Omar droht die Abschiebung: Nimo richtet Appell an Deutschrap

Dem Rapper Omar droht offenbar die Abschiebung nach Tunesien. Das Thema spricht er in einem Video auf Instagram an, in dem außerdem seine nächste Single "Bereuen" für diese Woche ankündigt wird. Sein enger Freund Nimo, der ihm zum Deal mit Sony verholfen hat, schaltet sich mit einem emotionalen Statement auf Instagram dazu und hält ein Plädoyer für seinen Homie.

Nimo verteidigt Omar gegen Abschiebung

"Er hat all seine Fehler eingesehen und er hat sich zu 1000 % geändert. Er ist auf dem gradesten Weg, er hat einen Major-Deal bekommen, er macht Musik, er ist fleißig, er ist ein Familienmensch. Und jetzt, wo er draußen ist, wo er einen Deal hat, wo er seine Musik macht, eine Zukunft hat, wollen die Leute ihn abschieben, will der Staat ihn abschieben."

In seiner Insta Story richtet Nimo sich nicht nur indirekt mit klaren Argumenten an diejenigen, die solche Entscheidungen über das Schicksal einiger Menschen treffen, sondern auch direkt an die Szene. Er appelliert an Rapper-Kollegen, Magazine und Fans, dass sie auf die Situation aufmerksam machen sollen und die Abschiebung nicht passieren lassen dürfen.

"Bitte macht auf diesen Fall aufmerksam! Bitte lasst uns verhindern, dass diesem Menschen sein Leben, seine Existenz zerstört wird!"

Omar selbst ist "guter Dinge", wie er in seinem Video erklärt, auch wenn er den Brief ausgerechnet an seinem Geburtstag bekommen haben soll:

"An meinem Geburtstag habe ich einen Brief vom Regierungspräsidium bekommen, in dem steht, dass ich das Land die nächsten 30 Tage verlassen muss. Das heißt, die machen ernst und wollen mich abschieben. Ich klage natürlich dagegen und bin guter Dinge, dass ich trotzdem hier bleiben kann. Ich hoffe es zumindest."

Omar: Kriminelle Vergangenheit & Musik als Ausweg

Viele Rapper haben dunkle Kapitel in ihrer Vergangenheit, die sie gerne hinter sich lassen würden. Für einige ist Musik die legale Alternative zum ehemaligen Hustle auf der Straße. Ähnlich verhält es sich auch bei Omar. In seiner letzten Single "NWP" (= "Nie wieder Pakete") rappt er:

"Nach 5 Jahren Haft ist die Psyche kaputt / die Observationen hier rauben mir Luft / wenn Rap mir Gewinn bringt, Geldbatzen fit machen sollte, dann schwör' ich wird nie mehr gepusht"


Was hat Omar verbrochen? Konkret geht es bei Omars Fehlern aus der Vergangenheit vorwiegend um Dealerei und körperliche Auseinandersetzungen. Bei seinem ersten Gefängnisaufenthalt, bei dem er Nimo kennenlernte, saß er wegen schwerer Körperverletzung. Nach seiner Entlassung rutschte er schnell wieder ins kriminelle Milieu ab, verschob angeblich kiloweise Drogen und wurde nach längerer Observation von der Polizei erwischt. Das Urteil lautete sechs Jahre Haft und obendrein gab es einen Abschiebebescheid.

Nach seiner zweiten Haftentlassung im Frühling 2020 findet er sich in einer neuen Situation wieder. Sein Freund Nimo ist mittlerweile einer der größten Rapstars Deutschlands und kann Omar die Chance bieten, durch Musik den Weg aus der Kriminalität konsequent zu gehen. Er veröffentlicht seine Musik über Sonys Major-Strukturen und verarbeitet seine Geschichte in Songs, deren Lyrics zu einem großen Teil hinter Gittern entstanden sind.

"Ich bin Deutscher, ich habe nur nicht die Papiere"

Omar wurde im beschaulichen Tübingen südlich von Stuttgart geboren. Seit er denken kann, bangt er um die deutsche Staatsbürgerschaft. Nun soll er in ein Land abgeschoben werden, das vieles sein mag, aber nicht seine Heimat. Für Omar ist Tunesien ein "fremdes Land", wie er auf Insta in einem Video erklärt, das mit einem Teaser für seine kommende Single "Bereuen" endet.

"Ich bin Deutscher, ich habe nur nicht die Papiere. Es ist nicht so, dass ich von Tunesien gekommen bin und man mich in mein Heimatland wieder zurück bringt. Man nimmt mir mein Heimatland und bringt mich in ein [...] fremdes Land."

Er bereue seine Vergangenheit nicht erst seit Kurzem, sondern habe bereits einen langen Weg der Arbeit hinter sich:

"Es ist nicht so, dass ich erst bereue, seit der Brief gekommen ist. Wir sind jetzt fast in 2021, der Film hat 2017 begonnen. Ich habe mich mit vielen meiner Taten auseinandergesetzt. Es war ein langer Weg der Arbeit."

