Pashanim, Data Luv, Luciano & Co: Deutschrap-Update am Freitag

Der heutige Freitag steht vorwiegend im Zeichen der jüngeren Rap-Generation, aber auch der eine oder andere OG kommt mit neuem Material an den Start. Auf dem Cover gibt's in Form von "Bentley" einen simplen und effektiven Banger, mit dem Ufo361-Signing Data Luv den Auftakt zu seinem neuen Album "Data Life" gibt, das Ende Juli erscheinen soll. Der brachiale Sound kommt von Jimmy Torrio und The Cratez – einer Kombo, die mit Sonus030 maßgeblich für Ufos aktuelle Musik verantwortlich ist.

Data Luv, Pashanim, Luciano & mehr mit neuen Songs

Mit Pashanim steht heute ein weiterer Newcomer im Spotlight. Der Berliner hat sich mit nur zwei Singles in eine Liga mit vielen großen Namen katapultiert. "Shababs botten" wurde zum Untergrund-Hit des Jahres 2019, das Major-Debüt "Hauseingang" konnte den Erfolg auf Spotify mit aktuell 22,5 Millionen Plays sogar noch toppen. Jetzt ist mit "Airwaves" Single #3 am Start und mit der dance-tauglichen Nummer zeigt Pashanim eine weitere Facette. Der Beat kommt wie schon beim letzten Song von Stickle.

Währenddessen kanalisiert Luciano mit Hilfe der Beatmaker Ouhboy und Johnny Good seinen inneren Skepta. Auf herrlich grimigen Synths kommt seine Energie mal wieder extrem gut zur Geltung. Der Songtitel "Maison" hält, was er andeutet: Denn statt revolutionärer lyrischer Ergüsse gibt's schlichtweg Luciano-Geflexe in Reinform.

Flexen ist auch das Stichwort bei Azzi Memo, der bei seinem neuen Song "Urus" gefühlt gar nicht Luft holt. Auch in der melodischen Hook hält er das Tempo weit oben. Und um dem noch eins obendrauf zu setzen, haben sich Cr7z und Kool Savas zusammengefunden für den Song "Chaos". Was euch darauf erwartet, könnt ihr euch bei den beiden ja ausmalen.

Auf dem Zettel vieler Deutschrap-Fans findet sich heute außerdem ein anderen Duo. KC Rebell und Summer Cem liefern mit "Geht nich gibs nich" die erste Single aus dem bevorstehenden Kollaboalbum "Maximum 3". Auf einem Drill-inspirierten Instrumental gibt's eine Hook mit Viralpotenzial sowie Rap mit Humor.

Edgar Wasser hat mit "Wacht auf!!!!!!!!!" Brainfood, das für die Verschwörungsfreunde da draußen für so manchen Kurzschluss sorgen könnte. Umse und Nottz haben mit "UNO" auf Albumlänge organischen Boombap am Start. AchtVier wartet mit dem ergreifenden Storyteller "Diddy" über seinen Vater auf, der stimmgewaltig von Alex Diehl supportet wird. Und Pedaz hat für seine heute erschienene EP "Vierfünfer" unter anderem good old Snagz reaktiviert.

Insgesamt gibt's über 35 neue Songs heute in unserer Playlist. Abonniert das gute Stück bei Apple, YouTube und Co!

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Kool Savas: Weshalb Optik Records nicht funktioniert hat

Kool Savas: Weshalb Optik Records nicht funktioniert hat

Von Michael Rubach am 01.03.2021 - 15:23

In der langen Karriere von Kool Savas lief nicht immer alles glatt. So musste der King of Rap 2008 schweren Herzens sein Label Optik Records schließen. Wie kam es dazu? SAV blickt in einem Video-Interview bei der Backspin auf seine Zeit als Labelboss zurück und verdeutlicht, warum seine Vision eines deutschen Wu-Tang Clans nicht realisiert werden konnte.

Kool Savas erklärt das Scheitern von Optik Records

2002 rief Kool Savas Optik Records ins Leben und plante an amerikanische Vorbilder wie den Wu-Tang Clan anzuknüpfen. Dadurch, dass die Artists von Optik Records nicht alle den gleichen Ausgangspunkt hatten, sei dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt gewesen. So wie Savas es darlegt, haben vor allem seine Merch-Erlöse den Labelbetrieb eher schlecht als recht am Laufen gehalten. Bis zur Auflösung waren unter anderem Ercandize, Caput, Franky Kubrick, Moe Mitchell, Amar, Melbeatz oder Kaas bei Optik Records aktiv. Eko Fresh kehrte dem Label bereits 2003 den Rücken.

"Das, was ich mir vorgestellt hab, das kann ich jetzt nicht mehr umsetzen, weil das gibt es nicht mehr. Ich hab mir sowas wie Wu-Tang oder wie Lyricist Lounge damals vorgestellt. Das wollte ich mit Optik machen. Das kannst du eigentlich nur machen, wenn alle bei null anfangen. Wenn es auch nicht einen gibt, der die ganze Nummer tragen muss. Bei Optik war es so: Das Label wurde getragen unter anderem von meinen Merch-Einnahmen. Meine Platten hab ich ja bei BMG rausgebracht und konnte die damals noch nicht independent rausbringen, bis ich 'Bello 1' rausgebracht hab. Meine Merch-Einnahmen sind komplett ins Label geflossen und sind dort verbrannt."

Gemäß Savas befand sich das Label in einem permanenten "Ungleichgewicht". Neben den Ausgaben für das Tagesgeschäft ging demnach "unheimlich viel Geld" für Reisen mit der vollständigen Optik Army drauf.

"Die vier Leute, die im Büro waren – einer hat Merch gemacht, einer Grafik und zwei fürs Label. Es ist alles den Bach runtergegangen. Das Geld ist einfach weggewesen. Ich hatte gar nichts davon. Das war dann so ein Ungleichgewicht. Das heißt: Ich hatte nichts davon, überhaupt gar nichts, für mich war es sinnlos. Ich hatte eine riesen Travel-Crew, unheimlich viel Geld für Reisen und den ganzen Mist ausgegeben. Ich hab jedes Mal den größtmöglichen Bus auf Tour gebucht, damit wir alle da reinpassen. Es hat ja überhaupt nichts gebracht. Ich war nicht Business-Mann genug."

Des Weiteren hätte Kool Savas seiner Einschätzung nach die Optik-Künstler*innen mehr in die Pflicht nehmen können. So wäre es damals aus wirtschaftlichen Aspekten ratsam gewesen, für einen Song als Videosingle zu sorgen, der "auch gehört werden könnte." Auf ein solches Labelprojekt verspüre er über zehn Jahre nach der Schließung von Optik Records keine Lust mehr.

Gegenwärtig läuft es ohnehin bei Essah. Mit seinem aktuellen Album "Aghori" setzte er sich zum sechsten Mal in Folge an die Spitze der Charts. Von der geschäftlichen Seite der Musikbranche hat sich die Berliner Rap-Legende dennoch nicht vollständig entfernt. So signte er kürzlich "Ausnahmetalent" Alies. Auch ist Savas für den Schweizer Digitalvertrieb iGroove als A&R-Director tätig.

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