Historischer Platin-Rekord: Lil Nas X hängt mit "Old Town Road" alle ab

Vor circa zwei Jahren begann der fast unwirkliche Siegeszug von "Old Town Road". Wie sehr der Track von Lil Nas X seit Release abgerissen hat, untermauert nun ein Rekord. Der Song hat den 14-fachen Platinstatus erreicht und ist damit die höchstdekorierte Single in der amerikanischen Chart-Geschichte. Kein Song in der Geschichte der RIAA (Recording Industry Association of America) ging derart oft Platin. Lil Nas X lässt seiner Freude auf Social Media freien Lauf.

14x Platin: Lil Nas X reagiert typisch – mit einem Meme

Mit Memes und Remix-Versionen brachte Lil Nas X seinen Country-Trap-Banger bereits zu einem historischen Nummer-1-Run. 17 Wochen am Stück an der Spitze – das wird ihm wohl so schnell niemand nachmachen. Der neue Meilenstein auf Platin-Niveau entspricht 14 Millionen verkauften Einheiten. Seit 1958 honoriert die RIAA besonders erfolgreiche Musiker*innen mit Gold- und Platin-Auszeichnungen. Um diesen Triumph zu feiern, postet Lil Nas X natürlich ein Meme. Im Armee-Outfit sieht man in ihn in ein Büro rennen. Das Foto mit Militärkleidung hatte er bereits benutzt, um den Sturm auf das US-Kapitol zu kommentieren.

Auch der Vater von Miley Cyrus ist eng mit dieser Erfolgsmeldung verbunden. Die Beteiligung von Billy Ray Cyrus pushte den eh schon viralen Hit auf ein noch höheres Level. Im Angesicht dieser neuen historischen Meldung gibt er an, "sprachlos" zu sein.

Bisher teilten sich zwei Songs den ersten Platz für die meisten Platin-Auszeichnungen. John Legends "All Of Me" und "Despacito" von Daddy Yankee, Louis Fonsi und Justin Bieber erreichten jeweils den 13-fachen Platin-Status.

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"Satans-Schuh" von Lil Nas X: Nike ruft alle Exemplare zurück

"Satans-Schuh" von Lil Nas X: Nike ruft alle Exemplare zurück

Von Alina Amin am 10.04.2021 - 17:21

Vor knapp zwei Wochen releaste Lil Nas X gemeinsam mit der Streetwear-Marke MSCHF den "Satans-Schuh". Dabei löste der Sneaker mit Menschenblut nicht nur bei der breiten Internet-Community eine Debatte aus – auch Nike schien nicht begeistert zu sein von der Kollaboration. Erst distanzierten sie sich vom kontroversen Release, dann flatterte die Klage ins Hause Lil Nas X x MSCHF.

Grund: Der Schuh führe zu erheblichen Verwechselungen und Vermischungen im Markt, die an dem Image von Nike nagen würden. Deshalb gehe der Sportartikelhersteller wegen Markenrechtsverletzung gegen die Kollabo vor.

Nach Nike Klage: Die Satans-Schuhe müssen zurückgegeben werden

Der Rechtsstreit ergab sich letzten Endes als gar nicht mal so dramatisch wie manch einer erwarten würde. Das Kollektiv MSCHF, das Nike gegenüberstand, einigte sich nämlich mit dem Weltkonzern auf einen Deal: Die Käufer der 665 Schuhe sollen diese zurückgeben und würden den Kaufpreis erstattet bekommen. Der 666-ste Sneaker sei noch im Besitz von MSCHF und sollte eigentlich von Lil Nas X verlost werden. Diese Aktion wird selbstverständlich nicht mehr stattfinden.

Gleiches gilt übrigens auch für die Jesus-Schuhe, die 2019 rauskamen. Für beide habe man sich keine Erlaubnis seitens Nike eingeholt. Ziel sei es, die unchristlichen Sneaker aus dem Verkehr zu ziehen. Der Anwalt der Streetwear Marke MSCHF erklärte laut The Verge in einem Statement, dass das Kollektiv "zufrieden" sei mit diesem Ergebnis. Es habe nämlich den Zweck der ganzen Aktion schon erreicht: Ein künstlerischer Kommentar über "die Absurdität der von einigen Marken praktizierten Kollaborationskultur und die Bösartigkeit der Intoleranz".

Zur Rückgabe können die Käufer übrigens nicht gezwungen werden. Fraglich ist also, wie viele der Schuhe tatsächlich an das Kollektiv zurückgehen und inwieweit diese exklusiven Modelle in ihrem Wert steigen – und dann illegal weiterverkauft werden.

Nike vs. Lil Nas X: Das Ausnutzen eines Machtmonopols?

Kurz nach dem Release der Schuhe, die passend zu Lil Nas Xs' ebenfalls kontroversen Video zu "Montero (Call Me By Your Name)" erschienen, wollten Internetuser nicht nur den Rapper, sondern direkt auch Nike boykottieren. Dass der Konzern nichts mit dem Schuh zu tun hatte, war vielen dabei egal. Es handelt sich bei dem Sneaker nämlich um ein Custom-Modell des Nike Air Max 97. Das heißt, nur Lil Nas X und die Streetwear Mark MSCHF sind für das veränderte Design des Sneaker-Klassikers verantwortlich.

Wegen der lauten Kritik ging Nike ohne zu zögern rechtlich gegen MSCHF vor. Lil Nas X erklärte, dass er den Rechtsstreit als Angriff auf die Meinungsfreiheit verstehe.

Bis vor Kurzem mussten sich unabhängige Designer keine Erlaubnis fürs Customizing einholen. Durch das Verfahren zwischen Nike und MSCHF könnte sich das nun ändern. Kritiker befürchten, dass dieses zukünftig als Präzedenzfall gelten könne und großen Marken die Macht gebe, gegen kleinere Designer vorzugehen, die ihre Werke neu interpretieren.


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