Nimo betont Omars Weg weg von der schiefen Bahn. Er habe sich geändert und könne womöglich andere Leute dazu motivieren, sich zu bessern:

"Warum nimmt man einem Menschen jetzt alles, wo er sich geändert hat? Er ist doch nicht mehr auf der Straße, er ist doch nicht mehr kriminell, er macht doch jetzt Musik. [...] Dieser Mann hat sich zum Guten geändert. Das ist ein sehr guter Mann. Das ist ein Mann, der uns allen etwas beibringen kann. Das ist ein Mann, der vielleicht andere Menschen dazu motivieren kann, besser zu werden. Diesen Mann sollte man nicht abschieben – vor allem nicht, wenn hier seine Heimat ist. [...] Er ist hier groß geworden, er spricht die Sprache hier, er denkt auf Deutsch."

Zur Not will Nimo mit basisdemokratischen Mitteln gegen die Abschiebung vorgehen und Unterschriften gegen Omars Abschiebung sammeln.

"Ja, er hat vielleicht in der Vergangenheit Fehler gemacht, aber wer hat die nicht gemacht? Kein Mensch ist perfekt. Das Wichtige ist doch, dass man sich ändert. Und er hat sich geändert."

Omar - Wechsel die Sim [Video]

Bei Nimos Jungs passiert aktuell einiges! Nach NGEE ist jetzt auch Omar am Start und veröffentlicht seine Debütsingle "Wechsel die Sim".

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FiNCH, Massiv & mehr reagieren auf Deutschlands EM-Aus

FiNCH, Massiv & mehr reagieren auf Deutschlands EM-Aus

Von Till Hesterbrink am 30.06.2021 - 11:19

Gestern Abend schied die deutsche Nationalmannschaft nach einer Niederlage gegen England im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft aus. Auch im Deutschrap sorgte das Ausscheiden und die gesamte Turnier-Performance der Nationalmannschaft für unterschiedlichste Reaktionen.

Hanybal, Massiv, FiNCH & mehr reagieren auf Deutschlands EM-Aus

Generell scheint das Interesse für diese Europameisterschaft bei Deutschrappern eher gering auszufallen. Viele Artist geben an, das Turnier kaum bis gar nicht verfolgt zu haben. Und die, die der ganzen Sache folgen, teilen deutlich seltener ihre Reaktionen auf die Spiele.

Einer, der seinen Emotionen freien Lauf ließ, ist FiNCH (jetzt auf Apple Music streamen), ehemals Finch Asozial, der seine Enttäuschung für die Leistung der Nationalmannschaft nicht versteckten konnte. In einem kleinen Rant auf Tiktok erklärte Finchi, was er glaubt, wer am Ausscheiden Schuld sei. Neben unmotivierten Spielern und einem Trainer, der keine Lust mehr hat, sieht FiNCH vor allem auch den DfB in der Verantwortung.

Der Verband sei schuld daran, dass keine richtigen Fans mehr in die Stadien kommen würden und daran, dass durch das Konzept mit einem Fokus auf Familien und Influencer als Kernzielgruppe die wahren Fans verloren gegangen seien.

"Ihr verliert immer mehr Fans!"

Die 257ers schlugen daraufhin in den Kommentaren vor, dass man einfach die Prämien der Spieler erhöhen solle, denn "es muss sich ja lohnen zu gewinnen". Kurzerhand riefen sie den Hashtag #MehrGeldFürDieNationalmannschaft ins Leben. Marteria hingegen ließ einfach seiner Liebe für Hansa Rostock freien Lauf.

Auch Hanybal zeigte sich enttäuscht. Dem Frankfurter sei es eigentlich ein Anliegen gewesen, dass sich Lothar Mattheus an diesem Abend freuen könne und nicht David Beckham. Nach dem Spiel kündigte er an, seinen Frust nun bei einer Runde Assassins Creed rauslassen zu müssen.

Seine beiden Kollegen Celo & Abdi, die das Spiel zuvor live über Twitch kommentiert hatten, zeigten sich ebenfalls enttäuscht. Die beiden verwiesen jedoch darauf, dass man immerhin noch für die Schweiz mitfiebern könne. Diese hatten am Abend zuvor in einem absoluten Fußball-Krimi den amtierenden Weltmeister Frankreich nach Verlängerung im Elfmeterschießen geschlagen.

Massiv teilte auf Instagram, wie er das Spiel ganz stilecht im Nationalmannschafts-Trikot schaute. Er wies nach dem Ende auch darauf hin, dass mit dem Ausscheiden Deutschlands nun bereits alle Teams aus der "Todesgruppe" F aus dem Turnier raus wären.


Foto:

Screenshot - instagram.com/massiv

Ahzumjot berichtete davon, wie in seiner Nachbarschaft scheinbar nur Engländer leben würden, so laut, wie es gestern bei ihm gewesen sei. Sein Interesse am Turnier war generell aber auch eher gering und so fiel es ihm leicht, das positive am Ausscheiden zu sehen. So würde sich die Corona-Delta-Variante durch herumreisende Fans nicht so sehr ausbreiten wie bei einem Weiterkommen. Zum Abschluss teilte er noch einmal den legendären Rihanna-Tweet zum Gewinn der Weltmeisterschaft 2014.


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