Musikalisch sind André 3000 und Big Boi schon länger nicht mehr als OutKast unterwegs. Doch auf der juristischen Bühne ist das Duo jetzt wieder aufgetreten: Wie Allhiphop.com berichtet, gehen OutKast rechtlich gegen den Rapper und Produzenten Ovrkast vor, weil sein Künstlername ihrem Bandnamen zu ähnlich sei. Doch der weigert sich bislang, einer Änderung nachzukommen.
OutKast: Ovrkast soll seinen Künstlernamen ändern
Konkret verklagen André 3000 und Big Boi über ihr Markenunternehmen High Schoolers LLC ihren Kontrahenten wegen Markenrechtsverletzung, unlauteren Wettbewerbs und des Verstoßes gegen eine Vereinbarung. Ovrkast soll sich eigentlich mit OutKast darüber einig gewesen sein, seinen Künstlernamen zu ändern. Laut OutKast habe der Rapper und Produzent nach einigen Verhandlungen zunächst den neuen Namen "Overkxst" akzeptiert. Bis zum 15. Juli 2026 sollte eigentlich alles erledigt sein. Doch dann soll Ovrkast zwei andere Namensvarianten vorgeschlagen haben, die zuvor schon von OutKast abgelehnt worden seien. Seitdem ziehe sich der Streit hin und Ovrkast nutze seinen bisherigen Künstlernamen trotz mehrerer schriftlicher Ermahnungen weiter.
"Der Angeklagte hat seinen Vertragsverstoß nach wie vor nicht behoben und nutzt die Marke Ovrkast weiterhin [...] in Kenntnis der Rechte des Klägers an der bekannten Marke OutKast, in Kenntnis der Tatsache, dass Verbraucher Ovrkast mit OutKast in Verbindung bringen, und in Kenntnis der Tatsache, dass dies einen Verstoß gegen die Vergleichsvereinbarung darstellt."
OutKast verlangen jedoch nicht nur, dass Ovrkast seinen Künstlernamen künftig nicht mehr für die Vermarktung seiner Musik, Merchandise-Produkte und Online-Profile nutzen darf. André 3000 und Big Boi fordern die Herausgabe seiner damit erzielten Gewinne ein und wollen, dass er ihnen Schadensersatz zahlt, die Prozesskosten übernimmt und alle Kleidungsstücke und Werbematerialien, die den Namen Ovrkast tragen, vernichtet.
Ovrkast hat bereits öffentlich auf OutKasts Klage gegen ihn reagiert. Auf Instagram teilt er einen Artikel zu dem Thema und stellt kurz und knapp klar, dass er mit der Situation nicht einverstanden ist: "Ich dachte, wir sind cool?", schreibt der Rapper und Produzent in der Caption und markiert den Account von OutKast. In der Kommentarspalte des Posts äußern einige seiner Szenekollegen Unverständnis darüber, dass OutKast rechtlich gegen Ovrkast vorgehen. "Das ist nicht Hiphop", urteilt beispielsweise Vince Staples.
Jedoch scheinen Ovrkasts eigene Worte ihm in diesem Rechtsstreit zum Verhängnis geworden zu sein. Er hat im Juli 2025 in einem Interview mit dem Rolling Stone-Magazin selbst zugegeben, dass manche Fans ihn wegen seines Künstlernamens fälschlicherweise mit OutKast in Verbindung bringen.
"Das Schlimmste, was ich gesagt bekomme, ist, 'Der Typ denkt, er wäre OutKast'. Da denke ich mir: 'Nein, Bro, ich habe nicht einmal an OutKast gedacht' [...] Sie lesen Ovrkast als OutKast. Die sagen dann: 'Oh mein Gott, ich dachte, die haben OutKast gesagt'."
Das ist Ovrkast
Aber wer ist eigentlich Ovrkast? Der Rapper und Produzent heißt eigentlich Silas Wilson und stammt aus Oakland im Bundesstaat Kalifornien. Als Beatmaker hat er unter anderem schon mit Earl Sweatshirt und Drake zusammengearbeitet. Für Drizzy hat er in den vergangenen Jahren die Songs "Red Button" und "The Shoe Fits" und den "Iceman"-Track "Make Them Pay" mitproduziert. Als Rapper ist Ovrkast ebenfalls erfolgreich: Er hat mittlerweile zwei Mixtapes und zwei EPs releast, im Oktober erscheint sein Debütalbum "Striking". Mit seinem Unterstützer Vince Staples hat er bereits den gemeinsamen Track "Strange Ways" rausgebracht:
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