Petition fordert "Deutschrap Untergrund"-Playlist von Spotify zurück

Für Rapper und ihre Tracks wird Streaming immer wichtiger. Einer der größten Streaminganbieter Spotify steht jetzt bei einigen Rapfans in der Kritik. Die offizielle Playlist "Deutschrap Untergrund" des Anbieters wird auf der Plattform nicht mehr angeboten und eine Petition mit bislang über 600 Unterzeichnern fordert diese nun zurück.

Bringt die offizielle Spotify "Deutschrap Untergrund"-Playliste zurück!

Das die sogenannten "Playlisten" bei führenden Musikstreaminganbietern immer wichtiger für Künstler werden zeigt sich alleine dadurch das sich das Veröffentlichungsverhalten der meisten Künstler nach ebendiesen Playlisten ausrichtet. Lieber viele Singles anstatt eines gebündelten Albums, lieber kürzere als längere Songs. So weit so gut.

Besonders die Relevanz des Streamings für Rapper und ihre Karrieren werden zum Argument in der Petition. Eine Person mit dem Usernamen Mark L., die die Petition auf avaaz.org ins Leben gerufen hat, schreibt, dass sich das Veröffentlichungsverhalten dem Streamingzeitalter immer mehr anpasst:

"Lieber viele Singles anstatt eines gebündelten Albums, lieber kürzere als längere Songs."

Weiter nennt der Autor vier Spotify-Playlisten, die seiner Meinung nach relevant sind – "Modus Mio", "Deutschrap Brandneu", "Deutschrap Royal" und "Shisha Club". Alternative Rapmusik sei nur noch auf der Playlist "Rap in Deep" zu hören.

Der Untergrund als "Rückgrat für den Rap von heute"

Der Autor begründet anschließend, warum besonders Künstler aus dem Untergrund gefördert werden müssten.

"Im Untergrund bilden sich neue Strömungen, im Untergrund gibt es die musikalisch spannenderen Veröffentlichungen, der Untergrund birgt die Stars von morgen und das Rückgrat für Rap von heute."

Diese Art des Raps würde nun auf keiner Playlist mehr abgebildet werden. Die Aussicht mit seiner eigenen Musik live zu gehen, birgt aber gerade für den Untergrund viele Chancen. Wie Spotify den Streaming-Markt verändern will, kannst du hier nachlesen: 

Chance für den Untergrund? Wie Spotify den Streaming-Markt verändern will

"Über die Playlisten kommt man schlussendlich an das richtige Geld", sagt Das Glas, schaut auf den Bildschirm und schiebt die Drums in den Takt. Das Glas ist Rapper und Produzent aus Hamburg. Noch findet er eher selten auf Spotify statt. Er könnte als Untergrund-Musiker von einem neuen Feature des schwedischen Unternehmens profitieren.

Entfernung der Playlist ohne Begründung durch Spotify

Laut der Petition liefere Spotify auch keine Begründung für das Entfernen der Playlist. Für den Autoren ist das keine "Kleinigkeit". Die Abbildung in einer Playlist mache für neue Künstler oft den Unterschied "zwischen Existenz und Nicht-Existenz" aus.

Die Community als Alternative

Der Petition fehlen nur noch etwa 100 Unterzeichner. Das Anliegen des Autors scheint also geteilt zu werden. Jedoch gibt es auf Spotify noch einige weitere große Playlists zum Thema Deutschrap. Auch dem Untergrund haben sich einige User mit ihren eigens erstellten Playlisten dort gewidmet. 

Wer Spotify als große Community versteht und gezielt nach Playlisten sucht, die Rapmusik aus dem Untergrund abbildet, wird dort immer noch fündig. Auch wenn eine fehlende Unterstützung durch den Anbieter die schnellere Verbreitung der Playlist und damit ihrer Künstler erschweren kann. Es lässt sich aber sicher auch darüber streiten, wie sehr ein Rapper auf einer offiziellen Spotify-Playlist noch dem Untergrund zugezählt werden kann.

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Best of 2019: Toxiks Lieblingstracks in einer Playlist

Best of 2019: Toxiks Lieblingstracks in einer Playlist

Von HHRedaktion am 22.12.2019 - 17:59

Der Chef hat angerichtet: Hiphop.de-Herausgeber Toxik lässt sein 2019 in einer Playlist Revue passieren. 57 Songs geben darüber Auskunft, was ihn dieses Jahr am meisten überzeugt hat – der Deutschrap-Kosmos ist hier außen vor.

Wer hat Rap dieses Jahr dominiert? Vote hier für die Hiphop.de Awards 2019!

PNL, Drake, J. Cole & junge Wilde: Toxiks Best of 2019

Der Output vieler bekannter Namen hat offenbar nachhaltig Eindruck hinterlassen. Drake taucht mit "Money In The Grave" und seiner Beteiligung auf Meek Mills "Going Bad" auf. J. Coles schafft es mit "Middle Child" in die Auswahl. Das war's noch nicht mit dem Dreamville-Boss: Vom Grammy-nominierten Sampler "Revenge Of The Dreamers III" stammen ebenfalls zwei Beiträge. Außerdem ist Cole auf Young Thugs Hit "The London" vertreten.

Hin und wieder schleichen sich Songs ein, die nicht zwingend nach 2019 klingen. Freddie Gibbs auf einem Madlib-Beat hätte es vermutlich auch 2014 gut in eine Jahresliste schaffen können.

Die DaBaby-Welle scheint 2019 im Hause Toxik eingeschlagen zu haben. Gleich drei Tracks aus dem Album "Kirk" sind mit dabei. Jay-Z zeigte sich jüngst in seinem musikalischen Jahresrückblick genauso von DaBaby überzeugt. Viele weitere junge Künstler wie Lil Tecca, Lil Nas X, Blueface oder Trippie Redd verdeutlichen, dass der Rapgeschmack des Chefs auffällig vielseitig ausfällt.

Doch nicht nur US-Rap wurde gefeiert: Am ehesten in die hiesigen Breitengrade fällt wohl noch PNL. Das französische Bruderpaar droppte dieses Jahr "Deux Frères" und zementierte damit seinen Superstarstatus – Französischkenntnisse sind beim Hören zwar hilfreich, aber nicht elementar. Auch Stormzy, der sich kürzlich mit Aria zum Interview zusammengefunden hat, ist geografisch zumindest einigermaßen in der Nähe. Für eine weitere Portion Grime in der Playlist sorgt zudem Skeptas "Bullet From A Gun".

Für deine persönlichen Favoriten des Jahres 2019 kannst du weiterhin bei den Hiphop.de Awards 2019 abstimmen:

Vote hier für die Hiphop.de Awards 2019!

Die Hiphop.de Awards 2019 haben begonnen! Wir suchen wie jedes Jahr gemeinsam mit der Szene die prägendsten Akteure der vergangenen zwölf Monate. Ab sofort könnt ihr hier eure Stimmen für eure Favoriten abgeben. Heute und morgen begleiten wir den Startschuss mit unserem Jahresrückblick im Livestream bei Twitch.


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