Am 01. Juni findet unter dem Namen "Berlin für Rojava" ein großes Benefizkonzert in der Columbiahalle statt. Unter anderem Pashanim, K.I.Z und Kurdo sowie viele weitere Artists werden dort für den guten Zweck spielen. Die Veranstalter hinter dem Event hatten kürzlich bereits mit einer ähnlichen Show etwas mehr als 100.000 Euro an Spenden für Gaza gesammelt.
"Berlin für Rojava": Großes Benefizkonzert im Juni
Das komplette Line-up des Abends besteht aus AK AusserKontrolle, Ceren, Hakim Lokman, Hoti, K.I.Z, Koma Berxwedan, Kurdo, Lune, OG Lu, Pashanim und Paula Hartmann. Sie alle sammeln mit ihren Auftritten Spenden für den Frankfurter Verein medico international mit dem Ziel, die "humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung in Rojava" zu unterstützen, so heißt es bei Instagram.
Ein Ticket für das Konzert kostet knapp 50 Euro. Wer nicht vor Ort sein kann, sich aber trotzdem beteiligen will, kann über eine zusätzlich aufgesetzte Spendenkampagne einen Beitrag leisten. Bei dem eingangs erwähnten "Berlin für Gaza"-Konzert war abzüglich der Kosten für das Event eine Spendensumme von insgesamt 102.700 Euro zusammengekommen.
"Berlin für Rojava" findet ziemlich genau zehn Jahre nach dem "The Voice of the Voiceless"-Konzert statt, bei dem einst Xatar, Haftbefehl, Azad, die 187 Strassenbande sowie einige weitere Spenden sammelten, um gemeinsam mit dem Verein Our Bridge ein Waisenhaus im Nordirak zu errichten. (Wir berichteten damals.) Die Veranstalter des "Berlin für Rojava"-Konzerts sehen das Ganze nun als logische Weiterentwicklung des Ganzen: "Dieses Konzert ist die Fortsetzung dessen, was vor zehn Jahren begann: Kultur als Stimme. Musik als Verantwortung. Solidarität als konkrete Handlung."
Warum Rojava?
Die einst autonome Region Rojava, die im Nordosten Syriens liegt und hauptsächlich von Kurden bewohnt wird, ist aktuell infolge des Sturzes des Assad-Regimes massivst bedroht. Die liberal ausgerichtete und eigentlich selbstverwaltete Region sah sich zuletzt sowohl Angriffen durch die Türkei als auch durch die syrische Armee unter dem Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa ausgesetzt. Diese Kämpfe sorgten dafür, dass rund 250.000 Menschen in die Flucht getrieben wurden. Tausende waren und sind von Hunger bedroht und haben ihr Zuhause verloren.
Ende Januar verkündete die syrische Regierung, dass man sich mit den Kurden geeinigt hätte, das Gebiet in den syrischen Staat zu integrieren. Dieses Abkommen wird jedoch von vielen Seiten als eine Art Diktatfrieden erachtet, der durch das Unterdrücken der zivilen Bevölkerung herbeigeführt worden sei. Zwar werden den Kurden unter der neuen Einigung kulturelle Rechte eingeräumt, internationale Schutzgarantien gibt es für sie jedoch nicht. Dafür verlieren sie ihr selbstverwaltetes Gebiet.
Du kannst dir Hiphop.de-Artikel nun bevorzugt in der Google-Suche anzeigen lassen.