlin geboren und hat sich zum Ende der 1990er Jahre als Prinz Porno in der Rap- und Graffiti-Szene der Hauptstadt einen Namen gemacht. Von 2002 bis 2004 war er bei dem legendären Untergrund-Label Royal Bunker gesignt, bei dem unter anderem auch Sido, K.I.Z., Kool Savas und Eko Fresh ihre ersten Schritte in der deutschen Hiphop-Szene machten. 2005 änderte er seinen Künstlernamen in Prinz Pi und begann, sich in seiner Musik verstärkt sozialkritischen Themen zu widmen. Ein Jahr später konnte er sich mit "!DonnerwetteR!" erstmals in den deutschen Albencharts platzieren. Neben der Rap-Karriere studierte Prinz Pi bis 2008 Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Im Jahr 2009 gründete er mit Keine Liebe Records sein eigenes Label und erreichte 2011 mit seinem Album "Rebell ohne Grund" erstmals die Top 10 der Albumcharts. Durch sein bekanntestes Album "Kompass ohne Norden" feierte Prinz Pi im Jahr 2013 den großen Durchbruch und sicherte sich nicht nur die Chartspitze, sondern auch eine goldene Schallplatte. Mit den Platten "pp=mc²" (2015) und "Im Westen nix Neues" (2016) erreichte Prinz Pi ebenfalls jeweils Platz eins der Albumcharts. Dank seiner Single "1,40m" zusammen mit Philipp Dittberner erhielt er 2016 seine zweite goldene Schallplatte.
Mit den Nachfolgern "Nichts war umsonst" (2017), "Wahre Legenden"/"Mit Abstand" (2020) und "ADHS" (2023) chartete Prinz Pi ebenfalls in den Top Ten, sein im vergangenen Jahr erschienenes und vermutlich letztes Album "West Berlin" konnte Platz elf erreichen.
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